Baskenland-Rundfahrt 2026Del Toro, Ayuso & Seixas gegen Altmeister Roglič

Leon Weidner

 · 31.03.2026

João Almeida jubelte 2025 über zwei Etappensiege und den Gesamtsieg bei der Baskenland-Rundfahrt
Foto: Getty Images/Tim de Waele
Die Baskenland-Rundfahrt 2026 wird vom 7. bis 12. April ausgetragen. Neben der Vuelta a España und der Katalonien-Rundfahrt zählt sie zu den bedeutendsten Rundfahrten Spaniens. Mit Isaac del Toro, Juan Ayuso und Paul Seixas ist es ein Treffen der Rundfahrt-Talente, aber auch Altmeister Primož Roglič möchte um den Sieg mitfahren.

Baskenland-Rundfahrt 2026: Das Wichtigste in Kürze

  • Termin: 6. bis 11. April, 6 Etappen
  • Distanz: ~ 810 Kilometer
  • Start: Bilbao, Ziel: Bergara
  • Profil: Ein Einzelzeitfahren, fünf hügelige Etappen
  • UCI-Kategorie: WorldTour
  • Premiere: 1924, 65. Austragung

Auch in diesem Jahr findet die Baskenland-Rundfahrt wieder Anfang April statt. Charakteristisch für die Itzulia – so der offizielle Name – sind die kurzen, steilen Anstiege und die radsportverrückten baskischen Fans, die Jahr für Jahr für eine einzigartige Atmosphäre entlang der Strecke sorgen.

Die Favoriten - Duell der jungen Wilden

​Die Rollen sind bei der Baskenland-Rundfahrt 2026 neu verteilt: Zweimaliger Sieger Primož Roglič steht in diesem Jahr wieder am Start, ist als Routinier aber längst nicht mehr der Topfavorit. Denn die beste Form liefert die nächste Generation. Isaac del Toro, Juan Ayuso und Paul Seixas bringen alles für die Gesamtwertung mit und gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten auf den Rundfahrtsieg. Del Toro reist mit Siegen bei der UAE Tour und Tirreno-Adriatico an, während Ayuso die Volta ao Algarve gewann. Bei Paris-Nizza siegte der junge Spanier nur nicht, weil ihn ein Sturz bei widrigen Bedingungen zur Aufgabe zwang. Paul Seixas kann in dieser Saison schon den zweiten Platz bei der Algrave-Rundfahrt aufweisen, auch bei Strade Bianche wurde er Zweiter, nur geschlagen vom Überflieger Tadej Pogačar. Roglič muss sich gegen diese „jungen Wilden“ behaupten und darf sich auf eine Woche einstellen, in der jede Unaufmerksamkeit sofort bestraft wird. Für den Slowenen ist es wohl das letzte Rundfahrt-Rennen vor der Vuelta, auf die er sich ausgiebig vorbereiten möchte. In der erweiterten Favoritengruppe lauern zudem Tobias Halland Johannessen, Antonio Tiberi, Christian Scaroni und Mattias Skjelmose, die mit etwas Rennverlauf-Glück und Konstanz zumindest Außenseiterchancen auf das Podium haben.

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Baskenland-Rundfahrt 2026: Alle Etappen in der Übersicht

​Über 800 Kilometer in sechs Tagen: Bei der Baskenland-Rundfahrt 2026 ist von entspannten Rolleretappen keine Spur, auch wenn die Distanz im Vergleich zum Vorjahr deutlich geschrumpft ist. Tag für Tag wartet allerdings ein anspruchsvolles Profil, das klassischen Sprintern kaum Raum lässt. Die Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg dürfte schließlich auf der sechsten Etappe am Samstag fallen – mit dem Finale in Bergara als möglichem Schlüssel zum Gesamterfolg. Der traditionelle Etappenort Eibar ist in diesem Jahr schon auf der 5. Etappe Start- und Zielort.

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1. Etappe | Montag, 6. April | Bilbao - Bilbao | 13,9 Kilometer (Einzelzeitfahren)

Das 13,9 Kilometer kurze Einzelzeitfahren in Bilbao eröffnet das Rennen und kehrt nach der Pandemie-Ausgabe 2021 zurück. Zeitfahrspezialisten können sich erste Vorteile erarbeiten, obwohl die Strecke absolut nicht flach ist. Direkt zu Beginn gilt es den Anstieg mit 2,4 Kilometern und 7,3 Prozent Steigung zu bewältigen, im Anschluss geht es fast ausschließlich bergab. Eine kurze Rampe mit bis zu 19 Prozent steht dann jedoch noch zwischen den Fahrern und dem Ziel.

2. Etappe | Dienstag, 7. April | Pamplona-Iruñea - Cuevas de Mendukilo | 164,1 Kilometer

Die zweite Etappe von Pamplona nach Cuevas de Mendukilo misst 164,1 Kilometer und bringt 3300 Höhenmeter mit sich. Ausreißergruppen könnten hier mit viel Vorsprung Erfolg haben, während die Gesamtwertungsfavoriten sich duellieren werden. Nur 20 Kilometer vor dem Ziel liegt die Bergwertung San Miguel de Aralar. Bei dieser muss das Feld 9,5 Kilometer bei durchschnittlich 7,7 Prozent bewältigen. Von dort geht es in eine rasante Abfahrt und den direkten Gegenanstieg bis ins Ziel.

3. Etappe | Mittwoch, 8 April | Basauri - Basauri | 152,8 Kilometer

Die dritte Etappe führt über 152,8 Kilometer und 2900 Höhenmeter auf einem Rundkurs durch Basauri. Das Tempo wird von Beginn an hoch sein. Die kurzen Rampen direkt vor dem Ziel machen es für die Fahrer noch einmal schwer, hier könnten Klassikerspezialisten gute Chancen haben.

4. Etappe | Donnerstag, 9. April | Galdakao - Galdakao | 167,2 Kilometer

Die vierte Etappe von Galdakao nach Galdakao erstreckt sich über 167,2 Kilometer mit 3200 Höhenmetern und bietet Raum für Ausreißergruppen. Die letzten beiden Bergwertungen haben es mit über 8 Prozent noch einmal in sich, bemessen allerdings nur knapp 4 und 3 Kilometer. Ins Ziel geht es abermals über eine Rampe.

5. Etappe | Freitag, 10. April | Eibar - Eibar | 176,2 Kilometer

Die fünfte Etappe gilt als härteste Prüfung der Rundfahrt. 176,2 Kilometer und 3841 Höhenmeter durch das Gelände um Eibar fordern die Favoriten heraus. In den letzten Jahren war diese Etappe stets das letzte Teilstück der Rundfahrt. In diesem Jahr fällt hier eine Vorentscheidung im Gesamtklassement. Die Anstiege Krabelin und Izua liegen beide in der zweiten Rennhälfte, sind im Schnitt über 9 Prozent steil und zusammengerechnet auch über 9 Kilometer lang. Bis ins Ziel ist es jedoch noch ein Stück, ein Solo oder eine elitäre Gruppe der Favoriten sind hier durchaus denkbar.

6. Etappe | Samstag, 11. April | Goizper-Antzuola - Bergara | 135,4 Kilometer

Die Schlussetappe von Goizper-Antzuola nach Bergara umfasst 135,2 Kilometer und 3000 Höhenmeter. Bei knappen Abständen im Gesamtklassement bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten, späte Attacken sind hier möglich. Nach der zweiten Abfahrt vom Asentzio geht es ins Ziel und spätestens hier steht fest, wer sich Sieger der Baskenland-Rundfahrt 2026 nennen darf.

Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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