Es war ein Anblick der Radsport-Modepäpste zürnen ließ: Jonas Vingegaard gewann die 4. Etappe bei Paris-Nizza - mit einem Auftritt, die unter Radsportlern als echte Modesünde gilt: Er trug die Hosenträger über dem Trikot, als er über die Ziellinie fuhr. Bei schlechtem Wetter hatte sich der dänische Sieger der Tour de France 2022 und 2023 besonders warm angezogen. Nachdem er für das Finale die Regenjacke ausgezogen hatte, er aber in in einer vierköpfigen Spitzengruppe mit drei Profis des Teams Red Bull-Bora-hansgrohe keine Zeit zum Anhalten hatte, flatterten die Hosenträger im Fahrtwind. In der Eile und um seine Siegchance zu waren, zog er die schwarzen Träger seiner langen Radhose über das leuchtend gelbe Trikot seines Teams Visma-Lease a bike. Das gilt steht als schwerer Regelverstoß in jedem Styleguide für Radsportler. Im Profiradsport verdeckt es zudem Sponsorenschriftzüge und macht den Rennfahrer weniger windschnittig.
Am Schlussanstieg nach Uchon hängte er seine verbliebenen Gegner ab, mit einer Hose, die sich durch Fahrtwind aufblähte. “Vielleicht könnt ihr mich Trendsetter nennen”, sagte Vingegaard beim Siegerinterview lachend. Ein solcher Auftritt eines Siegers bei in einem Profirennen mit den Hosenträgern über dem Trikot dürfte extremen Seltenheitswert haben. Rolf Aldag, der als Experte beim Sender Eurosport das Rennen kommentierte: “Ich glaube, viele Hobbyradsportler legen mehr Wert aufs Aussehen als einige Profis.” Bei fürchterlichem Wetter mit vielen Stürzen und Aufgaben, lieferte der Tagessieger reichlich Grund zu lachen.

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