Sebastian Lindner
· 09.05.2026
So, wie die italienische Hauptstadt das Ziel des gesamten Giros ist, endet der Grande Partenza 2026 in der bulgarischen Hauptstadt. Sofia ist das Ziel der 3. Etappe, gestartet wird in Plovdiv. Das Teilstück über 175 Kilometer verbindet damit die beiden bevölkerungsreichsten Orte des Landes.
Zunächst führt die Strecke in westliche Richtung, nimmt im zweiten Teil des Tages aber immer mehr Kurs nach Norden. Dabei wird das Rila-Gebirge - das höchste der gesamten Balkanhalbinsel - tangiert. Der Borovets Pass ist zu überqueren. Der Wintersport-Ort liegt auf mehr als 1300 Metern Höhe. Der gut neun Kilometer lange Anstieg bringt es im Mittel auf 5,4 Prozent.
Nach der Passhöhe warten noch gut 70 Kilometer bis zum Ziel auf das Feld. Die bringen überwiegend ein leichtes Gefälle mit sich. Ist Sofia dann erreicht, geht es fast nur noch geradeaus. Die Zielgerade ist im Grunde acht Kilometer lang, macht im absoluten Finale nur einen ganz leichten Knick nach links, der aber kaum spürbar ist.
Obwohl der höchste Berg des Grande Partenza auf dem Plan steht, wäre alles andere als ein Massensprint in Sofia eine riesige Überraschung. Der Weg vom höchsten Punkt des Tages bis in die bulgarische Millionenmetropole ist noch weit genug, als dass sich die schnellen Männer, sollten sie an dem zwar langen, aber recht gleichmäßigen Anstieg, der in die Kategorie Rollerberg fällt, überhaupt abgehängt werden, den Anschluss an das Feld wiederherstellen können.
Das Tempo im Peloton wird an dieser Stelle ohnehin nicht allzu hoch sein, denn die Klassementfahrer wissen, dass sie auf dieser Etappe nichts bewegen können. Allenfalls die Sprinterteams selbst könnten versuchen, sich hier gegenseitig den Zahn zu ziehen oder den Kapitän der jeweils anderen Mannschaft schon ein bisschen mehr Laktakt in die Beine zu treiben.
Auch für etwaige Ausreißer dürfte es an diesem Tag nicht viel zu holen geben, wenn sich das Feld nicht komplett verspekuliert oder gänzlich unvorhersehbare Dinge passieren. Allein der schier endlose, kilometerlang nur geradeaus führende Boulevard zum Zielstrich in Sichtweite zur beeindruckenden Alexander-Newski-Kathedrale ist für jeden Ausreißer eine Katastrophe.
Für den Fall, dass es regnet, ist auf den letzten Metern besondere Vorsicht geboten. Die letzten 150 Meter führen über glattgeschliffene Pflastersteine, die im Zweifel extrem rutschig sein könnten.