Der Omloop Het Nieuwsblad ist jedes Jahr der Startschuss für die Klassikersaison. Das Rennen über 207 Kilometern und etlichen Hellingen und Kopfsteinpflaster gewann schließlich Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) mit großer Überlegenheit.
Für den belgischen Radsport ist es gewissermaßen ein Feiertag: Mit dem Omloop Het Nieuwsblad und dem sogenannten „Opening Weekend“ startet die Klassikersaison. Beinahe verwunderlich ist es daher, dass mit Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) einer der größten Klassikerfahrer noch nie an dem Rennen teilnahm. 2026 gab der Niederländer nun seine Premiere – und gewann das Rennen auf Anhieb.
Insgesamt zwölf Hellingen und acht Kopfsteinpflasterpassagen warteten auf den 207 Kilometern zwischen dem Start in Oosterzele und dem Ziel in Ninove auf die Fahrer. Ein Höhepunkt war die 1100 Meter lange und berüchtigte Mauer von Geraardsbergen (Kapelmuur) 16 Kilometer vor dem Ziel – mit bis zu 20 Prozent Steigung. Dort ließ van der Poel mit einem Antritt seine letzten beiden Begleiter Florian Vermeersch (UAE - Emirates – XRG) und Tim van Dijke (Red Bull - Bora - hansgrohe) hinter sich und fuhr als Solist zum Ziel.
21 Sekunden hinter dem Niederländer sicherte sich van Dijke im Sprint den zweiten Platz vor Vermeersch. Mit rund einer Minute Rückstand auf van der Poel erreichte eine weitere Gruppe mit rund 20 Fahrern das Ziel - Christophe Laporte (Team Visma | Lease a Bike) gewann den Sprint um Platz vier. Nils Politt (UAE - Emirates – XRG) gehörte ebenfalls zu dieser Gruppe und beendete das Rennen auf Platz 14.
Der Belgier Wout Van Aert (Team Visma | Lease a Bike) musste seine Teilnahme einige Tage vor dem Rennen erkrankt absagen.
Direkt nach dem Start setzte sich ein Trio aus Jelte Krijnsen (Jayco - AlUla), Timo De Jong (Picnic PostNL) und Michiel Lambrecht (Flanders - Baloise) ab. Allerdings kamen De Jong und Lambrecht kurz darauf zu Fall, sodass Krijnsen den Ausreißversuch zunächst als Solist fortsetzte. Erst nach rund 40 Kilometern erhielt er Begleitung durch Alexis Renard (Cofidis), Vincent Van Hemelen (Flanders - Baloise), Clement Alleno (Burgos - Burpellent - BH) und Alexis Bruynel (TotalEnergies).
Die Gruppe wurde vom Feld fahren gelassen und erarbeitete sich einen Vorsprung von über vier Minuten. Im Peloton organisierten vor allem Soudal – Quick Step und Alpecin – Premier Tech die Verfolgungsarbeit. Erst ab der zweiten Rennhälfte erreichte das Rennen mit zehn der zwölf Hellingen und Kopfsteinpflasterpassage sein klassisches Profil.
Den Fahrern machte zusätzlich das Wetter aus Regen und Wind zu schaffen, was zu mehreren Stürzen führte – unter anderem kamen Kaden Groves (Alpecin - Premier Tech), Stefan Küng (Tudor) und Matteo Trentin (Tudor) zu Fall.
45 Kilometer vor dem Ziel griff Florian Vermeersch (UAE - Emirates – XRG) am Molenberg an und bekam erst Begleitung durch Mathieu van der Poel (Alpecin) und später durch Tim van Dijke (Red Bull - Bora - hansgrohe). Einige Kilometer später erreichte das Trio die drei verbliebenden Ausreißer Krijnsen, Renard und Van Hemelen.
Die große Verfolgergruppe lag zu diesem Zeitpunkt rund eine Minute zurück. Insbesondere Team Visma | Lease a Bike bemühte sich um die Nachführarbeit für Sprinter Matthew Brennan, der in Abwesenheit von Wout Van Aert die Kapitänsrolle im niederländischen Team übernahm. Ein weiterer Sturz mit Arnaud De Lie (Lotto Intermarché), Dries De Bondt (Team Jayco AlUla) und Marco Haller (Tudor) warf die Gruppe weiter zurück.
An der Mauer von Geraardsbergen schüttelte wie erwartet van der Poel 16 Kilometer vor dem Ziel seine beiden Begleiter Vermeersch und van Dijke ab. Beinahe spielerisch fuhr van der Poel sich einen Vorsprung von 30 Sekunden heraus. Dahinter ging es nur noch um die weiteren Podiumsplätze. Vermeersch und van Dijke arbeiteten jedoch gut zusammen und retteten schließlich einige Sekunden an Vorsprung vor den Verfolgern. Van der Poel war da aber längst im Ziel und ließ sich bejubeln.