Mit Florian Lipowitz und Remco Evenepoel stehen für das Team Red Bull - Bora - hansgrohe gleich zwei Fahrer für das Gesamtklassement im Aufgebot. Damit dürfte gleichzeitig klar sein, dass der Vorjahressieger Primož Roglič die Katalonien-Rundfahrt in diesem Jahr nicht fahren wird. An weiteren Stars fehlt es deshalb aber nicht. Tour-Zweiter Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) soll die Katalonien-Rundfahrt nach Paris-Nizza als Vorbereitung für sein geplantes Giro-Tour-Programm nutzen. Für Lipowitz, Evenepoel und Vingegaard verlief der Saisonstart nur bedingt nach Plan, bei allen drei Fahrern gab es Anlaufprobleme, auch wenn es noch sehr früh in der Saison war. Neben den bereits genannten Topfahrern steht auch João Almeida (UAE Team Emirates - XRG) am Start. Ebenfalls dabei sind Oscar Onley (INEOS Grenadiers) und Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team).
Wie üblich ist die Rundfahrt in den Pyrenäen ein echter Test für die Bergbeine der Stars. Mit fast 3000 Höhenmetern pro Etappe im Schnitt haben Sprinter hier wahrlich nichts verloren. Umso spannender wird das erste große Aufeinandertreffen der Fahrer für das Gesamtklassement, das erste Anhaltspunkte für die großen Rundfahrten geben wird.
Die sieben Etappen haben es richtig in sich, wer hier noch nicht in Form ist, wird gnadenlos stehen gelassen. Wie die Abschnitt aussehen, zeigen wir euch hier im Detail.
Die Auftaktetappe führt wie gewohnt auf einem Kurs um Sant Feliu de Guíxols. Mit drei Sprint- und zwei Bergwertungen liegen unterwegs zahlreiche Punkte bereit, was die Konkurrenz um einen Platz in der Ausreißergruppe entsprechend anheizen dürfte. Nach 171,7 Kilometern und nahezu 3000 Höhenmetern könnte zum Schluss bereits ein erstes Kräftemessen der Favoriten anstehen: Auf dem letzten Kilometer zieht die Strecke noch einmal deutlich an, bis es auf den finalen Metern wieder abflacht.
Eine Bergwertung der dritten Kategorie zu Beginn lässt durchaus vermuten dass die zweite Etappe ein flaches Teilstück ist. Mit über 2000 Höhenmetern mag es zwar eine der leichteren sein, ist aber vor allem in der zweiten Hälfte - zuerst nach oben und im Anschluss nach unten - mit reichlich Höhenmetern gespickt. Eine Gruppe könnte hier ihr Glück versuchen. Für endschnelle Beine ist die Etappe jedoch wieder nichts, da der letzte Kilometer, mehr noch als am Vortag, steil nach oben verläuft.
Am dritten Tag der Katalonien-Rundfahrt stehen die schwierigen Herausforderungen direkt zu Beginn auf dem Plan. Nacheinander ist der Alt de la Mussara (1. Kategorie) und der Coll de Capafons (2. Kategorie) zu meistern, auf den verbleibenden 110 Kilometern ist nur noch der Coll Roig, ein Berg der 3. Kategorie im Weg. Die positive Nachricht für die im Peloton verbliebenen endschnellen Männer: ab hier geht es rund 45 Kilometer größtenteils bergab ins Ziel. Ein kleiner Stich liegt zwar auch diesmal kurz vor dem Ziel, dieser ist aber nur kurz, auf dem letzten Kilometer verläuft die Strecke sogar bergab.
Am 4. Tag sind die Fahrer für das Gesamtklassement gefragt. Zwei frühe Bergwertungen der dritten und zweiten Kategorie sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was dem Feld am Ende der Etappe bevorsteht. Ab Kilometer 60 vor Ziel steigt die Straße langsam an und nimmt ab 11,4 Kilometern vor der Ziellinie richtig Fahrt auf. Auf diesen letzten 11,4 Kilometern liefern sich die Kandidaten auf den Gesamtsieg einen Kampf bei 7,6 Prozent im Schnitt und Rampen mit bis zu 18 Prozent Steigung. Bei einer normalen siebentägigen Rundfahrt wäre das auf jeden Fall die Königsetappe - nicht aber bei der Katalonien-Rundfahrt.
Mit 4455 Höhenmetern steht nämlich am 5. Tag die Königsetappe an. Zwar gilt es nur 155,3 Kilometer zu bewältigen, dabei geht es aber ständig steil bergauf oder bergab. Drei Berge der Kategorie eins, ein Anstieg der Kategorie zwei und als wäre das nicht bereits genug folgt der Schlussanstieg auf den Coll de Pal, mit der höchsten aller Bergwertungen. Auf 18,9 Kilometern mit im Schnitt 7 Prozent geht es bis ins Ziel in Coll de Pal hinauf. Gewonnen ist die Rundfahrt aber auch hier noch nicht.
Denn auch am vorletzten Tag, auf der 6. Etappe, stehen wieder über 4000 Höhenmeter auf dem Speiseplan. Der Coll de Pradell ist mit 15,1 Kilometern und 6,5 Prozent im Schnitt genauso wenig ein Leichtgewicht wie die Bergankunft in Queralt. 5,9 Kilometer bei 7 Prozent dürften mit den schweren Beinen der letzten Tage die Entscheidung über den Rundfahrtsieg bringen.
Traditionell endet die Katalonien-Rundfahrt mit der letzten Etappe in Barcelona. Auf einem Rundkurs wird der Alt del Castell de Montjuïc sechsmal direkt hintereinander überquert. Der klassische Schlussanstieg der vergangenen Jahre ist zwar kurz, hat es mit seiner Steilheit aber in sich. Ob Sprint einer kleinen Gruppe, Erfolg einer Ausreißergruppe oder dem Versuch doch noch etwas im Gesamtklassement zu verändern – auf diesem Parcours ist nahezu alles möglich.
Die Katalonien-Rundfahrt 2026 wird in Deutschland im Fernsehen bei Eurosport 1 und 2 übertragen. Bei Discovery Plus gibt es einen kostenpflichtigen Live-Stream zu allen Etappen.
Werkstudent