Es war ein packendes Finale im Schneetreiben auf der Piste Stelvio in Bormio: Nach 2:59,77 Minuten siegte die Schweizerin Marianne Fatton und sicherte sich die erste Goldmedaille im Skibergsteigen der Frauen bei Olympischen Spielen. Im Ziel lag sie 2,38 Sekunden vor der Französin Emily Harrop. Die Deutsche Tatjana Paller startete beim letzten Wechsel in die abschließende Abfahrt ins Ziel eine Aufholjagd vom Ende des sechsköpfigen Feldes. Im Ziel lag die 30-Jährige aus Lenggries nur rund drei Sekunden hinter der Spanierin Ana Alonso, die sich Bronze sicherte. „Es war einzigartig – ich habe es total genossen, auch wenn ich sehr nervös war. Platz vier ist ein richtig gutes Ergebnis, wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, hätte ich es sofort genommen. Aber wenn man die Siegerehrung sieht, denkt man natürlich: Dritter wäre noch cooler“, sagte Paller nach dem Rennen laut der Internetseite des zuständigen Verbands DAV.
Am Samstag (21.2.) geht Paller gemeinsam mit Finn Hösch in den zweiten Wettbewerb im Skibergsteigen, die Mixed-Staffel. Hösch war im Sprint-Wettbewerb der Männer als Vierter seines Qualifikationslaufs früh ausgeschieden.
Die 30-jährige Lenggrieserin Tatjana Paller kam ursprünglich vom Radsport als Quereinsteigerin zum Skibergsteigen (Skimo). Im Radsport fuhr sie ab der Jugendklasse bei internationalen Wettkämpfen im Bahnradsport für Deutschland. So wurde sie 2017 U-23 Europameisterin im Punktefahren. Von 2017 bis 2020 trat sie für den RSV Unna in die Pedale. Auf der Straße fuhr sie bei internationalen Rundfahrten wie der Lotto Belgium Tour, Giro delle Marche in Rosa oder Gracia Orlova, konnte aber keine internationalen Erfolge einfahren.
Im Skimo (Abkürzung für Ski Mountaineering) ist sie erfolgreicher als auf der Straße. Ihren ersten Weltcup im Skibergsteigen bestritt Paller im Dezember 2020 – seither ging es rasant aufwärts. Mittlerweile gehört die Sportsoldatin zu den stärksten Skimo-Athletinnen Deutschlands. Der Wechsel vom Radsport in den Wintersport hatte mehrere Gründe: „Im Radsport lief es nicht mehr so, wie ich mir das gewünscht habe. Konditionell habe ich aber gemerkt, dass es mir super geht. Ich habe aber ein paar ganz schwere Stürze mitbekommen, auch mit einer Querschnittslähmung. Und dann ist irgendwie die Angst immer mitgefahren. Ich wollte nicht mehr so viel für den Sport riskieren“, erklärt sie im Interview mit dem Deutschen Alpenverein (DAV). Der DAV ist der zuständige Fachverband für Skimo. Seit ihrem Wechsel 2020 konnte sie acht deutsche Meistertitel sichern. International erreichte sie den 4. Platz im Gesamtweltcup Sprint 2024/25 und Bronze im Sprint bei den ISMF World Championships 2025 in Morgins.

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