Geldwäsche-VorwürfeTadej Pogacar wirbt für umstrittene Kryptobörse

Kristian Bauer

 · 02.02.2026

Geldwäsche-Vorwürfe: Tadej Pogacar wirbt für umstrittene KryptobörseFoto: Getty Images
Tadej Pogacar Dezember 2025
​Tadej Pogacar ist neuer Werbepartner der umstrittenen Kryptobörse KuCoin. Mit seinem guten Namen soll er für die Plattform neue Kunden gewinnen. KuCoin musste sich bereits in den USA und Kanada vor Gericht verantworten und geriet mehrmals in die Schlagzeilen.

Tadej Pogacar hat unbestritten einen hohen Bekanntheitsgrad und damit Werbewert. ​„Wir freuen uns, eine strategische Partnerschaft mit dem Weltklasse-Radrennfahrer Tadej Pogacar bekannt zu geben. Die Partnerschaft steht unter dem Motto „Trust, Proven by Performance“ (Vertrauen, bewiesen durch Leistung) und spiegelt die gemeinsame Überzeugung wider, dass Vertrauen nicht erklärt, sondern durch langfristige Leistung, Professionalität und Disziplin verdient wird“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Um Vertrauen zu werben hat KuCoin nötig – seit der Gründung der Plattform 2017 gab es zahlreiche Skandale. 2020 wurden aufgrund eines Hackerangriffs Kryptoguthaben im Wert von über 280 Mio. US-Dollar von der Plattform gestohlen. Ein Teil davon konnte laut Aussagen der Plattform später wieder gesichert werden. In den Niederlanden und in Großbritannien ist die Plattform auf offiziellen Listen genannt, die vor nicht-lizenzierten Plattformen warnen. In Kanada gab es Strafen gegen KuCoin weil gegen Gesetze verstoßen wurde, die Geldwäsche und Terrorfinanzierung verhindern sollen. Laut einer Studie der Analysefirma Inca Digital operiert die Plattform in Russland und erlaubt durch Sanktionen gesperrten Banken Zugriff auf den Kryptohandel. In einer offiziellen Erklärung hat KuCoin diese Behauptungen zurückgewiesen.

297 Mio. US-Dollar Strafe

2024 erfolgte eine Anklage in den USA wegen Verstoß gegen das Geldwäsche-Gesetz. Im Januar 2025 bekannte sich das KuCoin-Mutterunternehmen Peken Global Limited schuldig und zahlte 297 Mio. US-Dollar, weil es die US-Gesetze zur Geldwäschebekämpfung missachtet hatte. „Jahrelang vermied KuCoin die Einführung von vorgeschriebenen Anti-Geldwäsche-Richtlinien, die darauf abzielen, Kriminelle zu identifizieren und illegale Transaktionen zu verhindern. Infolgedessen wurde KuCoin genutzt, um verdächtige Transaktionen im Wert von Milliarden Dollar zu ermöglichen und potenziell kriminelle Erlöse zu übertragen, darunter Erlöse aus Darknet-Märkten sowie Malware, Ransomware und Betrugsschemas“, hieß es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft New York. Das Unternehmen wurde verpflichtet den US-Markt für zwei Jahre zu verlassen.


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Gegenwind für Tadej Pogacar

Gegründet wurde das Unternehmen zunächst in China, verlagerte seinen Standort dann nach Singapur und schließlich auf die Seychellen. Tadej Pogacar bekommt für seinen Vertrag mit KuCoin in den Sozialen Medien vereinzelt Kritik zu hören. Wie bei solchen Verträgen üblich, wurde nicht kommuniziert, welche Summe gezahlt wurde.

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