Die Chancen für Sprinterinnen bei dieser Tour de Suisse Women waren von vornherein gering. Entsprechend kann Zoe Bäckstedt (Canyon – SRAM) nun behaupten, das Optimum bei dieser Rundfahrt herausgeholt zu haben. Die Britin gewann am Freitagmittag etwas überraschend die 3. Etappe über 120,8 flache Kilometer rund um Ragaz. In der Favoritinnenrolle befanden sich andere Fahrerinnen.
Mit einem frühen Antritt düpierte die 20-jährige Bäckstedt ihre Konkurrentinnen und siegte mit mehreren Radlängen Vorsprung vor der US-Amerikanerin Lilly Williams (Human Powered Health) sowie der Belgierin Shari Bossuyt (AG Insurance – Soudal). Die deutsche Meisterin Franziska Koch (FDJ United - Suez) erreichte Rang zehn.
In der Gesamtwertung verteidigte Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ) vor dem Einzelzeitfahren der 4. Etappe ihr Gelbes Trikot. Dahinter folgt mit 25 Sekunden Rückstand die Gesamtzweite Lauren Dickson (FDJ United – Suez). Die Britin kam kurz vor dem Ziel zu Fall, kam mit deutlichem Rückstand ins Ziel, wurde aber in derselben Zeit wie das Feld gewertet. Rang drei belegt mit 35 Sekunden Rückstand Sarah van Dam (Visma – Lease a Bike).
Mit Beginn der Etappe bildete sich eine hochkarätige Spitzengruppe, der unter anderem die Gesamtachte Kim le Court (AG Insurance – Soudal) und die Siegerin von Lüttich-Bastogne-Lüttich, Juliette Berthet (FDJ United – Suez), angehörten. Ihre sechs Begleiterinnen: Alice Towers (EF Education – Oatly), Loes Adegeest (Lidl – Trek), Ruby Roseman-Gannon (Liv – AlUla – Jayco), Femke Markus (SD Worx – Protime), Katharina Sadnik (Visma – Lease a Bike) und Megan Arens (Picnic – PostNL).
Die Gruppe fuhr sich einen Vorsprung von rund zwei Minuten heraus. Damit lag Le Court zwischenzeitlich virtuell an der Spitze der Gesamtwertung. UAE-ADQ und Longo Borghini waren entsprechend um die Nachführarbeit bemüht. Mit Hilfe von Movistar konnte der Rückstand allerdings sukzessive verkleinert werden.
Auf den letzten 20 Kilometern zerfiel die Spitzengruppe dann. 16 Kilometer vor dem Ziel, vor den letzten beiden Zwischensprints, wurde die Gruppe vollständig eingeholt. Die drei Bonussekunden am ersten Sprint sicherte sich Lauren Dickson (FDJ United – Suez). Laura Asencio (Ma Petite Entreprise) initiierte im Anschluss eine weitere sechsköpfige Spitzengruppe, die jedoch neun Kilometer vor dem Ziel eingeholt wurde.
Vier Kilometer vor dem Ziel kollidierte Dickson mit einer Streckenbegrenzung und stürzte. In der entscheidenden Rennphase hatte die Neuseeländerin keine Chance, wieder aufzuschließen. An der Spitze leitete Kasia Niewiadoma den Zug von Canyon auf den letzten Kilometer, auf dem Bäckstedt schließlich die Teamarbeit vollendete.
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