Die vermutlich schwersten Stunden seiner beruflichen Laufbahn erlebte Christian Frommert am 30. Juni 2006 in Straßburg. An der Seite von Jan Ullrich, der in diesem Moment wie weggetreten wirkte, musste der damalige Leiter der Sponsoring-Kommunikation der Deutschen Telekom die Suspendierung des deutschen Radsport-Stars bekannt geben. Vor der versammelten Radsport-Weltpresse und unzähligen Boulevard-Medien musste Frommert mitteilen, dass Jan Ullrich in den Dopingskandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes verwickelt war, was im Zuge der Ermittlungen bei der “Operacion Puerto” bekannt geworden war.
Der Sport- und Wirtschaftsjournalist Frommert war zuvor 15 Jahre lang beim Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH beschäftigt. Von 2005 bis Ende 2008 leitete er die Sponsoring-Kommunikation der Deutsche Telekom AG und zeichnete in dieser Funktion auch für das Radsport-Team verantwortlich. Nach dem Ende des Radsport-Engagements der Telekom stand Christian Frommert kaum noch in der Öffentlichkeit. Das änderte sich mit Erscheinen eines autobiographischen Buches, in dem der im hessischen Bürstadt aufgewachsene Frommert seine Magersucht öffentlich machte.
Als selbständiger Kommunikationsberater arbeitete er unter anderem für die deutsche Fußballnationalmannschaft und Oliver Bierhoff; im Dezember 2013 übernahm er die Stelle des Kommunikations- und Mediendirektors beim Fußball-Bundesligisten TSG Hoffenheim. Im August 2024 wurde öffentlich, dass Frommert an Krebs erkrankt war. An den Folgen der Krankheit starb der gebürtige Wormser am 4. Februar 2025, wenige Tage nach seinem 58. Geburtstag.

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