Die Frühjahrsklassiker 2026Alles Wichtige zu den spannenden Eintagesrennen

Andreas Kublik

 · 16.03.2026

Die Frühjahrsklassiker 2026: Alles Wichtige zu den spannenden EintagesrennenFoto: Getty Images/Tim de Waele
Ein Tag am Meer: Die Strecke von Mailand-San Remo führt entlang der Mittelmeerküste – seit 2025 gibt es wieder ein Rennen für Frauen
​Es sind die ersten Radsport-Highlights des Jahres: Die Frühjahrsklassiker, bei denen es auf einen Tag verdichtet die Essenz des Radsports zu erleben gibt – Spannung, Taktik und spektakuläre Rennverläufe

Mailand-San Remo - 21. März

Überraschung! Mathieu van der Poel siegte im Vorjahr, Top-Favorit Tadej Pogačar (hinten, verdeckt vom Zweitplatzierten Filippo Ganna) konnte ihn an den Anstiegen nicht abhängenFoto: Kristof RamonÜberraschung! Mathieu van der Poel siegte im Vorjahr, Top-Favorit Tadej Pogačar (hinten, verdeckt vom Zweitplatzierten Filippo Ganna) konnte ihn an den Anstiegen nicht abhängen

Der wahre Auftakt der Klassikersaison, das erste der fünf sogenannten Monumente. In Italien nennen sie das Rennen La Classicissima, also den „Superklassiker“, oder „La Primavera“, die Fahrt in den Frühling aus der oft noch nebligen Po-Ebene ans Mittelmeer. Bei den Männern das längste Rennen der Saison über fast 300 Kilometer. Bei den Frauen gab es erst im vergangenen Jahr nach langer Pause wieder ein Rennen.

FRAUEN

21. MÄRZ

2. Auflage

Premiere 2025

  • Start NN*
  • Ziel San Remo, Via Roma
  • Streckenlänge ca. 150 km*

MÄNNER

21. MÄRZ

117. Auflage

Premiere 1907

  • Start NN*
  • Ziel San Remo, Via Roma
  • Streckenlänge 298 km

DER HOTSPOT FÜR FANS

Der TOUR-Tipp: Die Auffahrt zum Poggio darf als Fixpunkt gelten. Die Piazza della Libertà in Poggio di Sanremo, von der sich die Rennfahrer nach dem letzten Anstieg in die Schussfahrt Richtung Ziel stürzen, ist ein Treffpunkt für Fans.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Partyzone: Am Anstieg zum Oude Kwaremont erwartet die Radprofis zwischen Festzelten eine Atmosphäre wie in einem FußballstadionFoto: Gruber ImagesPartyzone: Am Anstieg zum Oude Kwaremont erwartet die Radprofis zwischen Festzelten eine Atmosphäre wie in einem Fußballstadion

Flandern-Rundfahrt - 5. April

Flanderns Schönste nennen die Belgier das wichtigste Radrennen in ihrer Heimat – die traditionsreiche Veranstaltung ist so etwas wie der Stolz der Flamen und ein Frühlingsfest am Straßenrand. Die gepflasterten Steilstücke, die Hellingen, sind die Schlüsselstellen des Rennens. Die Radprofis schwitzen, die Fans trinken.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

FRAUEN

5. APRIL

23. Auflage

Premiere 2004

  • Start Oudenaarde, Markt; 13.15 Uhr
  • Ziel Oudenaarde, Minderbroederstraat; ca. 17.30 Uhr
  • Streckenlänge 164,1 km

MÄNNER

5. APRIL

110. Auflage

Premiere 1913

  • Start Antwerpen, Ernest van Dijckkaai, 10 Uhr
  • Ziel Oudenaarde, Minderbroederstraat, ca. 16.20 Uhr
  • Streckenlänge 271 km

DER HOTSPOT FÜR FANS

Am Oude Kwaremont drängen sich die Massen; Tadej Pogačar hat dort das Rennen zuletzt zu seinen Gunsten entschieden, der steile und rutschige Koppenberg hat schon viele Profis zum Fußmarsch gezwungen, aber der Paterberg, das letzte Steilstück vor dem Ziel, bietet den besten Blick darauf, wer das Rennen voraussichtlich gewinnt.

Paris Roubaix - 5. April

Paris Roubaix 2025 | Gruber ImagesParis Roubaix 2025 | Gruber Images

​Man nennt das Rennen die Fahrt durch die „Hölle des Nordens“ – die Strecke ist weitgehend flach, aber wegen der langen Pavé-Stücke dennoch äußerst schmerzhaft. Erstmals starten Männer und Frauen bei Paris-Roubaix am gleichen Tag und erreichen mit rund eineinhalb Stunden Abstand das Ziel im Velodrom von Roubaix.

