UCI kritisiert Johan Bruyneel für Anwesenheit bei Tour de France

Kristian Bauer

 · 23.07.2025

UCI kritisiert Johan Bruyneel für Anwesenheit bei Tour de FranceFoto: Getty Images/POOL
Lance Armstrong (L) und Sportdirektor Johan Bruyneel Paris 2002
Der Radsport-Weltverband UCI hat die Anwesenheit des lebenslang gesperrten Johan Bruyneel im Startbereich der Tour de France 2025 scharf kritisiert. Bruyneel, ehemaliger Teammanager von Lance Armstrong, verstieß damit gegen seine Sperre wegen Dopingvergehen. Die UCI fordert nun Aufklärung vom Veranstalter ASO.

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Der Radsport-Weltverband Union Cycliste Internationale (UCI) hat die Anwesenheit des lebenslang gesperrten ehemaligen Teammanagers Johan Bruyneel im Startbereich der Tour de France 2025 scharf kritisiert. Bruyneel war am 17. Juli 2025 im Startdorf der Tour de France gesichtet worden, wo er an der Aufzeichnung der Fernsehsendung "Vive le vélo" des flämischen öffentlich-rechtlichen Senders VRT1 teilnahm. Er traf auch viele Personen aus dem Radsport - u.a. zeigen ihn Fotos mit Fabian Cancellara und Quinn Simmons. Laut UCI verstieß Bruyneel damit gegen seine lebenslange Sperre, die ihm jegliche Teilnahme an Radsportaktivitäten untersagt. Johan Bruyneel wurde am 25. Oktober 2018 vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen Verstößen gegen Anti-Doping-Regeln lebenslang für den Radsport gesperrt. Die Vergehen ereigneten sich während seiner Zeit als Teammanager des US Postal Service Pro Cycling Teams und des Discovery Channel Pro Cycling Teams. Bruyneel war unter anderem für das systematische Doping um Lance Armstrong verantwortlich. Armstrong wurden seine sieben Tour-Siege von der UCI nachträglich aberkannt. Auf Instagram zeigt Bruyneel ein Foto von sich im Village der Tour de France 2025. Dort steht er vor einer großen Tafel mit allen Siegern der Tour de France. Lance Armstrong ist von der ASO weiterhin als siebenfacher Sieger aufgeführt.

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Klare Regeln für gesperrte Personen

Die UCI betont in ihrer Stellungnahme, dass Johan Bruyneel gemäß Artikel 10.14 des Welt-Anti-Doping-Codes und der UCI-Anti-Doping-Regeln lebenslang von jeglicher Aktivität im Zusammenhang mit dem Radsport ausgeschlossen ist. Zwar dürfe er als normaler Zuschauer an Radsportveranstaltungen wie der Tour de France teilnehmen, es sei ihm jedoch strikt untersagt, in irgendeiner Funktion oder Rolle an der Veranstaltung mitzuwirken oder Bereiche zu betreten, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Dies gelte insbesondere für Bereiche der Tour de France, die eine Akkreditierung erfordern.

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Johan Bruyneel durch ASO akkreditiert?

Die UCI stellt klar, dass der Akkreditierungsprozess für die Tour de France nicht in ihrem Verantwortungsbereich liegt, sondern in dem des Veranstalters Amaury Sport Organisation (ASO). Der Weltverband habe die ASO kontaktiert, um zu klären, ob Bruyneel eine offizielle Akkreditierung erhalten habe, wie dies geschehen konnte und um sicherzustellen, dass ihm keine weitere Akkreditierung ausgestellt wird. Der Radsport-Weltverband betont, dass er die Angelegenheit genau verfolge und alle angemessenen Maßnahmen ergreifen werde. Die UCI sieht in Bruyneels Anwesenheit im Startdorf und Teambereich einen klaren Verstoß gegen seine lebenslange Sperre und die geltenden Anti-Doping-Bestimmungen.

Johan Bruyneel antwortet mit Spott

Auf die Kritik der UCI antwortet Bruyneel mit Spott in einem Beitrag auf X antwortete er: “Es scheint, dass der Präsident der UCI, David "The Selfie King" Lappartient nicht gefallen hat, dass ich letzte Woche die Tour de France besucht habe. Ich habe ihm schon oft gesagt, auch persönlich, dass ich seine Haltung als heuchlerisch empfinde. Nachdem ich diese Presseerklärung erhalten habe, habe ich ihn erneut persönlich kontaktiert, aber er hat (noch) nicht geantwortet. Ich möchte hiermit noch einmal betonen, wie angenehm es war, bei der Tour gewesen zu sein, und dass ich die vielen herzlichen Willkommensgesten der vielen Menschen, die ich bei dieser Gelegenheit getroffen habe, sehr zu schätzen weiß. Ich warte auf Ihre Antwort auf meine Nachrichten auf WhatsApp.

Johan Bruyneel schuldet US Postal Geld

Ein Gericht hatte Bruyneel verurteilt an US Postal Service 1,2 Mio. US-Dollar zu zahlen. Bruyneel hat dies nie gemacht, weshalb er nicht mehr in die USA reisen kann. Vertreter von US-Behörden haben ihn laut Medienberichten im vergangenen Jahr sogar in Spanien besucht. An seinem Wohnort in San Sebastián de Los Reyes, Madrid, wollten sie ihm über einen Notar Dokumente übergeben, die ihn zur Zahlung der ausstehenden Summe auffordern. Bruyneel hat die Annahme aber verweigert.

Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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