Paris-Nizza 2026Erste Standortbestimmung der Tour-Stars

Thomas Musch

 · 04.03.2026

Paris-Nizza 2026: Erste Standortbestimmung der Tour-StarsFoto: ASO
Die Strecke von Paris-Nizza 2026. Der Startort Achères liegt am nordwestlichen Rand des Großraums Paris
Paris-Nizza ist das erste wichtige Etappenrennen der Saison - und ein Fingerzeig auf die Rundfahrt-Spezialisten, die auch bei der Tour de France um den Sieg fahren wollen

​Paris–Nizza ist das erste wichtige Etappenrennen der Straßensaison im Radsport. Sie wird als Fernfahrt bezeichnet, da sie von ihrer Idee her schon immer das Zentrum des Landes mit der Mittelmeerküste verbindet. Da sie Anfang März im oft noch spätwinterlich grauen Norden Frankreichs beginnt und ans Meer führt, wo oft schon der Frühling herrscht, wird die Fernfahrt auch als das „Rennen zur Sonne“ bezeichnet.

1. Etappe: Aus der westlichen Banlieu von Paris in einem 170 Kilometer langen Bogen im Uhrzeigersinn erst einmal nach Norden. Ob es zu einer Sprintankunft kommt, ist angesichts der kurzen, aber fiesen Stiche auf der Schlussrunde nicht ausgemacht
Foto: ASO

Erstmals ausgetragen wurde „Paris-Nîce“ 1933, heute gehört es zu Kreis der Rennen des Tour-de-France-Veranstalters ASO. Analog zur Tour de France werden die Führenden in der Gesamtwertung, der Bergwertung und der Punktewertung (Sprint) mit dem Gelben, dem Gepunkteten und dem Grünen Trikot ausgezeichnet. Rekordsieger ist bis heute der Ire Sean Kelly, der das Rennen zwischen 1982 und 1988 siebenmal gewonnen hat. Die meisten Etappensiege (20) gehen, wie könnte es anders sein, auf das Konto von Eddy Merckx, der daneben noch dreimal die Gesamtwertung gewann.

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Erfolgreichster deutscher Teilnehmer ist Maximilian Schachmann, der Paris-Nizza 2020 und 2021 gewinnen konnte. Der Profi vom Team Soudal-Quick Step erlebte vor wenigen Tagen auf der Schlussetappe der Algarve-Rundfahrt einen Schreckmoment, als er, gemeinsam mit Julian Alaphilippe in Führung liegend, in einer Bergabpassage wegrutsche und in die Leitplanke krachte. Der 32 Jahre alte Berliner hat den Sturz aber wohl gut überstanden. Wiederholen wird er einen Sieg bei Paris-Nizza in diesem Jahr aber nicht, da er nicht zum vierköpfigen Aufgebot seines Teams zählt, das von Jasper Stuyven angeführt wird.

Favoriten auf den Gesamtsieg

Zu den Favoriten auf den Gesamtsieg ​zählt indes sicherlich João Almeida (UAE-Team Emirates), letztjähriger Gewinner von Baskenland-Rundfahrt, Tour de Suisse und Tour de Romandie sowie Zweiter der Vuelta a España. Der Vuelta-Sieger und Tour-Zweite des Vorjahres, Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike), wird nach einem etwas holperigen Start in die Saison darum bemüht sein, Konstanz in seinen weiteren Formaufbau zu bringen.

Weitere Kandidaten für vordere Plätze im Gesamtklassement sind Juan Ayuso (Lidl-Trek), der im vergangenen Jahr das parallel ausgetragene Etappenrennen Tirreno-Adriatico in Italien gewann und vor wenigen Tagen als Gewinner der Algarve-Rundfahrt seine ausgezeichnete Form unter Beweis gestellt hat. Interessant dürfte sein, wie der Vorjahres-Vierte der Tour de France Oscar Onley (Ineos Grenadiers) seine Premiere bei Paris-Nizza gestaltet.

Schlagabtausch der Rundfahrt-Spezialisten

Florian Lipowitz, dem er im Vorjahr im Kampf um Platz drei bei der Tour de France knapp unterlegen war, wird in diesem Jahr nicht bei Paris-Nizza an den Start gehen. Als Zweiter der Gesamtwertung setzte er im vergangenen Jahr bei der “Fahrt zur Sonne” ein deutliches Ausrufezeichen auf seinem Weg zur Tour de France; in diesem Jahr steigt er aber erst wieder bei der Katalonien-Rundfahrt Ende März in den Rennbetrieb ein.

An der Prominenz der Sieger der vergangenen Jahre und dem hochkarätigen Starterfeld für die diesjährige Austragung kann man schon ablesen: Traditionell ist Paris-Nizza das Rennen, bei dem die Rundfahrt-Spezialisten, die auch bei der Tour de France Erfolge erzielen wollen, erste Duftmarken setzen. Das Rennen trägt dem Rechnung, indem in der Regel ein Einzelzeitfahren zum Parcours zählt, ebenso wie zum Ende hin anspruchsvolle Bergetappen bzw. Tagesabschnitte, die mit einer Bergankunft enden.

