Tour Down Under - 4. EtappeAuch ohne Willunga Hill reichlich Chaos: Vernon gewinnt eigentliche Königsetappe

Sebastian Lindner

 · 24.01.2026

Massensprint statt Kletteretappe: Ethan Vernon hat die verkürzte 4. Etappe der Tour Down Under gewonnen.
Foto: Getty Images / Con Chronis
Ethan Vernon (NSN Cycling Team) hat die aufgrund extremer Waldbrandgefahr verkürzte 4. Etappe der Tour Down Under gewonnen. Die eigentliche Königsetappe, die ohne die Überquerung des Willunga Hills zu einer Angelegenheit für die Sprinter wurde, sorgte aber auch ohne den ikonischen Anstieg für reichlich Chaos. Zehn Fahrer beendeten den Tag nicht, darunter der Zweite im Gesamtklassement, Jhonatan Narvaez (UAE Team Emirates - XRG).

131 Kilometer mit Start in Brighton waren von den ursprünglich 176 geblieben. Die Strecke wurde vor allem um ihre Kernelemente, die dreimalige Passage des Willunga Hills, die beim letzten Mal als Bergankunft hätte dienen sollen, gekürzt. Stattdessen endete der Tag nun im gleichnamigen Ort am Fuße des Anstiegs auf einer leicht ansteigenden Zielankunft. Dort hatte Vernon, der beim Prolog bereits Zweiter wurde, mit Abstand den besten Sprint. Fast zwei Radlängen trennten ihn von Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team), der die 1. Etappe im Sprint gewonnen hatte. Dritte wurde Laurence Pithie (Red Bull - BORA - hansgrohe). Für Vernons NSN-Team, den Nachfolger von Israel - Premier Tech, war es der erste Sieg unter neuem Namen.

“Es ist etwas ganz Besonderes, als erster Fahrer des Teams einen Sieg einzufahren”, sagte der 25-Jährige Brite. “Es war auch wichtig für mich, gut in die Saison zu starten. Allerdings hatte ich die Etappe vor 24 Stunden noch gar nicht auf dem Plan”, sagte er mit Blick auf die Streckenänderung. “Wir schauten uns die letzten beiden Zielankünfte von den Frauen (in diesem Jahr) und aus 2023 an und es gewann immer jemand mit einem starken frühen Antritt, der eine Lücke gerissen hat. Ich denke, ich habe es genauso gemacht.”

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Brenner stürzt ebenfalls, rückt aber auf Rang vier vor

Ursächlich für die hohe Waldbrandgefahr, die das fanseitig erhoffte Spektakel am Willunga Hill zunichtemachte, war neben der Temperatur, die im Laufe der Etappe die 40-Grad-Marke knackte, auch der starke Wind, der das Feld mehrmals von der Seite traf, dabei mindestens einmal Hektik auslöste und damit auch für einen Massensturz sorgte. Das war gut 84 Kilometer vor dem Ziel. Für Vernons Teamkollegen Jake Stewart endete die Rundfahrt dort, auch Danny van Poppel (Red Bull - BORA - hansgrohe) konnte nicht mehr weiterfahren. Auch Marco Brenner (Tudor Pro Cycling Team) war in den Crash verwickelt, konnte das Rennen aber fortsetzen und damit auch in der Gesamtwertung auf Rang vier vorrücken.

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Denn Vorjahressieger Narvaez war bereits nach etwa zehn Minuten im Rennen mit einem Fahrbahnteiler zusammengestoßen, was ihn zur Aufgabe zwang. UAE muss für den letzten Tag zudem auf den unermüdlichen Helfer Vegard Stake Laengen verzichten, der ebenfalls Opfer des Massensturzes wurde. Während durch den Narvaez-Ausfall alle Profis einen Rang nach vorne rutschten, konnte der neue Zweite, Mauro Schmid (Team Jayco AlUla), zudem zwei Sekunden von seinem Rückstand auf Jay Vine (UAE Team Emirates - XRG) abknapsen, nachdem er sich Bonussekunden an einem Zwischensprint sichern konnte. Sein Rückstand beträgt nun 1:03 Minuten. Dritter ist Harry Sweeny (EF Education - EasyPost, + 1:12), Brenner rangiert nochmal zwei Sekunden dahinter.

​Tour Down Under 2026 - Ergebnisse 4. Etappe



So lief die 4. Etappe der Tour Down Under 2026

Das Profil der 4. Etappe der Tour Down Under 2026Foto: South Australian Tourism CommissionDas Profil der 4. Etappe der Tour Down Under 2026

Auch wenn er es auch heute wieder versuchte, musste Martin Urianstad Bugge (Uno-X Mobility) die Ausreißergruppe des Tages dieses Mal ziehen lassen. Sein Bergtrikot hat der Norweger trotzdem sicher, sofern er die Rundfahrt beendet. Es waren stattdessen Remi Cavagna (Groupama – FDJ United), Luke Plapp (Team Jayco AlUla) und Matthew Greenwood (Nationalmannschaft Australien), die den Tag vor dem Feld bestritten. Hatten zunächst INEOS Grenadiers und Decathlon die Nachführarbeit bestimmt und das Trio bei zweieinhalb Minuten Abstand gehalten, mischte sich danach aus Visma | Lease a Bike ein. 24 Kilometer vor dem Ziel waren Plapp und Greenwood als letzte Ausreißer gestellt - Cavagna war bereits zuvor zurückgefallen.

Die Hitze machte dem einen oder anderen Profi doch zu schaffen, was dazu führte, dass nur 46 Profis gemeinsam die Zielgerade erreichten, obwohl das Profil der Etappe zwar einige Wellen zeigte, die im Normalfall aber nicht reichen, das Feld derart zu zerreißen. Der Wind, der auf den letzten Kilometern dann doch noch für die eine oder andere Windkante sorgte, tat sein Übriges.

So fehlten einige Sprinter, allen voran Vortagessieger Sam Welsford (INEOS Grenadiers) und Casper van Uden (Team Picnic PostNL). Dabei gewesen war dieses Mal wieder Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek). Doch als der Deutsche aus aussichtsreicher Position zu seinem Sprint ansetzen wollte, wurde er von Andresens Anfahrer Pierre Gautherat an die Band gedrängt und dort eingeklemmt.

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