2022 Ungarn, 2025 Albanien, jetzt Bulgarien: Giro-Organisator RCS hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Fühler nach Südosteuropa ausgestreckt und versucht, neue Märkte zu schließen. Nicht immer lief dabei alles geräuschlos ab, doch für die 109. Auflage der Italienrundfahrt steht der Auftakt am Schwarzen Meer.
In der Hafenstadt Nessebar, deren Geschichte bis in die Antike zurückreicht, beginnt der Giro mit einer 147 Kilometer langen Etappe, die überwiegend flach ist. Aus der 17.000-Einwohner-Stadt hinaus führt der Kurs den ganzen Tag direkt an der Schwarzmeerküste entlang und dabei nach 30 Kilometern auch erstmals durch den gut zehn Mal so großen Zielort Burgas. Am südlichsten Ende der Strecke wartet ein 22 Kilometer langer Rundkurs, auf dem auch die eine Bergwertung der 4. Kategorie liegt, die zwei Mal abgenommen wird und das erste Bergtrikot der Rundfahrt vergibt.
Auch ein Zwischensprint und der Red Bull Kilometer, an dem Bonussekunden auf jeder Etappe Bonussekunden vergeben werden, befindet sich dort. Auf der Straße, auf der das Feld auf den Rundkurs gelangte, geht es dann zurück nach Burgas. Dort wird im Zentrum der Stadt auf einer leicht ansteigenden Zielgeraden der erste Tagessieger und Träger des Maglia Rosa gefeiert.
Der Auftakt beim Giro 2026 gehört den Sprintern. Die leicht ansteigende Zielgerade wird einen Massensprint nicht verhindern, kommt den Topleuten Jonathan Milan (Lidl - Trek) und Paul Magnier (Soudal Quick-Step) eher noch entgegen. Im absoluten Finale warten zudem keine gefährlichen Kreisverkehre oder engen Straßen. 300 Meter vor dem Ziel macht die Strecke einen leichten Linksknick, der aber gut ansteuerbar ist.
Zum Salz in der Suppe könnte eventuell der Wind werden. Wechselhafte Verhältnisse sind in der Region direkt am Meer und nicht allzu weit entfernten Gebirgen keine Seltenheit. Dazu ist die Strecke direkt entlang der Küste durchaus offen und windanfällig. Dennoch werden die Sprinterteams alles dafür tun, dass sich kein ungewolltes Windkantenrennen entwickelt.