Strade Bianche 2026Wieder fast 80 Kilometer als Solist: Pogacar macht Hattrick klar

Sebastian Lindner

 · 07.03.2026

Tadej Pogacar hat zum vierten Mal Strade Bianche gewonnen. Damit ist er nun alleiniger Rekordsieger des Rennens durch die Toskana.
Foto: Getty Images / Tim de Waele
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) hat zum dritten Mal in Serie Strade Bianche gewonnen. Der Slowene ist damit der Erste, der das Schotterrennen insgesamt vier Mal für sich entscheiden konnte, nachdem er auch 2022 als erster in Siena über den Zielstrich fuhr.

Während Pogacar sein Solo rund 79 Kilometer vor dem Ziel startete, blieb allenfalls der Kampf um Rang zwei spannend. Dort duellierten sich sein Teamkollege Isaac Del Toro und Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team). Erst im Schlussanstieg hinauf zur Piazza del Campo löste sich der Franzose vom Mexikaner und wurde Zweiter.

Mit 203 Kilometern von und nach Siena war das Rennen etwas kürzer; 14 statt 16 Gravelsektoren und 64 statt 80 Kilometer Schotter sollten Strade im Vergleich zum Vorjahr etwas entschärfen. Vor allem, um die Dominanz Pogacar ein wenig zu verringern. Doch das funktionierte nicht. Wie im Vorjahr fuhr der 27-Jährige erneut knapp 80 Kilometer allein, bevor er sein erstes Saisonrennen erfolgreich abschließen konnte. Es war der 109. Sieg seiner Karriere.

“Ich bin überglücklich, den Sieg errungen zu haben”, sagte Pogacar nach dem Rennen. “Ich habe gesehen, wie Paul Seixas mich auf dem steilsten Teil des Anstiegs hart verfolgt hat, als ich auf dem Monte Sante Marie attackiert habe. Ich habe mir gesagt: ‘Gib alles bis zum Gipfel, dann werde ich sehen, ob er an mein Hinterrad kommt oder explodiert.’ Dann habe ich gesehen, dass der Vorsprung ausreichte. Es hat mir sehr geholfen, alleine zu fahren. Das ist ein großartiger Start in die Saison. Ich werde den Rest des Jahres Rennen für Rennen angehen und dann sehen, ob es so gut läuft wie letztes Jahr.“

Strade Bianche 2026 - Ergebnisse


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So lief Strade Bianche 2026

Das Profil von Strade Bianche 2026Foto: RCSDas Profil von Strade Bianche 2026

Anders als im Rennen der Frauen löste sich früh im Verlauf eine zehnköpfige Spitzengruppe, in der unter anderem Red-Bull-Profi Adrien Boichis und Tibor del Grosso für Alpecin - Premier Tech saßen. Die Ausreißer schafften es bis in Sektor 7, Monte Sante Marie, gut 80 Kilometer vor dem Ziel. Für Pogacar und den Rest des UAE-Teams war damit der Moment zur Offensive erreicht. Das Team setzte sich an die Spitze - nahezu problemlos löste sich der Weltmeister vom Feld.

Zunächst versuchten Seixas und Del Toro sowie Matteo Jorgenson, dem Slowenen zu folgen. Seixas schaffte es zwar noch kurz ans Hinterrad Pogacars, doch der legte einfach noch eine Kohle nach und war bei noch 79 Kilometern allein unterwegs. Dahinter fanden zunächst Seixas und Del Toro wieder zusammen, ehe auch Thomas Pidcock (INEOS Grenadiers), Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike) und Grégoire wieder Anschluss fanden. Bei noch 50 zu fahrenden Kilometern waren 17 Verfolger beisammen.

Nur um Rang zwei bleibt es spannend

Unter ihnen war es dann immer wieder Pidcock, der sich bemühte, die Gruppe wieder zu verkleinern. Das gelang ihm 36 Kilometer vor dem Ziel. Christen, Del Toro, Seixas, Grégoire, Gianni Vermeersch (Red Bull - BORA - hansgrohe) und Jorgenson. Anderthalb Minuten Rückstand hatte dieses Septett auf den Spitzenreiter, eine zweite Verfolgergruppe eine halbe Minute mehr.

18 Kilometer vor dem Ziel war es dann Seixas, der sich wieder in die Offensive begab. Del Toro war der einzige, der folgen konnte. Das Duo löste sich und holte sich gut 20 Sekunden Vorsprung heraus, ehe von hinten Christen versuchte, zehn Kilometer vor dem Ziel noch aufzuschließen. Doch das Unterfangen des Schweizers scheiterte. Er versuchte es fünf Kilometer vor dem Ziel erneut, schaffte es aber wieder nicht.

Derweil war es der 19-Jährige Seixas, der auf den letzten 1000 Metern den 20 Jahre alten Del Toro abhängen. Aus der Gruppe dahinter erwiesen sich im Finale als Gregoire und Vermeersch als die Stärksten, die Vierter und Fünfter wurden.

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