Sebastian Lindner
· 18.10.2024
Einen kleinen Wermutstropfen muss Per Strand Hagenes (Visma | Lease a Bike) im Jahr 2024, seiner ersten Saison als Radprofi, verkraften. Denn ein Sieg gelang ihm nicht. Im Jahr zuvor waren es noch drei, unter anderem auch beim Münsterland Giro in der Pro Series. Doch der 21 Jahre alte Norweger war nach dem starken Vorjahr einfach schon zu sehr im Fokus der Konkurrenz, als dass er noch freie Fahrt bekommen hätte oder unterschätzt worden wäre.
Zudem zieht das schwarz-gelbe Visma-Trikot ohnehin immer den Blick des Pelotons auf sich. Und Hagenes wird es noch bis mindestens 2027 tragen. Anfang September hat er den Vertrag mit seinem Team verlängert - ein klares Zeichen dafür, dass die niederländische Equipe zufrieden mit ihrem Youngster war.
Hagenes lieferte eine stabile Saison als Neo-Profi ab und war in erster Linie mit Helferdiensten betraut. Bekam er freie Hand, lieferte er aber auch Ergebnisse, vor allem auf klassischem Terrain, bei dem auch Kopfsteinpflaster seinen Resultaten nicht abträglich ist. Bestes Beispiel dafür ist das Antwerp Port Epic (1.1), das er als Kapitän seiner Mannschaft auf Rang fünf beendete. Auf World-Tour-Niveau übertrumpfte er ebenfalls als Fünfter sogar seine Chefs Matteo Jorgenson und Tiesj Benoot beim Grand Prix de Quebec in Kanada. Bei der Renewi Tour war er besser als Benoot und Christophe Laporte und beendete die Rundfahrt sogar als Dritter.
Grundlage dafür war ein langer Tag als Ausreißer, der ihn am Schlusstag an der berüchtigten Mauer von Geraardsbergen weit nach vorne spülte und ein solides Zeitfahren. Hagenes hat also auch Allrounder-Qualitäten, die dem früheren Skilangläufer und Junioren-Weltmeister von 2021 auf dem Rad in seiner gerade erst anlaufenden Karriere noch weit bringen können. Den ersten Schritt hat er jedenfalls gemacht.