Tour Down Under - 2. EtappeUAE Team schockt Konkurrenz früh: Doppelsieg für Vine und Narvaez

Sebastian Lindner

 · 22.01.2026

Tour Down Under - 2. Etappe: UAE Team schockt Konkurrenz früh: Doppelsieg für Vine und NarvaezFoto: Getty Images / Con Chronis
Doppelsieg für UAE Emirates - XRG auf der 2. Etappe der Tour Down Under: Jay Vine gewinnt vor Jonathan Narvaez.
Jay Vine (UAE Team Emirates - XRG) hat die 2. Etappe der Tour Down Under für sich entschieden und damit auch die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Auf dem ersten schweren Teilstück der Rundfahrt setzte er sich bei der zweiten Überfahrt des Anstiegs in der Corkscrew Road ab. Lediglich sein Teamkollege Jhonatan Narvaez konnte ihm folgen. Der Vorjahressieger ist nun sechs Sekunden hinter Vine Zweiter im Kampf um den Gesamtsieg.

War der WorldTour-Auftakt in den kommenden Jahren immer ein Sekundenspiel, das häufig durch Bonifikationen entschieden wurde, scheint es nun nur noch die Frage zu sein, wer bei UAE die Kapitänsrolle innehat und entsprechend gewinnen darf. Vieles spricht dabei aber für den formstarken Vine. Der Australier war am Anstieg der Stärkste und hätte auch Narvaez abgeschüttelt, wäre er nicht auf die Bremse getreten. Der Rest der Konkurrenz dürfte mit dem Kampf um den Gesamtsieg nichts mehr zu tun haben. Mauro Schmid (Team Jayco AlUla) führte eine achtköpfige Verfolgergruppe, in der auch Marco Brenner (Tudor Pro Cycling Team) saß, mit 58 Sekunden Rückstand ins Ziel. Neo-Profi Anton Schiffer (Team Visma | Lease a Bike) hatte mit der nächsten Gruppe 1:08 Minuten Rückstand.

Auch der beste Profi von Lidl - Trek, das seit Saisonbeginn mit deutscher Lizenz unterwegs ist, kam mit Sobrero mit 58 Sekunden Rückstand ins Ziel. Es war Matteo Sobrero, der im Winter von Red Bull - BORA - hansgrohe kam. Für dessen Ex-Team ist die Rundfahrt nach dem Tag bereits schon wieder mehr oder weniger gelaufen. Finn Fisher-Black, vor einem Jahr noch Dritter in der Gesamtwertung, erreichte das Ziel 2:17 Minuten nach dem Sieger als 47.

UAE-Dominanz hält auch 2026 an

Davon ab dürften die 148 Kilometer von Norwood nach Uraidla für alle im Peloton - abgesehen der Männer vom Pogacar-Team - ein ungutes Gefühl ausgelöst haben und etwaige Hoffnungen, die Dominanz der Vorsaison könnte vielleicht abebben, im Keim erstickt haben. Wieder geht es nur um die Position hinter dem Führungstrikot. Mit 1:05 Minuten Rückstand auf Vine hat Schmid dort als Dritter noch die besten Aussichten, “best of the rest” zu werden. Sieben Sekunden hinter ihm liegt Harry Sweeny (EF Education - EasyPost), zwei weitere danach kommt schon Brenner auf Rang fünf.

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“Seit ich das Trikot das letzte Mal getragen habe, geht es mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich liebe es”, sagte Vine, Sieger von 2023, nach dem Rennen. “Es ist toll, es auf einer so schwierigen Etappe gewonnen zu haben.” Doch der 30-Jährige wollte - zumindest vor den Kameras - den Tag nicht vor dem Abend loben, zeigte sich aber zumindest zuversichtlich. “Alles ist möglich, aber mit einem so großen Vorsprung im Vergleich zu meinem letzten Sieg, ist die Situation viel sicherer. Außerdem liegt Jhonny derzeit auf dem zweiten Platz, wir sind hier in einer sehr starken Position.“

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​Tour Down Under 2026 - Ergebnisse 2. Etappe


2026:

Etappe 2: Norwood - Uraidla

22.01.2026 | 148.1 km
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So lief die 2. Etappe der Tour Down Under 2026

Das Profil der 2. Etappe der Tour Down Under 2026Foto: South Australian Tourism CommissionDas Profil der 2. Etappe der Tour Down Under 2026

Gleich ab Kilometer 0 ging es bergauf. Über die Norton Summit und weiter bis zum Mount Lofty waren die ersten 17 Kilometer abgesehen von einer kleinen Abfahrt nach der ersten Bergwertung durchweg ansteigend. Eine siebenköpfige Gruppe um den Träger der Bergtrikots Martin Urianstad Bugge nutzte diese Gelegenheit zur Attacke. Neben dem Norweger hatte es vor allem Pepijn Reinderink (Soudal Quick-Step) auf Bergpunkte abgesehen. Den Vorsprung von Urianstad Bugge konnte er aber nicht komplett wettmachen.

Mit etwas mehr als zweieinhalb Minuten Vorsprung auf das Feld erreichten die Ausreißer den ersten von zwei Anstiegen über die Corkscrew Road, den Korkenzieher. Das war genau zu Rennmitte. Dort brach der Abstand ein, weil UAE hinten seit geraumer Zeit aufs Tempo drückte und nur kurz nachließ, als Narvaez wegen eines Platten hinter dem Feld war. Zwar erholte sich der Abstand nochmal. Dennoch war klar, dass die Ausreißer nichts mit dem Tagessieg zu tun haben würden. Denn je näher die zweite Überfahrt über die Corkscrew Road rückte, desto stärker formierte sich UAE an der Spitze. 22 Kilometer vor dem Ziel wurden die ersten vier Ausreißer gestellt. Urianstad Bugge, Reinderink und Fran Miholjevic (Bahrain - Victorious) war der Ausflug kurz darauf beendet.

Yates bereitet vor, Vine und Narvaez vollenden

Es war Adam Yates, der für UAE die ersten Kilometer des Anstiegs von vorne fuhr und das Feld dabei gehörig in die Länge zog. Im Mittelteil des 3600 Meter langen Anstieges, der punktuell fast bis an 20 Prozent Steigung heranreicht, nutzte dann Vine eine scharfe Kurve und löste. Nur Narvaez konnte an dieser Stelle folgen. An der Bergwertung hatte das Duo 19 Sekunden Vorsprung auf die ersten Verfolger, den es auf den folgenden Kilometern, die ebenfalls noch bergauf führten, auf eine gute halbe Minute ausbauten.

Dahinter hatte sich eine Verfolgergruppe formiert. Neben Yates gehörten dazu auch Brenner, Schmid, Sweeny sowie Filippo Zana (Soudal Quick-Step) und Natnael Tesfatsion (Movistar Team). Sobrero und Andreas Kron (Uno-X Mobility) schlossen später auf. Chancen auf den Tagessieg gab es aber keine mehr, denn Vine und Narvaez bauten ihren Vorsprung kontinuierlich auch, was mitunter auch an einer gewissen Resignation bei den Profis dahinter gelegen haben dürfte. Denn das die UAE-Dominanz bereits zum WorldTour-Auftakt so deutlich werden würde, hatten vermutlich die wenigsten erwartet.

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