Lizenz für Rad-WM kostet über 10 Mio. Euro

Kristian Bauer

 · 29.11.2025

Lizenz für Rad-WM kostet über 10 Mio. EuroFoto: Getty Images/David Ramos
Remco Evenepoel
​Die UCI hat die Preise für die Rad-WM deutlich angehoben. Für die Lizenz verlangt der Weltradsportverband zukünftig 10 Mio. Schweizer Franken. Das belegt der aktuell veröffentlichte Bieterkatalog. Erst 2032 ist wieder ein freier Termin.

​Die nächste Rad-Weltmeisterschaft findet 2026 im kanadischen Montreal statt. Die Stadt musste für die Lizenz 8 Mio. Schweizer Franken überweisen. Zukünftig wird es noch teurer: 10 Mio. Franken, also rund 10,7 Mio. Euro werden dann fällig. Das geht aus dem sogenannten Bid Guide hervor, der von der UCI veröffentlicht wurde. Wer 2032 die Regenbogentrikots in seine Heimat holen will, muss schon bei der Bewerbung Geld an die UCI überweisen: 30.000 Franken sind die Gebühr, die jeder WM-Bewerbung beigefügt werden müssen. Im Januar müssen das Bewerbungsschreiben und die Überweisung bei der UCI eingegangen sein, im Juni wird ein Vertrag unterschrieben und im September stimmt das UCI Management Committee über die Vergabe der Rad-WM ab.



Rad-WM lockt mit TV-Präsenz

Die UCI lockt Bieter mit der großen weltweiten TV-Präsenz und der damit verbundenen Werbewirkung. So würden 250 Mio. Zuschauer weltweit TV-Bilder von der Rad-WM sehen. In 100 Ländern gibt es laut UCI eine Berichterstattung. Auf Grundlage der Rad-Weltmeisterschaft in Flandern 2021 verspricht die UCI auch große wirtschaftliche Einnahmen durch die WM. So seien damals von Besuchern 36 Mio. Euro ausgegeben worden – 18,4 Mio. Euro allein für Übernachtungen. Was die UCI verständlicherweise nicht erwähnt, sind die gestiegenen Kosten für die Organisation. Hohe Umsätze sind für den WM-Veranstalter garantiert – die Vergangenheit zeigt aber, dass aufgrund der hohen Kosten manchmal auch ein Defizit entsteht.

WM 2024 mit großem Defizit

Ein Beispiel für hohe Verluste war die UCI Rad-Weltmeisterschaft in der Schweiz 2024. Die UCI Rad- und Para-Cycling-Straßen-Weltmeisterschaften Zürich 2024 meldeten ein Defizit von 4,5 Mio. Schweizer Franken (ca. 4,7 Mio. Euro). Die Organisation der Weltmeisterschaften vom 21. bis 29. September 2024 brachte zwar Einnahmen von rund 19 Mio. Franken, aber die Ausgaben lagen mit 23,5 Mio. Franken deutlich höher als erwartet. Insbesondere Kosten für die Streckensicherung lagen über den Planungen. Der veranstaltende Verein musste für die Sanierung beim zuständigen Gericht einen Antrag auf provisorische Nachlassstundung stellen. Zur Sanierung und um noch offene Forderungen der Gläubiger begleichen zu können, hatte der Verein bei der öffentlichen Hand finanzielle Unterstützung beantragt.

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