Ein neues Kapitel der Baskenland-Rundfahrt 2026 steht an: Das Generationenduell zwischen Primož Roglič und den größten Nachwuchstalenten des Radsports steht an. Kann der Slowene sich den dritten Sieg bei der Rundfahrt holen, oder ist er von der jungen Generation bereits überholt worden?
Die Baskenland-Rundfahrt 2026 steht an und während sich die berühmtesten Namen der Radsportbühne Duelle auf dem Kopfsteinpflaster liefern, kommt es im Baskenland zum Kampf der jungen Wilden. Einige der besten Nachwuchsfahrer bestreiten die Rundfahrt im Baskenland, einer Region mit vielen steilen Anstiegen. Aber auch der Altmeister und zweifache Sieger der Itzulia, Primož Roglič, möchte noch einmal für den Gesamtsieg alles in die Waagschale werfen.
Isaac del Toro ist im Trio der jungen Wilden ganz klar der Mann, den es zu schlagen gilt. Er bringt die beste Mischung aus Punch, Kletterstärke und Renninstinkt mit und wirkt aktuell so, als könne er das Rennen aktiv diktieren. Wenn es unruhig wird, wenn Attacken fliegen und das Finale hart wird, ist Del Toro der Typ, der daraus Profit zieht und deshalb der größte Favorit der jungen Garde. Nicht zu unterschätzen ist jedoch der Spanier Juan Ayuso. Er kann ein hohes Tempo über längere Zeit fahren, ist taktisch reifer als viele in seinem Alter und hat die Klasse, Del Toro unter Druck zu setzen – vor allem, wenn es um Konstanz über mehrere Etappen geht. Ayuso ist der erste Verfolger: nicht ganz so explosiv im Chaos, aber extrem stark, wenn das Rennen gleichmäßig gefahren wird. Nach seinem Sturz bei Paris-Nizza war zunächst unklar, wie der weitere Rennkalender für Ayuso aussieht. Es gab allerdings kurz darauf die Entwarnung: keine schwerwiegenden Verletzungen. Ob der Sturz in trotzdem noch beeinträchtig, wird sich zeigen.
Paul Seixas ist der mit Abstand jüngste Name in der Gruppe der jungen Favoriten. Bei ihm geht es weniger um die Last Favorit sein zu müssen, sondern um das Überraschungsmoment: mutige Moves, unbeschwertes Fahren, ein Schlag aus dem Hinterhalt, wenn die Großen sich belauern. Seixas steht für Talent und Zukunft und kann mit einem einzigen Tag das Narrativ drehen, auch wenn er (noch) nicht die gleiche Erwartungshaltung tragen muss wie Del Toro oder Ayuso. Das könnte für Seixas ein klarer Vorteil sein und ihm zu einem überraschenden ersten WorldTour Rundfahrt-Sieg verhelfen.
Und dann ist da Primož Roglič: der Altmeister, der solche Wochenrennen wie ein Schachspiel liest. Während Del Toro, Ayuso und Seixas über Dynamik, Aggressivität und Mut kommen, setzt Roglič auf Erfahrung, Timing und Effizienz. Er lässt andere die Risiken nehmen und schlägt zu, wenn es wirklich zählt. Ob er jedoch mit den drei Talenten mithalten kann ist fraglich, er ist insgesamt ein wenig schwächer einzuschätzen als Del Toro, Ayuso und Seixas.
Mattias Skjelmose von Lidl-Trek zeigt regelmäßig gute Kletterfähigkeiten auf steilen Rampen, muss jedoch für seinen Kapitän Ayuso fahren. Das selbe Schicksal trifft wohl Matthew Riccitello, der in Diensten Seixas stehen wird. Antonio Tiberi hingegen hat bei seinem Team Bahrain Victorious nur Pello Bilbao, der Ambitionen für das Gesamtklassement haben könnte. Der Spanier ist mit seinen 36 Jahren jedoch nicht mehr der jüngste und könnte Tiberi das Go für die Kapitänsrolle geben. Tobias Halland Johannessen und Christian Scaroni komplettieren die erweiterte Favoritengruppe. Vor allem Johannessen hat mit seinem vierten Platz bei Tirreno-Adriatico und seinem zweiten Platz bei Mailand-Turin in dieser Saison seine Form bewiesen.
Werkstudent