Offiziell äußern will sich der Schweizer Hersteller bislang nicht zum neuen Modell. BMC teilte lediglich mit, dass das Zeitfahrrad am 20. Februar inklusive aller technischen Details präsentiert werden soll. Schon vor der Rennpremiere im Rahmen der Challenge Mallorca tauchten im Internet und in den sozialen Netzwerken Bilder sowie Videos auf, die die Maschine erstmals zeigten. Stefan Küng war bei der zweiten Station der Challenge Mallorca der einzige Profi auf der Neuheit, seine Teamkollegen um Marco Haller fuhren das Speedmachine.
Vor allem die Heckansicht des namenlosen Bikes zieht die Blicke auf sich, da BMC die Sitzstreben extrem weit ausgestellt hat. Das Design erinnert ein wenig an das Bahnrad der britischen Nationalmannschaft, für das Hope, Lotus und Renishaw verantwortlich zeichneten. Anders als beim HB.T ist der Abstand der Sitzstreben etwas geringer, zudem setzen diese in einem weiten Bogen direkt am flächigen Sitzknoten und nicht oberhalb des Oberrohrs an.
Der Grund: BMC muss mit dem neuen TT-Bike die technischen Regularien des Radsport-Weltverbands UCI erfüllen, damit Küng & Co. es im Rennbetrieb einsetzen dürfen. So ist im ”Guide de Clarification du Règlement Technique” unter anderem festgehalten, dass die Innenseiten der Sitzstreben maximal 145 Millimeter voneinander entfernt sein dürfen.
Auch an der Front greift das bislang unveröffentlichte BMC das Konzept auf und lässt zwischen den Gabelscheiden viel Platz. Das Konzept kennt man bereits von der Teammachine R, das das Tudor-Team ebenfalls im Einsatz hat. Der Fahrradbauer aus Grenchen taufte die markante Konstruktion als “Halo” und versprach bei der Vorstellung 2023 eine Reduzierung von Luftverwirbelungen. Einen vergleichbaren Entwurf kennt man auch vom neuen Factor One.
Wie aus einer kurzen Stellungnahme von BMC hervorgeht, war in die Entwicklung der neuen Zeitfahrmaschine das Tudor Pro Cycling Team maßgeblich involviert. Zusammen mit dem sogenannten “Impec Lab”, der Forschungsabteilung der Schweizer, sei ein TT-Bike entstanden, das für hohe Geschwindigkeiten im Profi-Radsport ausgelegt ist. Die Speedmachine dagegen platzieren die Schweizer als Plattform für Triathleten.
Speziell Küng könnte von der Neuentwicklung profitieren. Schließlich gilt der Neuzugang bei Tudor als Spezialist im Kampf gegen die Uhr, seinen bislang einzigen Etappensieg bei der Tour de France holte der Schweizer in seiner Paradedisziplin. In diesem Jahr hat sich der 32-Jährige den 4. Juli dick im Kalender angestrichen. Dann startet die Frankreich-Rundfahrt (bis 26. Juli) in Barcelona mit einem Teamzeitfahren. Für Küng “ein wichtiger Höhepunkt in meinem Rennkalender”, wie er zuletzt in einer Medienrunde sagte.