Die Strecke der Männer im Detail

Die Strecke der Frauen im Detail

FRAUEN

5. APRIL

6. Auflage

Premiere 2021

  • Start Denain, Hotel de Ville; 14.35 Uhr
  • Ziel Roubaix, Vélodrome, ca. 18.00 Uhr
  • Streckenlänge 144 km, davon 33,7 km Kopfsteinpflaster

MÄNNER

5. APRIL

123. Auflage

Premiere 1896

  • Start Compiègne, Place General de Gaulle, 10.50 Uhr
  • Ziel Roubaix, Vélodrome; ca. 16.30 Uhr
  • Streckenlänge 258,3 km, davon 54,8 km Kopfsteinpflaster

DER HOTSPOT FÜR FANS

Im Wald von Arenberg beginnt das Rennen der Männer meist richtig, aber die Entscheidung fällt oft auf dem 5-Sterne-Sektor Carrefour de l’Arbre, wo ein dichtes und lärmendes Fan-Spalier auf die Raprofis wartet – und Männer wie Frauen passieren

Amstel Gold Race - 19. April

Die Frauen am MaasbergFoto: Getty Images/Jules van IperenDie Frauen am Maasberg

Das wichtigste Radrennen der Niederlande feiert in diesem Jahr 60. Geburtstag. Damit gilt es als Jüngling und zählt daher nicht zu den fünf Monumenten. Sportlich jedoch auf Augenhöhe mit den anderen Frühjahrsklassikern.

FRAUEN

19. APRIL

13. Auflage

Premiere 2001

  • Start Markt, Maastricht; 10.10 Uhr
  • Ziel Berg-en-Terblijt, Rijksweg; ca. 14 Uhr
  • Streckenlänge 158,2 km

MÄNNER

19. APRIL

61. Auflage

Premiere 1966

  • Start Maastricht, Markt, 11.10 Uhr
  • Ziel Berg-en-Terblijt, Rijksweg, ca. 17 Uhr
  • Streckenlänge 257,4 km

DER HOTSPOT FÜR FANS

Der Cauberg ist so etwas wie die Startrampe zum Sieg – das Ziel in Berg-en-Terblijt liegt vom höchsten Punkt nur noch rund 2,5 Kilometer entfernt. Das Peloton passiert den Anstieg in Valkenburg bis zu fünfmal (bei den Frauen), dazu gibt es reichlich Einkehrmöglichkeiten an der Ruine der namensgebenden Valkenburg.

​Lüttich-Bastogne-Lüttich - 26. April

Fluchtpunkt: Die Attacke von Tadej Pogačar an der Côte de la Redoute im VorjahrFoto: Gruber ImagesFluchtpunkt: Die Attacke von Tadej Pogačar an der Côte de la Redoute im Vorjahr

Der topographisch schwerste Frühjahrsklassiker. Bei den Männerns sind mehr als 4.000 Höhenmeter zu klettern. „LBL“ heißt auch „La Doyenne“, die Dienstälteste. Die erste Austragung fand 1892 statt, vier Jahre vor der Premiere von Paris-Roubaix

FRAUEN

26. APRIL

10. Auflage

Premiere 2017

  • Start Bastogne
  • Ziel Lüttich
  • Streckenlänge 156 km mit 10 Anstiegen („Côtes“)

MÄNNER

26. APRIL

112. Auflage

Premiere 1892

  • Start Lüttich
  • Ziel Lüttich
  • Streckenlänge 259,5 km mit 11 Anstiegen

DER HOTSPOT FÜR FANS

Die Mischung aus Erreichbarkeit (direkt an der Autobahnausfahrt), Weitblick und Schwierigkeit macht die Côte de la Redoute zum Treffpunkt der internationalen Radsport-Fans. Sie beginnt am nördlichen Ortsrand von Sougné. Alternative ist das Steilstück La Roche-aux-Faucons, der letzte lange und steile Anstieg des Rennens, nördlich von Méry (Esneux) gelegen.

Andreas Kublik ist seit einem Vierteljahrhundert als Profisport-Experte für TOUR an den Rennstrecken der Welt unterwegs – vom Ironman in Hawaii, über unzählige Weltmeisterschaften von Australien bis Katar und festem Dienstreise-Ziel Tour de France. Selbst begeisterter aktiver Radsportler mit Hang zum Leiden – egal, ob bei Mountainbike-Marathons, Ötztaler oder einem schmerzhaften Selbsterfahrungstrip auf dem Pavé von Paris-Roubaix.

Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport