Mailand-San RemoErdrutsch gefährdet Streckenführung

Andreas Kublik

 · 20.02.2026

Mailand-San Remo: Erdrutsch gefährdet StreckenführungFoto: Getty Images / Marco BERTORELLO
Spekatulär: Die Streckenführung von Mailand-San Remo auf der Via Aurelia
Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit: Ende Januar verschüttete ein Erdrutsch die Via Aurelia an der Mittelmeerküste. Hier passiert traditionell das Rennen Mailand-San Remo, das in diesem Jahr am 21. März ausgetragen werden soll.

Gewaltige Massen Fels und Gesteinsmassen rutschten am 25. Januar auf den Asphalt der Via Aurelia zwischen Voltri und Arenzano. Auf der Fahrbahn türmte sich meterhoch der Schutt, der von den steilen Hängen an der ligurischen Küste in Italien gestürzt war. Die mehrere Hundert Kilometer lange Via Aurelia, eine Strada Statale (entspricht in etwa einer Bundestraße in Deutschland), verbindet die italienische Hauptstadt Rom mit Südfrankreich und führt stets entlang der Mittelmeerküste. Bei Arenzano ist die Küstenstraße traditionell Teil der Strecke des Radrennens Mailand-San Remo. Die Unglücksstelle liegt rund 25 Kilometer westlich des Stadtzentrums von Genua, wo die Frauen im Vorjahr bei der Neuauflage ihres Rennens starteten. Die Einmündung von der Abfahrt des Turchino-Passes, von dem die Männer an die Küste fahren, liegt nur wenige Kilometer entfernt.

Wettlauf gegen die Zeit?

Laut italienischen Medienberichten soll die Strecke am 1. März wieder freigegeben werden. Die Internetseite von Genova Today zitierte Verantwortliche, die sich optimistisch zeigten, dass der Zeitplan eingehalten werde. Zunächst hatte die Sperre nur bis 6. Februar gegolten. Es waren aber aufwändige Hangsicherungsmaßnahmen inklusive Sprengungen nötig. Die World-Tour-Rennen bei Männern und Frauen sind auf den 21. März terminiert.

Eine Umfahrung des Abschnitts ist schwierig. Der Autoverkehr wird derzeit mautfrei über die Autobahn A10 umgeleitet. Kurz nach dem Erdrutsch hatte der Bürgermeister von Arenzano, Francesco Silvestrini, gegenüber der italienischen Tageszeitung La Repubblica gesagt: “Es besteht die Gefahr weiterer Einstürze: Die Wand ist sehr steil, die Schutznetze sind 40 Jahre alt und Risse sind sichtbar. Es wird Tage dauern, bis wir verstehen, wann die Aurelia wieder öffnen kann.” Der Veranstalter von Mailand-San Remo, die Firma RCS, hat für 25. Februar eine Pressekonferenz terminiert, bei der es voraussichtlich neue Informationen bezüglich der Rennstrecke für die kommende Auflage des Rennens geben wird.

Andreas Kublik ist seit einem Vierteljahrhundert als Profisport-Experte für TOUR an den Rennstrecken der Welt unterwegs – vom Ironman in Hawaii, über unzählige Weltmeisterschaften von Australien bis Katar und festem Dienstreise-Ziel Tour de France. Selbst begeisterter aktiver Radsportler mit Hang zum Leiden – egal, ob bei Mountainbike-Marathons, Ötztaler oder einem schmerzhaften Selbsterfahrungstrip auf dem Pavé von Paris-Roubaix.

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