Sebastian Lindner
· 23.01.2026
Dabei hatte Welsford auf dem welligen Kurs von Henley Beach nach Nairne über 141 Kilometer mehrmals zu kämpfen. Vor allem auf den unkategorisierten, aber gar nicht mal ganz einfachen Rampen auf den letzten 15 Kilometern bekam er Probleme, was aber auch am hohen Tempo des Feldes lag. Denn das musste sich strecken, wollte es überhaupt noch in die Entscheidung um den Tagessieg eingreifen. Mit Enzo Paleni (Groupama - FDJ United) wurde der letzte Ausreißer erst innerhalb des finalen Kilometers gestellt.
Zusätzlich sorgte dort noch ein Sturz für Hektik. Zwar nicht zu Fall gekommen, wurde unter anderem aber auch Tim Torn Teutenberg (Lidl - Trek) aufgehalten und konnte so nicht in die Entscheidung eingreifen. Weil dadurch auch einige Risse im Feld enstanden waren, musste die Drei-Kilometer-Regel zum Tragen kommen, um unter anderem auch den alten und neuen Führenden in der Gesamtwertung, Jay Vine (UAE Team Emirates - XRG), einen unverschuldeten Zeitverlust zu ersparen.
Welsford war da bereits wieder an der Spitze des Feldes angekommen, nachdem es zwischenzeitlich nicht mehr danach ausgesehen hatte. “Wir hatten hinten wirklich Probleme, wurden an der letzten Welle durchgereicht und ich war an meinem absoluten Limit. Aber Kwiat (Michal Kwiatkowski) war die ganze Zeit bei mir und er sagte: ‘Sei geduldig, wir kommen drüber!’ Es war so hart heute. Mir fehlen die Worte”, sagte ein aufgekratzter Welsford im Ziel, der auch dort noch mal mit einer Schwelle zu kämpfen hatte, die Tränen aber doch noch unterdrücken konnte. “Dass die Jungs nach meinem schweren letzten Jahr so sehr an mich glaubten, nachdem ich den Glauben wahrscheinlich selbst schon verloren hatte, war auch einer der Gründe dafür, dass ich hier an diesem Tag, der mir eigentlich gar nicht wirklich liegt, gewinnen konnte. Ich bin so glücklich.”
Tatsächlich liest sich Welsfords Erfolgsbilanz schon kurios. Sieben seiner letzten acht Siege hat er - verteilt über nun drei Jahre - bei der Tour Down Under eingefahren. Für den Rest der Saison, so war es in seinen beiden Jahren bei Red Bull - BORA - hansgrohe, tauchte er dann ab.
Auch an den kommenden beiden Tagen, das kündigte Welsford bereits an, werde er kaum zu sehen sein. Doch da wusste er noch nicht, dass die eigentlich anstehende Königsetappe, die drei Mal über den Willunga Hill führen sollte, aufgrund extremer Hitze mit über 40 Grad und damit verbundener Brandgefahr verkürzt wird und damit zur Sprinteretappe wird. Denn ausgelassen werden in erster Linie die Passagen über den Anstieg.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | INEOS Grenadiers | 03:26:43 |
| 2 | Decathlon CMA CGM Team | +00:00:00 |
| 3 | Groupama - FDJ United | +00:00:00 |
| 4 | NSN Cycling Team | +00:00:00 |
| 5 | XDS Astana Team | +00:00:00 |
| 6 | Bahrain - Victorious | +00:00:00 |
Unmittelbar nach dem Start der Etappe schickte sich Bergtrikotträger Martin Urianstad Bugge (Uno-X Mobility) an, einen weiteren Tag vor dem Feld zu fahren. Ihn begleiteten Paleni, der ebenfalls schon im Verlauf der Rundfahrt als Ausreißer aktiv war, und Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché). Das Trio bekam schnell zwei Minuten Vorsprung, dann spannten INEOS und Visma | Lease a Bike zusammen, um den Abstand nicht größer werden zu lassen.
Nach dem zweiten Zwischensprint kam dann ein wenig Action in den ansonsten recht gleichförmig verlaufenden Tag. 40 Kilometer vor dem Ziel, das Feld bewegte sich auf Mount Barker zu, wurde. Die Australier Patrick Eddy (Nationalmannschaft), Chris Hamilton (Tem Picnic PostNL) und Robert Stannard (Bahrain - Victorious) attackierten aus dem Feld mit dem Ziel, die sich anbahnende Sprintentscheidung zu verhindern. Das ursprüngliche Ausreißertrio war da aber noch fast eine Minute voraus. Als dann von hinten aber auch noch Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious) angriff, wurde es UAE zu bunt. Gemeinsam mit INEOS unterbanden sie die Attacken und fuhren auch das entstandene Loch wieder zu.
Urianstad Bugge, Paleni und Veistroffer machten derweil unbehelligt weiter und bauten ihren Vorsprung sogar noch mal auf knapp anderthalb Minuten aus. 15 Kilometer vor dem Ziel konnte und wollte der Mann im Bergtrikot nicht mehr folgen. Paleni schaltete dann noch einen Gang höher und schüttelte auch Veistroffer ab. Doch der Franzose gab nicht auf und kämpfte sich rund acht Kilometer vor dem Ziel nochmal zurück zu seinem Landsmann. Doch die Kräfte des Lotto-Profis gingen zur Neige, er ließ wieder reißen und wurde 2500 Meter vor dem Ziel vom Feld gestellt. Paleni glaubte zu diesem Zeitpunkt noch immer an seine Chance. Doch der 23-Jährige sollte sich der geballten Wucht der Sprinterteams nicht widersetzen können und wurde rund 700 Meter vor der Linie ebenfalls gestellt.