TOUR Online
· 11.03.2026
Rund 2500 Höhenmeter standen auf der 4. Etappe bei Paris-Nizza im Programm. Den Fahrern setzten jedoch vor allem Regen und Wind auf diesem Teilstück zu. Die Folge war ein chaotischer Renntag mit einer großen Spitzengruppe, etlichen Stürzen und Veränderungen im Gesamtklassement. Den Tagessieg nach 195 Kilometern zwischen Bourges und Uchon sicherte sich Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike). Platz zwei ging an Daniel Martinez (+0:41 Minuten) vor Mick van Dijke (+0:24 Minuten, beide Red Bull - BORA – hansgrohe).
Die Etappe prägte in der Schlussphase insbesondere die offensive Fahrweise von Red Bull - BORA – hansgrohe sowie das Aus von Juan Ayuso (Lidl-Trek). Der Spanier musste die Rundfahrt im Gelben Trikot nach einem Sturz aufgeben.
Die letzte Prüfung der Etappe war die Schlusssteigung zum Etappenziel in Uchon. Der kurze Anstieg wies zwar nur eine durchschnittliche Steigung von 4,5 Prozent auf, enthielt jedoch Rampen mit Steigungen von bis zu 16 Prozent. Auf dem letzten Kilometern setzte sich Vingegaard von seinen Begleitern Martinez und van Dijke ab. Zuvor hatte Red Bull - BORA – hansgrohe45 Kilometer vor dem Ziel eine siebenköpfige Spitzengruppe initiiert, zu der fünf Fahrer von der Mannschaft gehörten.
Einen starken fünften Platz sicherte sich Georg Steinhauser (+2:45 Minuten, EF Education - EasyPost) bei der Bergankunft. Im Gesamtklassement schob sich Steinhauser auf Platz drei vor (+2:53 Minuten) und übernahm die Führung in der Nachwuchswertung. Neuer Gesamtführender ist nun Vingegaard, es folgt Martinez (+0:30 Minuten). Das Feld der Sieganwärter ist innerhalb eines Tages im Prinzip auf zwei Fahrer zusammengeschrumpft.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Team Visma | Lease a Bike | 04:16:12 |
| 2 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:41 |
| 3 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:45 |
| 4 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:01:42 |
| 5 | EF Education - EasyPost | +000:02:54 |
| 6 | INEOS Grenadiers | +000:03:38 |
Bereits nach wenigen Kilometern riss das Peloton im Regen vorentscheidend auseinander. 38 Fahrer bildeten fortan eine Spitzengruppe, die den weiteren Rennverlauf bestimmte. Darunter befanden sich Favoriten wie Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike), Daniel Martinez (Red Bull - BORA – hansgrohe), Oscar Onley (INEOS Grenadiers), Brandon McNulty (UAE Team Emirates – XRG) sowie der Mann in Gelb, Juan Ayuso (Lidl – Trek). Nicht vorne vertreten: auf Kevin Vauquelin (INEOS Grenadiers), vor der Etappe auf Platz zwei im Klassement.
Die drei Anstiege der Etappe kamen erst in der zweiten Hälfte, das Rennen war hingegen schon früher im Gange. Das Peloton ließ die Spitzengruppe zunächst nicht ziehen, sodass der Abstand nicht über eine Minute stieg. Einige Stürze trugen ebenfalls zur Unübersichtlichkeit bei: Unter anderem mussten Bert Van Lerberghe (Soudal Quick-Step) und Dan Hoole (Decathlon CMA CGM Team) das Rennen vorzeitig aufgeben. Auch Onley kam zwischenzeitlich zu Fall, wurde aber von seinem Teamkollegen Josh Tarling zurück zur Spitzengruppe gebracht.
Selbst nach 100 Kilometern betrug der Abstand zwischen der Spitzengruppe und dem Peloton nur eine Minute. Später versuchte Vauquelin gemeinsam mit einigen anderen, diese Lücke zu schließen, doch bei Wind und Regen gelang es der Gruppe nicht, nach vorne zu kommen.
An der Côte de la Croix des Cerisiers (Kategorie 3) sicherte sich Mick van Dijke (Red Bull – BORA – hansgrohe) 56 Kilometer vor dem Ziel die Bergpunkte. Kurz darauf ereignete sich 47 Kilometer vor dem Ziel ein weiterer Sturz, in den neben Nils Politt und McNulty (beide UAE Team Emirates) auch der Gesamtführende Ayuso verwickelt war. Der Spanier setzte seine Fahrt zunächst fort, musste dann jedoch die Rundfahrt mit schmerzverzerrtem Gesicht aufgeben.
Fast zur gleichen Zeit bildete sich eine neue Spitzengruppe mit fünf Fahrern von Red Bull - BORA – hansgrohe, darunter die Brüder Mick und Tim van Dijke, Callum Thornley, Nico Denz und Martinez. Einzig Mathias Vacek (Lidl-Trek) und Vingegaard schlossen sich der Offensive an. Aufgrund der Mannschaftsstärke von Red Bull baute die Gruppe einen Vorsprung von einer Minute heraus, der kontinuierlich stieg. Zwischenzeitlich fiel Vacek zurück, später aufgrund der Tempoarbeit auch Thornley und Denz.
Das Quartett um Vingegaard und die drei übrigen Bora-Fahrer erreichte 23 Kilometer vor dem Ziel gemeinsam die Côte de la Croix de la Libération (Kategorie 2), bei der sich Mick van Dijke erneut die Punkte sicherte. Zu dieser Zeit befand sich als Solist in der Verfolgung. Dahinter rollte das Peloton wieder zur restlichen Spitzengruppe auf. Der Rückstand betrug jedoch bereits drei Minuten - und wuchs im Schlussanstieg weiter an.