Zeigte zuletzt starke Form: Lennard Kämna bei der Tour de Suisse, die er als Sechster abschloss
Die Tour of Austria findet von 9. bis 13. Juli 2025 im Schatten der Tour de France statt. Beim Auftakt in Steyr werden einige Radprofis am Start stehen, die es aus verschiedenen Gründen nicht beim wichtigsten Radrennen dabei sind und sich nun auf den fünf Etappen auf dem Weg ins Rundfahrtziel in Feldkirch/Vorarlberg austoben dürfen. Darunter der deutsche Tour-Etappensieger Lennard Kämna, der Giro-Etappensieger Georg Steinhauser und der Zweite des diesjährigen Giro d’Italia, Isaac del Toro.
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Lennard Kämna klang nicht tief enttäuscht, als er befragt wurde, ob er wohl am Start der Tour de France stehen würde – wo er im Jahr 2020 einen Etappensieg und seinen internationalen Durchbruch feierte. Und verneinte. Der 28-jährige aus der Nähe von Bremen zeigt sich glücklich, dass er überhaupt wieder im Radsport vorne mitmischen kann. Bei der DM vor gut einer Woche sagte er der dpa, es sei bis vor zwei, drei Monaten überhaupt nicht klar gewesen, „ob ich überhaupt zurückkomme“. Kurz: Er ist glücklich, dass sein Comeback bereits gelungen ist - auch ohne Tour-Start in diesem Jahr. Das war beileibe nicht sicher nach seinem schweren Trainingsunfall auf Teneriffa im April 2024. Mittlerweile ist der damals lebensgefährlich Verletzte weit vorangekommen auf dem Weg zu alter Stärke, mischte zuletzt bei der Tour de Suisse wieder ganz vorne mit und belegte im Abschlussklassement Rang sechs.
Foto: dpa / pa expa / JFKDürfte auf besseres Wetter hoffen: Lennard Kämna beim Prolog-Zeitfahren aufs Kitzbüheler Horn, als er bei der Auflage 2016 in einen Wolkenbruch geriet
Vorjahressieger fehlt bei Österreich-Rundfahrt 2025
Die Lidl-Trek-Profis treffen er auf hochkarätige Gegner: Das derzeit stärkste Rennstall UAE Team Emirates schickt Isaac del Toro an den Start, der als Newcomer im Mai nur ganz knapp den Gesamtsieg beim Giro d’Italia verpasste – erst auf der letzten Bergetappe entwischte ihm der Brite Simon Yates im Kampf ums Rosa Trikot. An der Seite des Mexikaners fährt der Österreicher Felix Großschartner, der mit der Startnummer 1 ins Rennen geht. Die erbt er von Vorjahressieger Diego Ulissi, der 2024 im Trikot von UAE die Gesamtwertung gewann, nach seinem Wechsel zu XDS-Astana aber in diesem Jahr fehlen wird. Sein Start war geplant, laut seines Sportlichen Leiters Helmut Dollinger geriet er nach dem Start beim Giro d’Italia und dem folgenden Sieg beim Giro dell’Appennino außer Form. Insgesamt gehen sieben World-Tour-Teams an den Start. Der deutsche Rennstall Red Bull - BORA - hansgrohe fehlt in Österreich. Die deutschen Farben vertreten neben Kämna vor allem Georg Steinhauser (EF Education), im Vorjahr Etappensieger beim Giro d’Italia, und Felix Engelhardt (Jayco AlUla), der jüngst nur knapp den DM-Titel verpasste.
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Comeback von Hermann Pernsteiner bei Tour of Austria
Foto: Getty Images / Tim de WaeleHermann Pernsteiner, hier im Trikot des österreichischen Teams bei der Tour of the Alps 2024
Dazu kommen viele kleinere Rennställe - darunter fünf aus Österreich und zwei aus Deutschland, die sich vor allem der Talentförderung verschrieben haben. Beim Team Tirol wurden beispielsweise der frischgebackene deutsche Meister Georg Zimmermann und der deutsche Tour-Hoffnungsträger Florian Lipowitz groß. Der Manager des Teams, Thomas Pupp, ist auch der Direktor der Tour of Austria, die nach einer Pause während der Pandemie-Jahre von den Machern der österreichischen Continental-Teams neu gestartet wurde. Der neue Continental-Team RC Arbö Kärnten Sport Feld am See hat eigens für die Rundfahrt, die die wichtigste Bühne für den österreichischen Radsport ist, Hermann Pernsteiner verpflichtet, der nach dem Auslaufen seines Vertrags bei Bahrain - Victorious wieder vor allem Mountainbike-Rennen bestreitet. In Österreich hoffen sie, es möge nach zwölf Jahren wieder ein Landsmann triumphieren. Das schaffte zuletzt im Jahr 2013 Riccardo Zoidl, der in diesem Jahr im Trikot des Teams Hrinkow-Advarics dabei sein wird.
Gedenken an den tödlich verunglückten André Drege
Die Startnummer 171 findet sich in der Startliste nicht. Die Nummer trug im Vorjahr der Norweger André Drege, der damals in der Abfahrt von der Großglockner-Hochalpenstraße bei einem Sturz tödlich verunglückte. Seine ehemaligen Teamkollegen vom norwegischen Team Coop-Repsol erhalten die Nummern 172 bis 178. Der Großglockner ist in diesem Jahr nicht Teil der Rundfahrtstrecke.
Österreich-Rundfahrt 2025 Startliste - alle Teams und Fahrer
Foto: dpa / pa/ REUTERS/Jennifer LorenziniSoll nach Österreich kommen: Senkrechtstarter Isaac del Toro, hier beim Giro d’Italia als Träger des Rosa Trikots
Andreas Kublik ist seit einem Vierteljahrhundert als Profisport-Experte für TOUR an den Rennstrecken der Welt unterwegs – vom Ironman in Hawaii, über unzählige Weltmeisterschaften von Australien bis Katar und festem Dienstreise-Ziel Tour de France. Selbst begeisterter aktiver Radsportler mit Hang zum Leiden – egal, ob bei Mountainbike-Marathons, Ötztaler oder einem schmerzhaften Selbsterfahrungstrip auf dem Pavé von Paris-Roubaix.