Auch 2026 gehen bei Tirreno-Adriatico einige große Stars des Radsports an den Start: Unter anderem stehen Isaac del Toro (UAE Team Emirates - XRG), Primož Roglič (Red Bull - Bora - hansgrohe), Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike), Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team), Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike), Jai Hindley (Red Bull - Bora - hansgrohe), Jonathan Milan (Lidl - Trek), Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team), Richard Carapaz (EF Education - EasyPost), Filippo Ganna (INEOS Grenadiers) und Arnaud de Lie (Lotto - Intermarché) in den Aufgeboten ihrer Teams. Da die Startliste aber noch nicht feststeht, können weitere große Namen dazu kommen. Während Fahrer wie van Aert, Milan, Lund Andresen, Ganna und de Lie auf Etappenjagd gehen werden, steht für die anderen genannten Athleten ein erstes Kräftemessen im Gesamtklassement an.
Seit 2015 sind Start und Ziel des Rennens unverändert: Los geht es in Lido di Camaiore am Tyrrhenischen Meer, bevor die Rundfahrt mit der finalen Zieldurchfahrt in San Benedetto del Tronto an der Adria endet.
Auf sieben Etappen stehen insgesamt knapp 1170 Kilometer und 15.550 Höhenmeter auf dem Programm. Nach dem Auftaktzeitfahren gibt es zwei Abschnitte, die voraussichtlich im Massensprint entschieden werden. Dazu kommen drei Etappen, auf denen vor allem die Hügel-Spezialisten glänzen dürften, sowie ein Teilstück für die Kletterer. Gerade dort bleibt allerdings offen, ob nicht auch die Klassikerfahrer ein ernstes Wort um den Tagessieg mitreden.
Schon seit 2022 beginnt Tirreno-Adriatico mit einem Einzelzeitfahren am Strand von Camaiore. Wie schon 2025 sind die 11,5 Kilometer absolut flach. Im Vorjahr gewann Filippo Ganna (INEOS Grenadiers) mit einer Machtdemonstration vor Juan Ayuso (Lidl - Trek) und nahm Revanche für das Zeitfahren 2024, bei dem er sich mit einer Sekunde Rückstand auf den Spanier geschlagen geben musste. Mit über 22 Sekunden Vorsprung und einer Geschwindigkeit von 56 km/h schoss Ganna zum Etappensieg. Kann der Italiener diese Leistung wiederholen?
Der 2. Abschnitt führt die Fahrer lange über flache Straßen, bis das Feld im Inland auf anspruchsvolleres Terrain trifft. Zwischendurch wartet ein Anstieg mit zwischenzeitlich zweistelligen Prozentwerten, bis es knapp sieben Kilometer vor dem Ziel ein besonderes Highlight gibt. Der Gravelsektor führt mit 5,3 Kilometern fast bis zur Ziellinie, umfasst dabei viele steile Passagen. Die finale Rampe hat es noch einmal richtig in sich: bei 15 % geht es hinauf und ins Ziel.
Die 3. Etappe von Cortona nach Magliano de' Marsi erstreckt sich über 225 Kilometer und ist damit die längste des Rennens. Sie ist geprägt von sanften Anstiegen und Abfahrten, darunter Gebiete wie Todi und die Marmore-Wasserfälle. Das Finale steigt über die letzten 15 Kilometer leicht an, mit einer durchschnittlichen Steigung von etwa drei Prozent. Ohne große Herausforderungen sollten die Sprinter sich den Tag über ausruhen können und trotz der leichten Steigung zum Schluss den Etappensieg unter sich ausmachen können.
Die vierte Etappe von Tagliacozzo nach Martinsicuro beginnt mit zwei klassischen Apennin-Anstiegen, Ovindoli und dem Valico delle Capannelle, gefolgt von einer langen Abfahrt in Richtung Teramo. Der Schlussabschnitt weist eine Reihe steiler Anstiege und kurzer Rampen auf, darunter der Tortoreto-Anstieg, der in seinem letzten Abschnitt 20 Prozent erreicht. Hier könnten sich eine elitäre Gruppe bilden, aus der der Sieg heraus entschieden wird.
Die 5. Etappe von Marotta-Mondolfo nach Mombaroccio ist mit zahlreichen Anstiegen unterschiedlicher Schwierigkeit gespickt. Besonders herausfordernd ist der Monte delle Cesane, dessen erste Kilometer Steigungen von etwa 15 Prozent aufweisen. Das Finale besteht aus einem 21,6 Kilometer langen Rundkurs, der zweimal zu absolvieren ist und den anspruchsvollen Anstieg zum Santuario del Beato Sante beinhaltet. Wie auch schon am vierten Tag sind hier Klassikerqualitäten gefragt.
Von San Severino Marche nach Camerino geht es auf dem 6. Abschnitt, der ebenfalls sehr anspruchsvoll und hügelig ist, Mit zahlreichen Anstiegen, darunter der Sassotetto (Valico di Santa Maria Maddalena), der vor der Halbzeit der Strecke bewältigt werden muss. Der 29,1 Kilometer lange Schlussrundkurs wird zweimal absolviert und endet mit dem Muro della Madonna delle Carceri, der Steigungen von bis zu 18 Prozent aufweist. Hier können die Fahrer des Gesamtklassements zeigen, was sie in die Saison 2026 mitbringen.
Die traditionelle Schlussetappe führt von Civitanova Marche nach San Benedetto del Tronto und ist mit 143 Kilometern die kürzeste des Rennens. Nach einem leicht welligen Anfangsteil verläuft sie über die letzten 80 Kilometer völlig flach. In San Benedetto del Tronto, das zum 60. Mal in 61 Ausgaben als Zielort dient, wird ein knapp 15 Kilometer langer Schlussrundkurs fünfmal absolviert. Ganz klar - ein Tag für die Sprinter.