Leon Weidner
· 30.05.2025
Die vorletzte Etappe des Giro d'Italia 2025 verspricht ein spektakuläres Finale im Kampf um den Gesamtsieg. Auf dem 205 Kilometer langen Weg von Verrès nach Sestrière müssen die Fahrer insgesamt 4500 Höhenmeter bewältigen. Der Start erfolgt um 10:45 Uhr, die Zielankunft wird zwischen 16:02 Uhr und 16:36 Uhr erwartet.
Die Etappe beginnt flach im Aostatal und führt zunächst durch die Canavese-Region. Nach rund 70 Kilometern beginnt die Serie anspruchsvoller Anstiege in den Valli di Lanzo. Der erste kategorisierte Berg ist der Colle del Lys, ein 13,8 Kilometer langer Anstieg mit durchschnittlich 6,3 Prozent Steigung. Nach der Abfahrt erreichen die Fahrer das Dora Riparia-Tal und gelangen nach Susa, wo der Anstieg zum Colle delle Finestre beginnt.
Der Colle delle Finestre ist mit 2178 Metern der höchste Punkt des Giro d'Italia 2025, wo der "Cima Coppi" vergeben wird. Der “Cima Coppi” wird jedes Jahr an den Fahrer vergeben, der als erstes den höchsten Punkt des Giro erreicht. Der 18,5 Kilometer lange Anstieg hat es in sich: Mit durchschnittlich 9,2 Prozent Steigung und einer Maximalsteigung von 14 Prozent in Meana di Susa fordert er die Fahrer bis aufs Äußerste. Eine Besonderheit ist der Wechsel des Straßenbelags nach 9 Kilometern. Die letzten 9 Kilometer führen über eine Schotterstraße, was zusätzliche technische Herausforderungen mit sich bringt. Auf den letzten 4 Kilometern warten 29 Kehren auf die Athleten. Die anschließende Abfahrt nach Pian dell'Alpe ist schmal und exponiert, was höchste Konzentration erfordert. Von dort aus geht es auf den finalen Anstieg nach Sestrière. Die letzten Kilometer verlaufen auf einer gut ausgebauten Staatsstraße mit einer gleichmäßigen Steigung von etwa 5 Prozent. Die Zielgrade ist 400 Meter lang und 6,5 Meter breit.
Die 20. Etappe des Giro d'Italia 2025 hat das Potenzial, die Gesamtwertung nochmals durcheinanderzuwirbeln. Der lange und steile Anstieg zum Colle delle Finestre mit dem Schotterabschnitt bietet Angriffsmöglichkeiten für starke Kletterer. Hier könnten sich kleinere Gruppen oder Einzelfahrer absetzen. Die technisch anspruchsvolle Abfahrt erfordert fahrerisches Können und könnte ebenfalls zu Zeitunterschieden führen. Der Schlussanstieg nach Sestrière ist zwar nicht mehr so steil, aber nach den vorherigen Strapazen werden auch hier Zeitabstände entstehen. Die Gesamtführenden müssen wachsam sein und auf Attacken der Konkurrenz reagieren. Für die Etappenjäger bietet sich eine der letzten Chancen auf einen prestigeträchtigen Sieg. Es ist davon auszugehen, dass die Favoritinnen und Favoriten für den Gesamtsieg hier nochmals alles geben werden, um sich eine gute Ausgangsposition für die Schlussetappe zu verschaffen.
Werkstudent