Andreas Kublik
· 17.01.2026
Mit Leichtigkeit ließ sie im Vorjahr die Konkurrentinnen am Col de la Madeleine stehen. Im Wortsinne. Pauline Ferrand-Prévot enteilte bei der Bergankunft auf der 8. Etappe der Tour de France Femmes im Vorjahr und siegte gleich im ersten Jahr nach dem Comeback im Straßenradsport beim wichtigsten Radrennen der Welt. Die Straßenweltmeisterin von 2014 hatte sich zuvor ein paar jahrelang nur noch als Mountainbikerin versucht, im Geländeradsport aber mit Olympia-Gold in Paris alles erreicht. Im Frühjahr hatte sie bereits einen Solo-Sieg beim Kopfsteinpflaster-Klassiker Paris-Roubaix hingelegt. Die junge Frau, die aus Reims stammt, aber an der Cote d’Azur lebt, hätte sich gleich wieder zur Ruhe setzen können. Denn der Tour-Sieg war das große Ziel innerhalb der dreijährigen Laufzeit des Vertrags mit dem niederländischen Team Visma-Lease a bike. Die Mission war gleich vollendet. Doch die 33-Jährige bleibt ehrgeizig, wie sie bei der Präsentation ihres Teams in Spanien wissen ließ.
Zuvorderst will sie den Tour-Triumph wiederholen. “Ich werde alles tun, um meinen Titel zu verteidigen”, sagte sie beim Pressetermin ihrer Mannschaft am 13. Januar. Anders als im Vorjahr liegt in diesem Jahr ein Einzelzeitfahren auf dem Parcours. “Das wird eine große Herausforderung. Da kann ich mich noch verbessern”, betont die Französin, die im ersten Jahr nach der Rückkehr in den Straßenradsport noch keinen großen Augenmerk auf den Kampf gegen die Uhr gelegt hatte. Entschieden wird die Rundfahrt aber voraussichtlich wieder am Berg. “Ich warte mit Ungeduld auf die Etappe zum Mont Ventoux”, betonte die Titelverteidigerin beim Pressetermin. Der Riese der Provence steht erstmals bei der Tour Femmes auf dem Programm. Im Vorjahr hatte Ferrand-Prévot in den Bergen dank stark reduziertem Körpergewicht die Konkurrenz dominiert.
Während ihr männlicher Teamkollege Jonas Vingegaard den Start bei der Tour in der kommenden Saison mit der ersten Teilnahme am Giro d’Italia im Mai kombinieren soll, will sich Ferrand-Prévot am Double aus Vuelta (Anfang Mai) und Frankreich-Rundfahrt (Anfang August) versuchen. Los geht es für die Tour-Siegerin mit dem ersten Rennen am 7. März bei den Strade Bianche. Dort war sie im Vorjahr Dritte geworden. Im Mittelpunkt ihrer Klassikerkampagne sollen die Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich stehen - zwei Rennen, die sie in ihrer langen Karriere noch nie gewinnen konnte. Zudem will sie den Flèche Wallonne bestreiten.