Die Anforderungen der Strecke

Bei der diesjährigen Austragung ist dies beispielsweise die 3. Etappe, die als Einzelzeitfahren über 23,5 Kilometer auf einem leicht welligen Parcours in der Region Bourgogne-Franche-Comté ausgetragen wird. Die siebte Etappe über 138 Kilometer beginnt in Nizza auf Meereshöhe und führt praktisch ab der Hälfte nur noch bergauf bis ins Ziel nach Auron, das auf 1600 Metern Höhe auf einem Plateau in den Seealpen nahe St. Etienne liegt. Die achte Etappe schließlich überwindet mit dem Col de laPorte, der Côte de Châteeauneuf-Villevielle und der Côte du Linguador drei Anstiege, der Veranstalter aufgrund ihrer Länge und Steigung in die 1. Kategorie einstuft, auch wenn die 1000-Meter-Marke nur vom Col de la Porte knapp überboten wird.

Etappenübersicht der 84. Fernfahrt Paris-Nizza

1. Etappe: 8. März, Achères – Carrières-sous-Poissy, 170.9 km | Eurosport: 15.20 - 17.20 Uhr

2. Etappe: 9. März, Épône – Montargis, 187 km | Eurosport: 15.10 - 17.15 Uhr

3. Etappe: 10. März, Cosne-Cours-sur-Loire – Pouilly-sur-Loire, 23.5 km | Eurosport: 15.10 - 17.15 Uhr

4. Etappe: 11. März, Bourges – Uchon, 195 km | Eurosport: noch keine Angabe

5. Etappe: 12. März, Cormoranche-sur-Saône – Colombier-le-Vieux, 206.3 km | Eurosport: noch keine Angabe

6. Etappe: 13. März, Barbentane – Apt, 179.3 km | Eurosport: noch keine Angabe

7. Etappe: 14. März, Nizza – Auron, 138.7 km | Eurosport: noch keine Angabe

8. Etappe: 15. März, Nizza – Nizza, 129.2 km | Eurosport: noch keine Angabe

Vorläufige Startliste

Decathlon CMA CGM

Daan Hoole
Cees Bol
Aurélien Paret-Peintre
Stefan Bissegger

Movistar

Jefferson Alveiro Cepeda
Michel Hessmann
Iván Romeo
Cian Uijtdebroeks

UAE Team Emirates - XRG

Marc Soler
Pavel Sivakov
Joao Almeida
Igor Arrieta

Bahrain - Victorious

Phil Bauhaus
Damiano Caruso
Lenny Martinez

Alpecin-Premier Tech

Jensen Plowwright
Aaron Dockx
Maurice Ballerstedt

Lotto Intermarché

Luca van Boven
Vito Braet

Red Bull - BORA - hansgrohe

Nico Denz
Daniel Felipe Martínez
Laurence Pithie
Aleksandr Vlasov
Mick van Dijke

Jayco AlUla

Luke Durbridge
Michael Matthews
Jelte Krijnsen

Visma | Lease a Bike

Edoardo Affini
Jonas Vingegaard
Bruno Armirail
Victor Campenaerts
Axel Zingle

Groupama - FDJ United

Johan Jacobs
Rémi Cavagna
Ewen Costiou
David Gaudu

Lidl - Trek

Tom Skujinš
Mathias Vacek
Lennard Kämna
Søren Kragh Andersen
Mattias Skjelmose
Juan Ayuso

EF Education - EasyPost

James Shaw
Luke Lamperti
Marijn van den Berg
Alex Baudin
Kasper Asgreen
Michael Valgren
Vincenzo Albanese

Cofidis

Louis Rouland
Milan Fretin
Alex Kirsch
Ion Izagirre
Benjamin Thomas
Bryan Coquard

Ineos Grenadiers

Oscar Onley
Carlos Rodríguez
Dorian Godon
Kévin Vauquelin

NSN Cycling Team

Biniam Girmay
Riley Sheehan
Lewis Askey

Soudal Quick-Step

Alberto Dainese
Jasper Stuyven
Valentin Paret-Peintre
Yves Lampaert

Picnic PostNL

Casper van Uden
Max Poole

Uno-X Mobility

Rasmus Tiller
Andreas Leknessund

Pinarello Q36.5

Fabio Christe
David de la Cruz
Eddie Dunbar

TotalEnergies

Anthony Turgis
Emilien Jeannière
Joris Delbove

XDS Astana

Nicolas Vinokourov
Mike Teunissen
Harold Tejeda
Sergio Higuita

Tudor

Rick Pluimers
Mathys Rondel
Matteo Trentin
Maikel Zijlaard

Thomas Musch

Thomas Musch

Herausgeber

Der lupenreine Freizeitsportler beschloss einst als Student der Germanistik und Politikwissenschaften, sein Glück als Journalist zu versuchen. Seine Rennradleidenschaft führte ihn schnurstracks als Praktikant in die TOUR-Redaktion, woraus eine inzwischen mehr als 30 Jahre währende Herzensangelegenheit geworden ist, 16 Jahre davon als Chefredakteur. Als – nach eigener Aussage – „Generalist in der Nische Radsport“ interessiert er sich für alle Themen rund ums Rennrad (und Gravelbike) und begeistert sich bis heute ganz besonders für den Rennsport. Highlights seiner eigenen Rennradler-Karriere sind die Teilnahme an der TOUR-Transalp, dem einen oder anderen Jedermann-Rennen und die regelmäßigen Alpentouren mit Freunden.

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