Wie der Weltverband mitteilte, wurde bei einer nachträglichen Analyse einer Dopingprobe von Volikákis anlässlich der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro die verbotene Substanz LGD-4033 nachgewiesen. Die positive Probe stammt vom 16. August 2016 und wurde im Rahmen des Nachtest-Programms der Internationalen Test-Agentur (ITA) für die Olympischen Spiele in Rio erneut analysiert. Volikákis wurde daraufhin nachträglich von den Spielen disqualifiziert. Die Sperre gilt rückwirkend ab dem 15. März 2024 und läuft bis einschließlich 14. März 2027.
Die verbotene Substanz ist ein sogennanter selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator (SARM) und unter dem Handelsnamen Ligandrol bekannt. Ursprünglich entwickelt wurde es zur Verringerung des Muskelschwunds bei Krebspatienten, der durch Bestrahlung und Chemo-Therapie verursacht wird. In Bodybuilding-Kreisen ist das Mittel populär, weil es den schnellen Muskelaufbau und die Kraftentwicklung fördert.
Das Nachtest-Programm für Olympia-Proben wird von der ITA im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) durchgeführt. Es ist Bestandteil der Anti-Doping-Bemühungen, die die ITA seit 2018 unabhängig für das IOC leitet. Durch die erneute Analyse von Proben soll eine zusätzliche abschreckende Wirkung erzielt und das Spektrum möglicher Regelverstöße über die ursprüngliche Probenanalyse hinaus erweitert werden.
Die ITA erklärt, das Nachtest-Programm ermögliche weitere Tests auf Basis aktualisierter Informationen, etwa durch Ermittlungen oder wenn sich Nachweismethoden durch wissenschaftliche Fortschritte verbessern. So können auch Jahre nach einer Veranstaltung noch Dopingverstöße aufgedeckt werden, die zum Zeitpunkt der Probenentnahme nicht nachweisbar waren.
Für den inzwischen 37 Jahre alten Christos Volikákis hat der nachgewiesene Dopingverstoß weitreichende Folgen. Neben der dreijährigen Sperre wurde er nachträglich von den Olympischen Spielen 2016 disqualifiziert. Alle seine dort erzielten Ergebnisse wurden annulliert. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hatte Volikákis im Keirin-Wettbewerb Platz zwölf belegt. Anschließend wechselte er von den Kurzzeit- zu den Ausdauerdisziplinen und errang bei Bahn-Europameisterschaften und Weltcups mehrere Siege und Podiumsplatzierungen.