Sebastian Lindner
· 16.05.2026
Der Giro macht einen Sprung nach Norden und kommt mit Startort Cervia in der Region Emilia-Romagna an. Über Ravenna und Bologna geht es von der Adriaküste zurück in den Apennin. Im Bologneser Teil des Gebirges wartet dann das große Finale.
Doch zunächst ist es flach. Die ersten 100 Kilometer sind topfeben. Nach einer kleinen Welle zum Aufwärmen steigt das Terrain danach leicht an, jedoch immer noch nicht auf eine Weise, die im Peloton für Schweißausbrüche sorgt. Das ändert sich dann langsam aber sicher 30 Kilometer vor dem Ziel. Dort beginnt der Anstieg zur ersten Bergwertung des Tages (3. Kategorie). Die ist etwas mehr als elf Prozent lang und recht unrhythmisch. Im Mittel sind es nur etwas mehr als vier Prozent, in der Spitze aber bis zu 15.
Es folgen vier Kilometer Abfahrt, bevor es dann in den Schlussanstieg zum Corno alle Scale geht. Auch dieser Anstieg, der der 1. Kategorie zugeordnet ist, lässt keinen Rhythmus aufkommen. Auf den ersten sechs Kilometern kommt der Anstieg mit kaum vier Prozent daher, da auch Flachstücke oder gar leichte abschüssige Teile dazugehören. Im Mittelteil lauern gut sieben Prozent, die letzten drei werden dann ungemütlich. Das Finale der zweiten echten Bergankunft der Rundfahrt bringt durchschnittlich zehn Prozent mit sich, wobei es in der Spitze wieder bis zu 15 werden.
Erst einmal endete eine Etappe des Giro d’Italia am Corno alle Scale. Der Solosieger hieß damals Gilberto Simoni und übernahm nach der 3. Etappe das Rosa Trikot. Damals eine der frühesten Bergankünfte beim Giro überhaupt, kommt der Gipfel dieses Mal zum Ende der ersten langen Woche.
Mit der Aussicht auf den Ruhetag und dem Umstand, dass vor dem schwierigen Finale fast gar keine Höhenmeter gemacht werden, der Tag mit 184 Kilometern auch nicht überlang ist, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Ausreißer den Sieg für sich verbuchen kann. Für dieses Szenario spräche allenfalls Regenwetter, was bei diesem Giro allerdings auch schon oft genug der Fall war.
Dennoch geht die Tendenz zum Favoritensieg und damit zu Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike), der sich in der ersten Hälfte der Rundfahrt doch nicht so oft zeigen konnte, wie er es sich vielleicht im neuen, aggressiven Stil gewünscht hätte.