Die 59. Auflage der Sixdays Bremen endete mit einer Überraschung: Nicht die favorisierten deutschen Teams, sondern das italienische Duo Simone Consonni und Michele Scartezzini vom Team Stark Gebäudereinigung sicherte sich den Gesamtsieg. In einem taktisch klugen Rennen gelang den beiden "roten Teufeln" 27 Runden vor dem Ende der entscheidende Rundengewinn, der ihnen letztlich zum Triumph verhalf. Mit einem starken Schlusssprint setzten sie sich schließlich mit zwei Punkten Vorsprung gegen Moritz Augenstein und Roger Kluge (Team swb) durch, die den zweiten Platz belegten. Das Podium komplettierten Matias Malmberg und Nils Politt vom Team Hermes Systeme auf Rang drei. Für die Italiener war es nach mehreren Anläufen der erste Sieg bei dem traditionsreichen Rennen in der Hansestadt. "Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt. Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Die Stimmung in der Halle war toll, das Bremer Rennen ist wirklich besonders und wir kommen auf jeden Fall wieder, wenn es passt", erklärte das siegreiche Duo nach dem Rennen.
Die Italiener bewiesen während des gesamten Rennens ein ausgezeichnetes taktisches Verständnis. Während die deutschen Teams die Führungsarbeit übernahmen, sparten Consonni und Scartezzini im Windschatten wichtige Kräfte für den entscheidenden Moment. Diese Strategie zahlte sich am Ende aus, als sie zum entscheidenden Rundengewinn ansetzten und im Schlusssprint die nötige Frische besaßen, um den Sieg perfekt zu machen. Roger Kluge, der mit seinem Partner Moritz Augenstein lange Zeit auf Siegkurs lag, musste die Überlegenheit des Duos anerkennen: "Es war unmöglich, die Italiener abzuschütteln. Sie sind über weite Teile des Rennens in unserem Windschatten mitgefahren und haben dabei die entscheidenden Körner gespart." Diese Einschätzung verdeutlicht, wie durchdacht die Italiener ihr Rennen gestalteten und letztlich den verdienten Lohn für ihre clevere Fahrweise erhielten. Der sportliche Leiter Erik Weispfennig zeigte sich begeistert vom Rennverlauf und sprach von einem "Gänsehautfinale, wie es im Buche steht".
Während die deutschen Teams im Hauptwettbewerb knapp am Sieg vorbeischrammten, dominierten sie in den anderen Disziplinen das Geschehen. Im Frauenwettbewerb setzten sich Franziska Brauße und Romy Kasper souverän gegen die internationale Konkurrenz durch. Das deutsche Duo kontrollierte das Rennen über weite Strecken und ließ den Gegnerinnen keine Chance. Auch im Sprintwettbewerb gab es einen deutschen Erfolg zu feiern. Alessa-Catriona Pröpster und Robert Förstemann bewiesen einmal mehr ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten in dieser Disziplin. Über die gesamten vier Tage des Events hinweg setzten sie mit beeindruckenden Höchstgeschwindigkeiten Maßstäbe und begeisterten das Publikum in der ÖVB-Arena.
Noch bevor die 59. Auflage der Sixdays Bremen zu Ende ging, gaben die Veranstalter bereits ihre Zusage für das kommende Jahr bekannt. Die Verantwortlichen der Event & Sport Nord GmbH (ESN) sehen die Veranstaltung sowohl sportlich als auch gesellschaftlich auf einem guten Weg. Für die kommende 60. Jubiläumsausgabe plant das Organisationsteam bereits intensiv und möchte den regionalen Bezug weiter stärken sowie Sport, Unterhaltung und gesellschaftlichen Austausch noch enger verzahnen.