Sprinter atmen aufUCI-Sportdirektor bestätigt - keine künstlichen Berge bei Rad-WM 2028

Leon Weidner

 · 23.02.2026

Sprinter atmen auf: UCI-Sportdirektor bestätigt - keine künstlichen Berge bei Rad-WM 2028Foto: Getty Images/Tim de Waele
Auch Jonathan Milan (Lidl - Trek) ist einer der Titelkandidaten für 2028
Die Straßenrad-Weltmeisterschaft 2028 in Abu Dhabi wird nach Angaben von UCI-Sportdirektor Peter Van den Abeele ein Rennen für Sprinter. Damit entkräftet der Verband Gerüchte über künstliche Anstiege im Streckenprofil.

UCI-Sportdirektor Peter Van den Abeele hat gegenüber Sporza klargestellt, dass die Straßenrad-Weltmeisterschaft 2028 in Abu Dhabi ohne künstliche Berge im Streckenprofil auskommen werde. "Es wird eine Weltmeisterschaft für Sprinter", sagte Van den Abeele. Die Aussage beendet monatelange Spekulationen über mögliche künstliche Anstiege im Kurs der Titelkämpfe. Die Vergabe der WM an Abu Dhabi hatte zunächst die Erwartung geweckt, dass schnelle Fahrer gute Chancen auf das Regenbogentrikot hätten. Gerüchte über den Bau künstlicher Berge hatten diese Hoffnungen jedoch getrübt. Besonders der belgische Sprinter Tim Merlier von Soudal Quick-Step hatte sich besorgt über die Entwicklung gezeigt. Bei seinen wiederholten Besuchen zur UAE Tour habe er beobachtet, wie ein künstlicher Berg Jahr für Jahr weiter in die Höhe wachse – und mit ihm seine eigenen Titelchancen schwänden. "Jede Generation von Sprintern sollte mindestens eine echte Chance auf einen Weltmeistertitel bekommen", sagte Merlier im vergangenen Jahr gegenüber der Tageszeitung Het Laatste Nieuws.



Künstlicher Anstieg Al Wathba im Bau

Der Anstieg Al Wathba befindet sich seit 2023 im Bau und bringt eine kurze, aber steile Rampe in die flache Umgebung von Abu Dhabi. Aktuell beträgt die Steigung auf 1,4 Kilometer Länge durchschnittlich sechs Prozent, wobei die steilsten Passagen neun Prozent erreichen. In diesem Jahr soll Al Wathba auf zwei Kilometer Länge anwachsen, mit einem anspruchsvollen finalen Anstieg über 500 Meter, mit bis zu elf Prozent Steigung. Bis 2028 könnte daraus ein für Sprinter ernst zu nehmender Anstieg erwachsen - dies hatten einige der schnellsten Männer des Feldes bereits befürchtet.

Klarstellung durch UCI-Sportdirektor

Der UCI-Sportdirektor Peter Van den Abeele sorgt für Klarheit für die WM 2028Foto: Picture Alliance/Belga/Dirk WaemDer UCI-Sportdirektor Peter Van den Abeele sorgt für Klarheit für die WM 2028
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Mit der Aussage von Van den Abeele erhalten die Sprinter nun Gewissheit über ihre Titelchancen im Jahr 2028. Die Entscheidung der UCI bedeutet, dass weder Al Wathba noch andere nennenswerte Hügel oder Berge Teil des WM-Kurses sein werden. Damit bleibt die Charakteristik eines flachen Rennens erhalten, wie sie ursprünglich mit der Vergabe nach Abu Dhabi assoziiert wurde. Für Athleten wie Merlier, der zu den schnellsten Sprintern der aktuellen Generation zählt, eröffnet sich damit eine realistische Perspektive auf den Weltmeistertitel. Die Bauarbeiten an den künstlichen Bergen werden dennoch fortgesetzt und könnten für andere Radrennen in der Region zum Einsatz kommen. Die UAE Tour, die jährlich im Februar stattfindet, könnte von den neuen topografischen Gegebenheiten profitieren und ihr Streckenprofil entsprechend anpassen.

Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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