Mailand-Sanremo 2026 der FrauenKopecky siegt auf der Via Roma

Thomas Huber

 · 21.03.2026

Mailand-Sanremo 2026 der Frauen war einmal mehr mit den besten Fahrerinnen bespickt - unter anderem Kasia Niewiadoma war mit von der Partie
Foto: Getty Images/Tim de Waele
Lotte Kopecky hat Mailand-Sanremo 2026 der Frauen gewonnen. Die Belgierin bewies aus einer fünfköpfigen Spitzengruppe heraus auf der Zielgeraden einmal mehr ihre Klasse: Sie verwies Noemi Rüegg und Eleonora Camilla Gasparrini auf die Plätze zwei und drei.

Erneut entscheidet sich Mailand-Sanremo der Frauen auf der Zielgeraden - im Vergleich zum Vorjahr war die Spitzengruppe aber deutlich reduzierter: Fünf Fahrerinnen setzten sich am Poggio ab und waren für ihre Verfolgerinnen anschließend nicht mehr einholbar: Neben Puck Pieterse (Fenix-Premier Tech) und Dominika Włodarczyk (UAE Team ADQ), die mit ihren Attacken die Spitzengruppe initiiert hatten, waren auch Lotte Kopecky (Team SD Worx - Protime), Noemi Rüegg (EF Eduaction-Oatly) und Eleonora Camilla Gasparrini (UAE Team ADQ) vorne dabei. Włodarczyk fuhr die finalen Kilometer für ihre Teamkollegin Garparrini im Wind, was sich am Ende nicht auszahlen sollte: Kopecky attackierte aus dem Windschatten der Polin heraus, während Gasparrini am Ende der Gruppe einen zu weiten Weg hatte, um Kopecky am Ende gefährlich zu werden. So gewann die Belgierin am Ende klar vor Rüegg und Gaparrini.

Kopecky: von der Edelhelferin zur Siegerin

Lotte Kopecky gewinnt Mailand-Sanremo der Frauen 2026Foto: Getty Images/Luc ClaessenLotte Kopecky gewinnt Mailand-Sanremo der Frauen 2026

Noch im letzten Jahr verhalf Lotte Kopecky ihrer Teamkollegin Lorena Wiebes (Team SD Worx - Protime) zum Sieg. Als Anfahrerin leistete sie die perfekte Vorarbeit für Wiebes’ Sieg im Massensprint. In diesem Jahr spielte der Rennverlauf jedoch Kopecky mehr in die Karten: Den beherzten Antritten von Pieterse und Włodarczyk am Poggio konnte Wiebes nicht mehr folgen, sodass Kopecky wenige Kilometer vor dem Ziel aus der Helferrolle heraustreten konnte und selbst um den Sieg fahren durfte. Der Rollenwechsel gelang ihr mit Bravur: Es ist der erste Erfolg bei Mailand-Sanremo für die Belgerin.

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So lief Mailand-Sanremo 2026 der Frauen

Auf der 156 Kilometer langen Strecke von Genua nach Sanremo dauerte es lange, bis sich eine Spitzengruppe des Tages bilden sollte. Nach 37 Kilometern schafften es dann drei Fahrerinnen, eine Lücke zum Peloton zu reißen: Eleonora La Bella (Aromitalia Vaiano), Constance Valentin (Mayenne Monbana My Pie) und Sofia Arici (Mayenne Monbana My Pie) machten sich aus dem Staub. Wenig später gesellten sich sechs weitere Fahrerinnen zum Führungstrio dazu. Mit dabei waren unter anderem Katia Ragusa (Human Powered Health) und Bodine Vollering (VolkerWessels Cycling Team).

Am Capo Berta circa 40 Kilometer vor dem Ziel begann dann die Spitzengruppe auseinander zu brechen. Noch vor der Cipressa, dem ersten schwierigen Anstieg und gleichzeitig dem Einleuten des Finales, war die Spitzengruppe gestellt.

Niewiadoma und Nooijen greifen an der Cipressa an

Kasia Niewiadoma attackierte an der Cipressa, stürze aber wenig später bei Mailand-Sanremo 2026Foto: Getty Images/Tim de WaeleKasia Niewiadoma attackierte an der Cipressa, stürze aber wenig später bei Mailand-Sanremo 2026

Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM zondacrypto) war die erste, die an der Cipressa ihr Glück versuchte. Die ehemalige Tour-de-France-Siegerin fuhr eine lange Attacke, schaffte es aber nicht, sich klar vom Peloton lösen. Sie bewirkte aber Lücken im Peloton, unter anderem Lotte Kopecky und Lorena Wiebes gerieten vorübergehend ins Hintertreffen.

Der Niewiadoma-Angriff kreierte eine circa zehnköpfige Spitzengruppe, von welcher aber keine Fahrerin die nötige Überzeugung mitbrachte, die Tempoarbeit zu leisten. Der Moment, die Verfolgerinnen zu distazieren, wurde somit verpasst. Kurz vor der Bergkuppe war es dann Lieke Nooijen (Team Visma | Lease a Bike), die sich ein Herz fasste und sich als Solistin aus dem Staub machte.

Schlimmer Sturz bei Abfahrt

19 Kilometer vor dem Ziel bei der Abfahrt der Cipressa ereignete sich dann ein schlimmer Sturz. Das Verfolgerinnenfeld hinter Nooijen führte Niewiadoma an, die bei einer Rechtskurve kurz die Kontrolle über ihre Rennmaschine verlor und stürzte. Auch hinter ihr kamen mehrere Fahrerinnen zu Fall - so auch Kimberly Le Kourt Pienaar (AG Insurance - Soudal Team) und eine Fahrerin der Mannschaft Laboral Kutxa - Fundación Euskadi, die sogar über die Leitplanke viel und auf einen darunter liegenden Weg stürzte. Alle Fahrerinnen blieben aber bei Bewusstsein.

Vorentscheidung am Poggio

Puck Pieterse (vorne) sorgt am Poggio dafür, dasa die Sprinterinnen um Lorena Wiebes nicht mehr eingreifen könnenFoto: Getty Images/Tim de WaelePuck Pieterse (vorne) sorgt am Poggio dafür, dasa die Sprinterinnen um Lorena Wiebes nicht mehr eingreifen können

Bereits am Fuße des Poggio wurde die Ausreißerin Nooijen geschluckt, während eine weitere Fahrerin angriff. Nikola Noskova (Cofidis Women Team) verschaffte sich zwischenzeitlich einen kleinen Vorsprung, konnte sich aber schlussendlich nicht entscheidend absetzen. Das gelang dann einem Quintett: Nach Angriffen von Pieterse und Włodarczyk formierte sich die Spitzengruppe, die das Rennen auf der Zielgeraden unter sich ausmachen sollte. Am Ende gewann Kopecky vor Rüegg und Gasparrini. Vierte wurde Pieterse, Włodarczyk Fünfte.

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