Marcel Kittel vermutet Doping im aktuellen Radsport

Kristian Bauer

 · 03.12.2025

Marcel Kittel vermutet Doping im aktuellen RadsportFoto: Getty Images
Marcel Kittel
Im Profi-Radsport gibt es weiter Doping. Das hat Marcel Kittel in einem Podcast geäußert. Der ehemalige Sprintstar äußerte sich auch kritisch zur geänderten letzten Etappe der Tour de France.

Klare Worte zur Doping-Problematik

Marcel Kittel hält den modernen Radsport nicht für sauber. Der ehemalige Sprintstar äußerte sich deutlich zur aktuellen Situation im Peloton. „Ich glaube nicht, dass der Radsport jetzt sauber ist. Absolut nicht", erklärte Kittel im Podcast "The Domestique Hotseat". Diese Einschätzung des 14-fachen Tour-Etappensiegers wiegt schwer, da er selbst die Entwicklung des Sports über Jahre hinweg miterlebt hat. Mit drastischen Worten beschreibt er den Schaden, den die Dopingskandale verursacht haben. Dem Radsport sei ein Bein abgetrennt worden und die Folgen seien immer noch spürbar.

Der 36-Jährige beobachtet die Veränderungen im Peloton mit kritischem Blick. Besonders die gestiegenen Leistungswerte und veränderten Trainingsmethoden sieht er skeptisch. “Ich glaube nicht, dass der Radsport jetzt sauber ist. Ganz und gar nicht. Man wäre sehr blind gegenüber den Fakten. Man muss den Sport ehrlich betrachten, auch als Fan, und es wird immer Leute geben, die versuchen, das System zu betrügen. Wir müssen nur sicher sein, dass wir den Fortschritt, den wir gemacht haben, wirklich schützen und sicherstellen, dass es sich um Einzelfälle handelt und nicht um ein weit verbreitetes Dopingsystem, wie wir es in den 1990er Jahren hatten”, erklärt er in dem Podcast. Kittel warnt vor den Auswirkungen auf junge Fahrer, die unter enormem Druck stehen. Die Erwartungen seien in der modernen Ära explodiert, was problematische Entwicklungen fördern könne.

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Marcel Kittel beklagt Verlust der Pariser Tradition

Auch zu anderen Themen äußerte sich Kittel kritisch. Der Verlust der Champs-Élysées-Etappe schmerzt Kittel besonders. „Eine große Tradition ist verschwunden", bedauerte der Deutsche, der auf der berühmten Pariser Avenue vier Siege feierte. Paris rieche anders - nach Essen, Parfüm und Aufregung. Diese einzigartige Atmosphäre fehle nun im Rennkalender. Die Entscheidung der Tour-Organisatoren, das traditionelle Finale zu streichen, markiert für Kittel einen Wendepunkt in der Geschichte des Rennens.

Der ehemalige Profi sieht grundlegende Veränderungen in der Tour de France. Das Rennen ähnele nicht mehr dem, mit dem er aufgewachsen sei. Reine Sprinter hätten weniger Chancen, da die Streckenführung zunehmend bergiger werde. Diese Entwicklung reduziere die Möglichkeiten für Fahrer seines Typs erheblich.

Marcel Kittel kritisiert Herausforderungen im modernen Radsport

Marcel Kittel analysiert in dem Podcast auch die veränderten Bedingungen für Sprinter kritisch. Die Tour biete weniger reine Sprintankünfte, was das Überleben für Geschwindigkeitsspezialisten erschwere. Gleichzeitig hätten sich Ernährung und Trainingskultur seit seiner aktiven Zeit stark gewandelt. Diese Entwicklungen beeinflussten die gesamte Struktur des Pelotons.

Der Deutsche spricht offen über den Druck der Vergleichskultur. Junge Fahrer stünden unter enormen Erwartungen, die in früheren Generationen unbekannt waren. Social Media und permanente Leistungsanalysen verstärkten diesen Trend. Kittel warnt vor den psychischen Belastungen, die daraus entstehen können.

Rückkehr als Sprint-Coach

Marcel Kittel kehrt als Sprint-Coach zu Unibet Rose Rockets in den Radsport zurück. Diese neue Rolle ermöglicht ihm, sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. Der ehemalige Profi bringt Erfahrungen aus 14 Tour-Etappensiegen mit. Seine Expertise in Sprinttaktik und Positionierung soll dem Team helfen.

Die Zusammenarbeit mit dem Team markiert einen neuen Karriereabschnitt für Kittel. Er kann seine Erfahrungen aus der Ära der großen Sprinter-Duelle einbringen. Besonders seine Siege gegen Mark Cavendish prägten seine Laufbahn nachhaltig. Diese direkten Duelle veränderten seinen Karriereverlauf entscheidend.

Kritik an aktuellen Entwicklungen

Kittel äußert sich besorgt über die Richtung des modernen Radsports. Die Kombination aus gestiegenen Leistungsanforderungen und reduzierten Kontrollen bereitet ihm Sorgen. Der Deutsche sieht Parallelen zu problematischen Phasen der Radsportgeschichte. Seine Skepsis basiert auf langjähriger Beobachtung der Szene. Der ehemalige Profi betont die Wichtigkeit ehrlicher Diskussionen über diese Themen. Schweigen helfe nicht bei der Lösung der Probleme. Kittel fordert mehr Transparenz und strengere Kontrollen. Nur so könne das Vertrauen in den Sport zurückgewonnen werden.

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