Sebastian Lindner
· 20.01.2026
Watson, der im vergangenen Jahr bereits den Prolog bei der Tour de Romandie gewonnen hatte und damit seine Qualitäten auf der Kurzstrecke gegen die Uhr bereits unter Beweis gestellt hatte, benötigte für die 3,6 Kilometer durch Adelaide 4:16 Minuten und erreichte damit einen Schnitt von 50,6 km/h. Und dass, obwohl alle Profis auf Straßenrädern unterwegs waren. Lediglich Scheibenräder waren zulässig.
Watson war im Ziel eine Sekunde schneller als Vernon und drei als Pithie. Jay Vine (UAE Team Emirates - XRG), der am ehesten noch als Favorit ins Rennen gegangen war, was zum Jahresauftakt aber immer schwer einzuschätzen ist, wurde mit vier Sekunden Rückstand Vierter. Als bester Deutscher wurde Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek) Achter, fünf Sekunden hinter dem Sieger. Aber auch das deutsche Trio beim Tudor Pro Cycling Team verkaufte sich gut. Florian Stork (+ 9 Sekunden), Marco Brenner (+ 10) und Marius Mayrhofer (+ 11) lieferten allesamt eine gute Vorstellung ab.
“Es das eine große Erleichterung für mich. Ich bin so froh, die Saison mit einem Sieg zu beginnen”, sagte Watson, britischer Straßenmeister, in seinem Siegerinterview. Es war sein sechster Sieg als Profi. Vier der fünf bisherigen stammen aus dem Vorjahr. Watson schlüpft nach seinem Sieg ins ockerfarbene Trikot des Gesamtführenden und will darin morgen Arbeit für seinen Teamkollegen Sam Welsford verrichten. Der INEOS-Neuzugang hat “in den letzten zwei Jahren hier sechs Etappen im Sprint gewonnen. Also alles für ihn”, kündigte er bereits an.
| RG | Fahrer | Zeit |
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Es liegen noch keine Ergebnisse vor
Den Auftakt in das erste WorldTour-Rennen des Jahres machte Michael Gogl (Alpecin-Premier Tech). Der Österreicher drückte auf dem Kurs, der im ersten Teil nur geradeaus führte und erst hintenraus kurvig wurde, aber nicht voll durch, seine Zeit sollte letztlich für einen Platz im Mittelfeld reichen. Anders sah das bei Brenner aus. Der 23-Jährige meinte es ernst und setzte als Dritter Starter eine neue Bestzeit. Die sollte aber auch nicht besonders lange Bestand haben, denn wie sich herausstellte, starteten die Top 3 des Ergebnisses allesamt unter den ersten 17 Fahrern.
Kurz nach Brenner ging bereits Pithie auf die Piste, als Elfter folgte dann schon Watson. Das die Bedingungen aber konstant blieben, bewies dann Vine, der als frischgebackener australischer Meister im Zeitfahren als Letzter von der Rampe rollte. Aus den Top 10 der Endabrechnung startete auch Teutenberg unter den letzten zehn Fahrern.
An den zwei Zwischenzeiten, die unterwegs genommen wurden, sahen die Ergebnisse noch anders aus. Den besten Start hatte in Matthew Brennan (Team Visma | Lease a Bike) einer der Senkrechtstarter der vergangenen Saison hingelegt. Für den ersten Kilometer hatte er 1:05 Minuten benötigt und war damit sekundengleich mit dem Tschechen Petr Kelemen (Tudor Pro Cycling Team) und seinem neuen Teamkollegen Filippo Fiorelli. Auch Brenner lag dort mit einer Sekunde Rückstand als Fünfter noch aussichtsreich im Kampf um den Tagessieg.
Der spätere Sieger Watson lag dort knapp zwei Sekunden zurück und war, nachdem alle 140 Fahrer die Marke passiert hatten, Zwölfter. Doch schon zur zweiten Zeitnahme einen Kilometer später hatte er sich auf die Spitzenposition gearbeitet und führte dort mit zwei Sekunden vor neun Fahrern, die alle nur um Zehntel voneinander getrennt waren.
Teutenberg war zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter den Top 10 zu finden, auch Vine nicht. Doch die Abstände waren allesamt noch so gering, dass sich im letzten und längsten Abschnitt noch einiges änderte. Der Norweger Erik Resell (Uno-X Mobility) fiel so etwa noch vom zweiten Platz auf den elften zurück.