Sebastian Lindner
· 19.05.2026
Hotelwechsel nicht notwendig. Der Giro bleibt im Großraum Viareggio, wo am Vortag das Zeitfahren startete. In Porcari, keine 40 Kilometer entfernt, beginnt die zweite Hälfte der Italienrundfahrt mit 195 Kilometern. Zunächst wieder flach entlang an der Küste des Ligurischen Meeres Richtung Westen, auch durch Massa, wo der Kampf gegen die Uhr am Vortag endete.
Ab La Spezia kommen dann auch Höhenmeter und Bergwertungen ins Spiel, obwohl die Strecke nahe am Wasser bleibt. Über den Passo del Termine (3. Kategorie) und den Colle di Guaitarola (2. Kategorie). Es folgt eine längere Abfahrt, ehe die letzten 40 Kilometer nochmal sehr anspruchsvoll werden. An der Bergwertung am Colla dei Scioli (3. Kategorie) haben die letzten zwei Kilometer im Schnitt zehn Prozent. Danach geht es gleich wieder hoch nach Cogorno. Der Anstieg ist zwar steil, aber nicht kategorisiert. Dafür wird oben der Red Bull Kilometer abgenommen.
Von dort sind es noch 14 Kilometer bis ins Ziel. Lediglich eine kleine Welle an den letzten 5000 Metern bringt nochmal ein paar Höhenmeter. Genau dort, der Zielort Chiavari ist erreicht, wird es kurvig und damit etwas technisch. Der letzte Kilometer ist dann aber wieder flach und gerade.
Als zum ersten und bisher einzigen Mal in Chiavari eine Etappe des Giro endete, war die Rundfahrt noch keine 50 Jahre alt. Auch ansonsten sind Radprofis nur selten zu Gast. Zuletzt endeten aber immerhin Juniorenrennen in der Stadt, die aufgrund der Anfahrt ein spannendes Finale bereithalten könnte.
Der Ausgang der Etappe ist äußerst ungewiss. Das Finale wäre im Grunde schwierig genug, um für Klassementfahrer interessant zu sein, die ein paar Sekunden gutmachen wollen. Da die aber am Vortag gerade All-out gegen die Uhr gefahren sind, kann es auch gut sein, dass sie sich zurückhalten. Zumindest jene, die so dastehen, wie sie es sich vorstellen. Diejenigen, die schon mehr Rückstand mit herumschleppen, als ihnen lieb ist, könnten den Tag nutzen, um mit einem riskanten Manöver wieder ein bisschen was gutzumachen.
Vermutlich wird es ein Tag für Etappenjäger wie Giulio Ciccone (Lidl - Trek), der im Laufe des Giros schon mehrere Anläufe genommen hat, aber bisher nie durchgekommen ist. Allerdings dürfte es schwierig werden, das Teilstück aus der Gruppe des Tages zu gewinnen. Eine späte Attacke im profilierten Teil des Tages erhöht die Wahrscheinlichkeit auf den Sieg.