Der frisch gekrönte Cyclocross-Weltmeister sprach im Whoop-Podcast offen über seine Messdaten. Das Trackingsystem von Whoop gehört zu seinen Tech-Sponsoren. Van der Poel sprach dabei über zwei Parameter: Herzfrequenzvariabilität und Ruhepuls. Diese Werte liegen deutlich über dem üblichen Niveau im Hochleistungssport.
Die Herzfrequenzvariabilität misst die zeitliche Variation zwischen einzelnen Herzschlägen, meist während der nächtlichen Ruhephase. Sie dient als Indikator für den Zustand des autonomen Nervensystems und das Regenerationsniveau. Van der Poels Wert überschreitet 200 Millisekunden. Der Niederländer erklärte: "Ich habe eine wirklich hohe HRV. Ich denke, das ist teilweise genetisch bedingt, aber die körperliche Verfassung spielt auch eine wichtige Rolle. Es macht mich definitiv stärker und ermöglicht mir eine bessere Regeneration."
Van der Poel verzeichnet einen durchschnittlichen Ruhepuls von 38 Schlägen pro Minute. Sein Whoop-Gerät registrierte jedoch einen Tiefstwert von 34 bpm. "Der Durchschnitt liegt bei 38. Der niedrigste Wert, den ich auf Whoop aufgezeichnet habe, beträgt 34. Das ist wirklich niedrig", sagte der Alpecin-Premier Tech-Fahrer. Er ergänzte: "Aber das haben viele Ausdauersportler: Das Herz ist sehr gut trainiert. Generell haben Radfahrer einen ziemlich niedrigen Puls."
Diese Werte sind typisch für ein extrem angepasstes Herz-Kreislauf-System. Sie resultieren aus jahrelanger aerober Arbeit und akkumuliertem Trainingsvolumen. Im Ausdauersport wird eine hohe HRV oft mit besserer Belastungsverarbeitung und effizienterer Regeneration zwischen intensiven Einheiten in Verbindung gebracht.
Viele Fahrer halten ihre physiologischen Parameter geheim. Van der Poel sieht darin kein Problem: "Ehrlich gesagt stört mich das nicht. Natürlich können andere Leute und Konkurrenten ein bisschen davon lernen, aber meiner Meinung nach wird es keinen Unterschied machen. Manche Athleten sind da sehr zurückhaltend, aber ich hatte damit nie ein großes Problem.”
Van der Poel nannte konkrete Routinen, die ihm helfen, gute Regenerationswerte zu halten. Er verzichtet dabei auf rotes Fleisch, reduziert Alkohol, oder lässt ihn komplett weg und nimmt vor dem Schlaf Magnesium ein, um die Muskelentspannung zu fördern. Auch Lesen nannte er im Podcast seines Sponsors als Ritual, direkt vor dem Schlafen. Diese Anpassungen mögen auf den ersten Blick klein wirken sind aber ein Teil seiner Fähigkeit, zwischen Straßenrennen, Cyclocross-Wettkämpfen und MTB-Events zu wechseln.
Werkstudent
Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.