Paris–Nizza ist das erste wichtige Etappenrennen der Straßensaison im Radsport. Sie wird als Fernfahrt bezeichnet, da sie von ihrer Idee her schon immer das Zentrum des Landes mit der Mittelmeerküste verbindet. Da sie Anfang März im oft noch spätwinterlich grauen Norden Frankreichs beginnt und ans Meer führt, wo oft schon der Frühling herrscht, wird die Fernfahrt auch als das „Rennen zur Sonne“ bezeichnet.
Erstmals ausgetragen wurde „Paris-Nîce“ 1933, heute gehört es zu Kreis der Rennen des Tour-de-France-Veranstalters ASO. Analog zur Tour de France werden die Führenden in der Gesamtwertung, der Bergwertung und der Punktewertung (Sprint) mit dem Gelben, dem Gepunkteten und dem Grünen Trikot ausgezeichnet. Rekordsieger ist bis heute der Ire Sean Kelly, der das Rennen zwischen 1982 und 1988 siebenmal gewonnen hat. Die meisten Etappensiege (20) gehen, wie könnte es anders sein, auf das Konto von Eddy Merckx, der daneben noch dreimal die Gesamtwertung gewann.
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Erfolgreichster deutscher Teilnehmer ist Maximilian Schachmann, der Paris-Nizza 2020 und 2021 gewinnen konnte. Der Profi vom Team Soudal-Quick Step erlebte vor wenigen Tagen auf der Schlussetappe der Algarve-Rundfahrt einen Schreckmoment, als er, gemeinsam mit Julian Alaphilippe in Führung liegend, in einer Bergabpassage wegrutsche und in die Leitplanke krachte. Der 32 Jahre alte Berliner hat den Sturz aber wohl gut überstanden. Wiederholen wird er einen Sieg bei Paris-Nizza in diesem Jahr aber nicht, da er nicht zum vierköpfigen Aufgebot seines Teams zählt, das von Jasper Stuyven angeführt wird.
Zu den Favoriten auf den Gesamtsieg zählt indes sicherlich João Almeida (UAE-Team Emirates), letztjähriger Gewinner von Baskenland-Rundfahrt, Tour de Suisse und Tour de Romandie sowie Zweiter der Vuelta a España. Der Vuelta-Sieger und Tour-Zweite des Vorjahres, Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike), wird nach einem etwas holperigen Start in die Saison darum bemüht sein, Konstanz in seinen weiteren Formaufbau zu bringen.
Weitere Kandidaten für vordere Plätze im Gesamtklassement sind Juan Ayuso (Lidl-Trek), der im vergangenen Jahr das parallel ausgetragene Etappenrennen Tirreno-Adriatico in Italien gewann und vor wenigen Tagen als Gewinner der Algarve-Rundfahrt seine ausgezeichnete Form unter Beweis gestellt hat. Interessant dürfte sein, wie der Vorjahres-Vierte der Tour de France Oscar Onley (Ineos Grenadiers) seine Premiere bei Paris-Nizza gestaltet.
Florian Lipowitz, dem er im Vorjahr im Kampf um Platz drei bei der Tour de France knapp unterlegen war, wird in diesem Jahr nicht bei Paris-Nizza an den Start gehen. Als Zweiter der Gesamtwertung setzte er im vergangenen Jahr bei der “Fahrt zur Sonne” ein deutliches Ausrufezeichen auf seinem Weg zur Tour de France; in diesem Jahr steigt er aber erst wieder bei der Katalonien-Rundfahrt Ende März in den Rennbetrieb ein.
An der Prominenz der Sieger der vergangenen Jahre und dem hochkarätigen Starterfeld für die diesjährige Austragung kann man schon ablesen: Traditionell ist Paris-Nizza das Rennen, bei dem die Rundfahrt-Spezialisten, die auch bei der Tour de France Erfolge erzielen wollen, erste Duftmarken setzen. Das Rennen trägt dem Rechnung, indem in der Regel ein Einzelzeitfahren zum Parcours zählt, ebenso wie zum Ende hin anspruchsvolle Bergetappen bzw. Tagesabschnitte, die mit einer Bergankunft enden.
Bei der diesjährigen Austragung ist dies beispielsweise die 3. Etappe, die als Einzelzeitfahren über 23,5 Kilometer auf einem leicht welligen Parcours in der Region Bourgogne-Franche-Comté ausgetragen wird. Die siebte Etappe über 138 Kilometer beginnt in Nizza auf Meereshöhe und führt praktisch ab der Hälfte nur noch bergauf bis ins Ziel nach Auron, das auf 1600 Metern Höhe auf einem Plateau in den Seealpen nahe St. Etienne liegt. Die achte Etappe schließlich überwindet mit dem Col de laPorte, der Côte de Châteeauneuf-Villevielle und der Côte du Linguador drei Anstiege, der Veranstalter aufgrund ihrer Länge und Steigung in die 1. Kategorie einstuft, auch wenn die 1000-Meter-Marke nur vom Col de la Porte knapp überboten wird.
1. Etappe: 8. März, Achères – Carrières-sous-Poissy, 170.9 km | Eurosport: 15.20 - 17.20 Uhr
2. Etappe: 9. März, Épône – Montargis, 187 km | Eurosport: 15.10 - 17.15 Uhr
3. Etappe: 10. März, Cosne-Cours-sur-Loire – Pouilly-sur-Loire, 23.5 km | Eurosport: 15.10 - 17.15 Uhr
4. Etappe: 11. März, Bourges – Uchon, 195 km | Eurosport: noch keine Angabe
5. Etappe: 12. März, Cormoranche-sur-Saône – Colombier-le-Vieux, 206.3 km | Eurosport: noch keine Angabe
6. Etappe: 13. März, Barbentane – Apt, 179.3 km | Eurosport: noch keine Angabe
7. Etappe: 14. März, Nizza – Auron, 138.7 km | Eurosport: noch keine Angabe
8. Etappe: 15. März, Nizza – Nizza, 129.2 km | Eurosport: noch keine Angabe
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