Nach dem ersten Ruhetag, der seinem Namen aufgrund des langen Transfers aber kaum verdient, erreicht der Giro d’Italia zur 4. Etappe sein Mutterland. Per Charterflug verlassen die Teams Sofia und machen sich auf nach Kalabrien - in die Stiefelspitze Italiens. In Catanzaro startet das vierte Teilstück der Rundfahrt.
Das Profil der Etappe erinnert dabei stark an den letzten Tag in Bulgarien, ist allerdings deutlich kürzer, was als Entgegenkommen der Rennorganisation für den Reisestress gewertet werden kann. Die Strecke führt an die thyrrenische Küste und ist für 80 Kilometer weitestgehend flach, ehe bei der Rückkehr ins Landesinnere der Cozzo Tunno überquert werden muss. 14,5 Kilometer Anstieg mit knapp sechs Prozent im Schnitt gilt es zu bewältigen.
Vom höchsten Punkt sind es dann noch 40 Kilometer bis ins Tagesziel nach Cosenza. Geht es zunächst - nur unterbrochen von einer kleinen Zwischensteigung lange bergab, sind die letzten Kilometer dann wieder leicht ansteigend, die 450 Meter lange Zielgerade bringt es dann auf 3,7 Prozent im Mittel.
Es ist lange her, dass eine Etappe des Giro in Cosenza endete. In den 60er und 80er Jahren war die Stadt noch Stammgast, letzter Sieger war 1989 der Schweizer Rolf Järmann. Er gewann als Solist. Ein ähnliches Szenario ist auch dieses Mal denkbar. Denn anders als der Tag in Sofia könnte das vierte Teilstück durchaus eines für Ausreißer werden.
Zwar ist auch der Cozzo Tunno wie der Borovets Pass ein Rollerberg, den die bergfesteren Sprinter ganz passabel überstehen können. Doch dieses Mal ist es bis ins Ziel nicht mehr ganz so weit. Auch wenn die letzten gut zehn Kilometer wieder ansteigend sind und damit gerade in einer Gruppe extrem kräftezehrend, so haben die Ausreißer doch insgesamt weniger Kilometer in den Beinen und sind dadurch etwas frischer.
Als der Giro 2020 letztmals durch Cosenza kam, waren noch 35 Kilometer zu absolvieren. Der Großteil davon führte hinauf zum Valico di Monte Scuro. Am Ende siegte Filippo Ganna, der in jenem Jahr vier Etappen der Rundfahrt gewann. Ganna würde vom Fahrertyp auch dieses Mal wieder in Frage kommen, sollte eine Gruppe den Sieg unter sich ausmachen. Allerdings ist auch ein Massensprint keinesfalls ausgeschlossen.