Kristian Bauer
· 25.01.2026
Die UCI Straßenradweltmeisterschaft in Ruanda 2025 hat das Scheinwerferlicht auf den afrikanischen Radsport gerichtet. Ob die Entwicklung nachhaltig ist, muss sich erst zeigen - es gibt aber erste Erfolgsmeldungen. Das World Cycling Centre (WCC) Continental Team hat einen bedeutenden Meilenstein im Frauenradsport gesetzt. Zum ersten Mal in der Geschichte des professionellen Radsports wurde ein Team bestätigt, in dem die Hälfte des zehnköpfigen Kaders aus afrikanischen Fahrerinnen besteht. Die fünf Athletinnen stammen aus Algerien, Benin, Äthiopien, Mauritius und Ruanda. Besonders hervorzuheben ist Georgette aus Benin, die als erste Profi-Radsportlerin ihres Landes überhaupt Geschichte schreibt. Diese Entwicklung ist das Ergebnis jahrelanger Förderung des afrikanischen Radsports durch die Union Cycliste Internationale (UCI) und das World Cycling Centre.
Ein weiterer bemerkenswerter Trend zeichnet sich bei den Profiverträgen für die Saison 2026 ab: Afrikanische Frauen-Nationalmeisterinnen sind erfolgreicher darin, Profiverträge zu ergattern als ihre männlichen Pendants. Sieben von 17 weiblichen Elite-Nationalmeisterinnen haben bereits Verträge bei World Tour-, Pro Continental- oder Continental-Teams für die kommende Saison sichern können. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung des Frauenradsports in Afrika und die zunehmende Anerkennung afrikanischer Talente auf internationaler Ebene.
Die erfolgreichen afrikanischen Meisterinnen werden 2026 in verschiedenen internationalen Teams antreten. Zu den prominentesten Fahrerinnen gehören Kim Le Court aus Mauritius vom Insurance - Soudal Team und Monaliza Araya aus Eritrea, die beim CANYON//SRAM zondacrypto Generation Team unter Vertrag steht. Die südafrikanische Meisterin S'annara Grove hat einen Vertrag beim Smurfit Westrock Cycling Team unterschrieben. In der zweiten Reihe haben Jazilla Mwamikazi aus Ruanda, Nesrine Houili aus Algerien, Mary Aleper aus Uganda und Haftu Eyerusalem Reda aus Äthiopien einen Profivertrag unterschrieben. Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Schritt für den afrikanischen Radsport, insbesondere für Frauen. Die Tatsache, dass immer mehr afrikanische Fahrerinnen in einem professionellen Team vertreten sind, zeigt das wachsende Potenzial des Kontinents im internationalen Radsport. Besonders bemerkenswert ist der Fall von Georgette aus Benin, die als Pionierin den Weg für zukünftige Generationen von Radsportlerinnen in ihrem Land ebnet. Die Arbeit von Nationaltrainern wie Adrien Niyonshuti, der selbst olympische Erfahrung hat (OLY), trägt Früchte und fördert neue Talente. Diese positive Entwicklung könnte in den kommenden Jahren zu einer weiteren Stärkung des afrikanischen Frauenradsports führen und mehr Möglichkeiten für Athletinnen vom Kontinent schaffen.
Seit Jahren bemüht sich das Africa Rising Cycling Center (ARCC) um eine Förderung des Radsports in Afrika. Einen Blick hinter die Kulissen der Rennradszene auf dem afrikanischen Kontinent bietet ein neuer Podcast. Der Africa Rising Cycling Podcast ist auf Spotify, Apple, Amazon Music und Pocket casts verfügbar.