Thomas Goldmann
· 16.06.2025
Die Tour de Suisse 2025 erreicht am 18. Juni mit der 4. Etappe ihren ersten Höhepunkt. Die 193,2 Kilometer lange Strecke von Heiden nach Piuro führt die Fahrer erstmals in dieser Rundfahrt über einen großen Alpenpass und verspricht eine erste Vorentscheidung im Kampf um die Gesamtwertung. Mit 3067 Höhenmetern und dem 2110 Meter hohen Splügenpass als Haupthindernis stellt die Etappe die bisher größte Herausforderung für das Peloton dar. Die Zielankunft im italienischen Piuro im Valchiavenna markiert zudem eine Besonderheit dieser Tour de Suisse, da sie die Landesgrenzen überschreitet.
Der Splügenpass bildet das Herzstück dieser Etappe. Mit seiner Höhe von 2110 Metern über dem Meeresspiegel stellt er nicht nur eine physische, sondern auch eine taktische Herausforderung für die Teams dar. Die Auffahrt zum Pass verlangt den Fahrern alles ab und bietet den Klassementfahrern eine ideale Plattform, um Attacken zu setzen und Zeit auf ihre Konkurrenten herauszufahren. Die Bedeutung dieses Anstiegs geht über die reine sportliche Herausforderung hinaus. Der Splügenpass ist Teil der historischen Via Spluga, einem kulturhistorischen Wanderweg, der die Region seit Jahrhunderten prägt.
Der Start in Heiden, hoch über dem Bodensee gelegen, bietet den Fahrern zunächst einen malerischen Ausblick, bevor es in die ernste Phase des Rennens geht. Die ersten Kilometer könnten genutzt werden, um Ausreißversuche zu starten und eine Fluchtgruppe zu etablieren. Das Hauptfeld wird jedoch angesichts der Bedeutung dieser Etappe wachsam sein und versuchen, den Vorsprung etwaiger Ausreißer in Grenzen zu halten. Ein wichtiger taktischer Punkt auf der Strecke ist das Schloss Sargans, das die Fahrer passieren. Hier, im 900 Jahre alten Turm, spiegelt sich die Geschichte des Sarganserlandes wider – ein symbolträchtiger Ort, der den Übergang in die entscheidende Phase des Rennens markieren könnte. Die Teams der Favoriten werden spätestens hier beginnen, ihre Kapitäne für den bevorstehenden Anstieg zum Splügenpass in Position zu bringen.
Die Zielankunft in Piuro verspricht ein spektakuläres Finale dieser Etappe. Das italienische Dorf im Valchiavenna, bekannt für die Acquafraggia-Wasserfälle, bildet eine pittoreske Kulisse für die Entscheidung des Tages. Die letzten Kilometer nach der Abfahrt vom Splügenpass werden zeigen, wer die Strapazen des Tages am besten verkraftet hat und möglicherweise die Führung im Gesamtklassement übernehmen kann. Die Positionierung im Zielort Piuro könnte entscheidend sein für den Ausgang der Etappe.