Middelkerke - WevelgemPhilipsen sprintet zum Klassikersieg

Sebastian Lindner

 · 29.03.2026

Middelkerke - Wevelgem: Philipsen sprintet zum KlassikersiegFoto: Getty Images / Tim de Waele
Jasper Philipsen gewinnt Middelkerke-Wevelgem.
Mit seinem zweiten Saisonsieg hat sich Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) die Krone von In Flanders Fields - From Middelkerke to Wevelgem aufgesetzt. Das Rennen, das noch bis letztes Jahr als Gent-Wevelgem bekannt war, endete im Massensprint. Hinter dem Belgier landeten Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM) und Christophe Laporte (Team Visma | Lease a Bike).

241 Kilometer galt es zu absolvieren. Einen Massensprint hatte es zuletzt 2019 gegeben. Solosieger wie zuletzt Mads Pedersen (Lidl - Trek), der krankheitsbedingt auf eine Titelverteidigung verzichten musste, oder kleine Gruppen standen an der Tagesordnung. Und um ein Haar hätte es auch dieses Mal wieder in dieser Form geendet. Denn erst einen Kilometer vor dem Ziel wurden Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike) und Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) noch eingefangen, nachdem sie bei der letzten Überfahrt des Kemmelbergs aus einer Spitzengruppe heraus das Weite gesucht hatten.

Hatte van der Poel am Freitag beim E3-Preis noch das Glück, dass sich seine Verfolger uneins waren, machten die nachführenden Teams dieses Mal nicht den Fehler. Zudem hatte der Niederländer in Philipsen auch noch einen Trumpf in der Hinterhand, der letztlich auch stach. “Ich bin meinem 60. Sieg lange hinterhergejagt. Und das ist der Klassiker, den ich schon lange Jahre gewinnen wollte. Ich hatte aber nie die Beine dazu. Heute kam endlich alles zusammen und ich konnte den Sieg erringen”, freute sich Philipsen, der für den ersten belgischen Sieg seit van Aert 2021 sorgte.

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Philipsen pokert, bei Meeus streikt die Technik

“Mit Mathieu vorne war es für uns als Team die ideale Situation. Aber ein paar Kilometer vor dem Finale gab er uns zu verstehen, dass er nicht die besten Beine habe. Ich wusste aus der Vergangenheit, dass es ein langes Finale ist, in dem ich mit guten Beinen ankommen muss. Deshalb habe ich ein wenig gepokert.” Es hat sich ausgezahlt für den 28-Jährigen.

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Bester Deutscher war John Degenkolb (Team Picnic PostNL), der als 14. den Zielstrich überquerte. Auch Nils Politt (UAE Team Emirates - XRG) war Teil des ersten großen Feldes im Ziel. Akzente setzten konnten die deutschen Profis aber kaum. Auch Red Bull - BORA - hansgrohe gelang das nicht, wobei hier die streikende Technik ein großer Faktor. Im Sprintfinale optimal am Hinterrad von Philipsen platziert, klemmte bei Jordi Meeus die Kette, wodurch er nicht in den Sprint eingreifen konnte.

Middelkerke-Wevelgem 2026 - Ergebnisse


2026:

In Flanders Fields - From Middelkerke to Wevelgem: Middelkerke - Wevelgem

29.03.2026 | 240.8 km
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So lief Middelkerke-Wevelgem 2026

Das Profil von Middelkerke-Wevelgem 2026Foto: Flanders ClassicsDas Profil von Middelkerke-Wevelgem 2026

​Schon kurz nach dem Start setzte sich eine erste vierköpfige Gruppe vom Hauptfeld ab. Wenig später folgte ein weiteres Quartett, das nach rund 20 Kilometern zur Spitze aufschloss. Die nun acht Fahrer umfassende Ausreißergruppe um Julius Johansen (UAE Team Emirates – XRG) und Dries De Bondt (Team Jayco AlUla) baute in der Anfangsphase einen Vorsprung von über fünf Minuten auf.

Im Peloton kam es derweil zu Stürzen. Max Kanter (XDS Astana Team) und Laurenz Rex (Soudal Quick-Step) das Rennen aufgeben. Nach mehr als 120 Kilometern ging es dann in die Hügel. Zwei Minuten Vorsprung waren den Ausreißern geblieben, die nun von einem zweigeteilten Peloton, das im Wind auseinandergebrochen war, verfolgt wurden. Die erste Gruppe umfasste rund 40 bis 50 Fahrer, dahinter folgte eine zweite mit etwa 30 Sekunden Rückstand.

Bei der ersten Überfahrt des Kemmelberges wurde das gerade erst wieder vereinte Feld erneut dezimiert. Als es dann rund 75 Kilometer vor dem Ziel auf die Schottersektoren abbog, zerfiel es in mehrere Gruppen. Die Spitzengruppe hatte nur noch einen Minimalvorsprung, doch hinten wurde das Tempo nochmal reduziert und so blieb ein Abstand.

Van der Poel und van Aert kommen nicht durch

Dann ging es erneut über den Kemmelberg. Dort zeigten sich van Aert und van der Poel. Van Aert erhöhte das Tempo deutlich und brachte damit van der Poel sowie Florian Vermeersch (UAE Team Emirates - XRG) zur Spitzengruppe, die sich neu formierte. Trotz der Nachführarbeit von Red Bull - BORA - hansgrohe und Decathlon CMA CGM im Feld gelang es zunächst nicht, den Anschluss herzustellen.

Vor dem Baneberg musste Johansen abreißen lassen. Am dritten Mal Kemmelberg setzte van der Poel schließlich eine Attacke und konnte fast alle Begleiter distanzieren. Lediglich van Aert konnte folgen. Dahinter nahm Vermeersch die Verfolgung allein auf. Bis Wevelgem waren es noch 35 Kilometer. Die verbliebenen Ausreißer wurden rund 20 Kilometer vor dem Ziel vom Feld gestellt.

Auf den flachen Schlusskilometern kam das Peloton den beiden Führenden immer näher. Zwölf Kilometer vor dem Ziel wurde auch Vermeersch eingeholt, während van Aert und van der Poel noch rund 25 Sekunden Vorsprung verteidigten. Fünf Kilometer vor dem Ziel setzte Alec Segaert (Bahrain Victorious) eine Attacke und schloss zu den Spitzenreitern auf, konnte dann aber nicht mehr zulegen.

Kurz vor dem Ziel wurde das Trio gestellt. Segaert versuchte es noch einmal, blieb aber ohne Erfolg. Den Sprint eröffnete Decathlon für Lund Andresen. Doch am Ende fand Philipsen eine Lücke am linken Fahrbahnrand und zog am Dänen vorbei.

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