Im Interview: Sean KellyFoto: Witters/Sebastien Boue

Profi - Radsport Aktuelles Im Interview: Sean Kelly

Unbekannt

 4/22/2014, Lesezeit: 3 Minuten

Sean Kelly, geboren am 24. Mai 1956, gilt als einer der besten Radprofis aller Zeiten. In der Mai-Ausgabe von TOUR spricht er über seine Jugend, Karriere und das Geld. Lesen Sie hier vorab einen Auszug aus dem Interview.

Sean Kelly war in seiner aktiven Zeit einer der besten und vielseitigsten Rennfahrer. Er gewann Eintagesrennen, siegte bei der Spanien-Rundfahrt und eroberte das Grüne Trikot des besten Sprinters bei der Tour de France. Heute arbeitet er als TV-Kommentator und erlebt das Gastpiel des Giro d’Italia in seiner irischen Heimat. Mit TOUR sprach Kelly über seine harte Jugend auf dem Land, die Bedeutung eines Traktors für seine Radsport-Karriere und seine Jagd nach Geld

TOUR: Erst wollten Sie gar nicht Profi werden? Jean De Gribaldy soll 1976 große Probleme gehabt haben, Sie aufzustöbern ...
Sean Kelly: Das stimmt. Ich hatte als Amateur eine Reihe von Rennen gewonnen und wusste, dass er ein Auge auf mich geworfen hatte. Aber ich wollte lieber noch Erfahrung sammeln, bevor ich Profi wurde. Eines Tages stand De Gribaldy mit dem Vertrag bei uns auf dem Hof. Ich saß gerade auf dem ­Traktor, als er im Taxi vorfuhr. Er wollte unbedingt ­verhindern, dass ich für ein anderes Team unterschrieb.

Warum wurde De Gribaldy zu Beginn Ihrer Profi-Karriere so wichtig für Sie?
Er sah sofort, ob jemand talentiert war. Im Vergleich zu den Franzosen oder Holländern im Team hatte ich kaum Erfahrung im Profi-Radsport, denn die Rennen in Irland liefen auf sehr niedrigem Niveau. Es waren vielleicht 25 Jungs am Start, in Belgien oder Frankreich mehr als 100. Daher hatte ich große Lücken, was die Taktik anging. Er brachte mir alles bei.

Foto: Witters/Sebastien Boue

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Was haben Ihre Erfolge für die Entwicklung des Radsports in Irland bewirkt?
Unsere Erfolge rückten den Radsport ins öffentliche Interesse. Wir waren Idole, immer mehr Jugendliche kamen zum Radsport. Ende der 80er-Jahre nahmen 130 bis 150 Fahrer an der Irland-Rundfahrt für Junioren teil, darunter mindestens hundert Iren.

1998 startete die Tour de France in Irland. Hatte das dort Auswirkungen auf den Radsport?
Dazu muss ich über die Zeit nach meinem Karriereende reden, als einige sehr talentierte irische Fahrer in Frankreich und Italien fuhren. Aber sie hatten keine Gelegenheit, Profi zu werden, denn in den 90ern strömten die Fahrer aus dem ehemaligen Ostblock auf den Markt, und die Plätze in den Profi-Teams wurden knapp. Dabei ­hätten es einige Iren verdient gehabt, für ein Profi-Team zu fahren. Damals erfuhr die Radsport-Begeisterung in Irland einen Knick. Mit dem Grand Départ 1998 ging es wieder aufwärts. Er war Teil der Entwicklung der Jungs, die wir heute im Profi-Peloton finden.

Das komplette Interview lesen Sie in TOUR 5/2014. Das Heft können Sie hier bequem online bestellen