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· 27.03.2026
Lange Solofahrten legte Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) bereits in der Vergangenheit beim E3 Saxo Classic hin. Im Vorjahr waren es 39 Kilometer Alleinfahrt bis zum Sieg in Harelbeke, ein Jahr zuvor waren es 43,7 Kilometer. Dieses Mal griff der Niederländer bereits 69 Kilometer vor dem Ziel am Taaienberg an. Zunächst hatte er noch Begleiter, 42 Kilometer vor dem Ziel hatte er jedoch jeden Fahrer abgeschüttelt - und feierte nach 208 Kilometern seinen dritten Sieg in Serie beim E3 Saxo Classic.
Am Ende zahlte van der Poel für diesen Kraftakt jedoch beinahe Tribut: Lediglich vier Sekunden an Vorsprung rettete er ins Ziel. Im Prinzip musste er sich bei den vier Verfolgern bedanken, die 800 Meter vor dem Ziel fast am Niederländer dran waren, dann aber anfingen zu pokern und ihm so den glücklichen Sieg überließen. Per Strand Hagen (Team Visma | Lease a Bike) sprintete schließlich auf Platz zwei. Florian Vermeersch (UAE Team Emirates – XRG) kam vor Stan Dewulf (Decathlon – CMA CGM) und Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) auf Rang drei.
”Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Aber dieses Rennen hat mich eine Menge an Energie gekostet” - ein erschöpfter van der Poel im Siegerinterview.
24 Sekunden hinter dem Sieger erreichte die große Hauptgruppe das Ziel. Den Sprint um Platz sechs gewann Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team) vor Christophe Laporte (Team Visma | Lease a Bike) und Gianni Vermeersch (Red Bull - BORA - hansgrohe). Mads Pedersen (Lidl - Trek) erreichte Rang neun.
Die Strecke hatte sich im Vergleich zum Vorjahr an einigen Stellen geändert. So wurde der Oude Kwaremont nun zweimal und von verschiedenen Seiten befahren. Insgesamt warteten 16 kurze, giftige Steigungen (sogenannte „Hellingen”) auf die Fahrer, eine weniger als im Jahr zuvor. Der Großteil des Spektakels stand allerdings erst in der zweiten Rennhälfte an.
| RG | Fahrer | Zeit |
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Die Anfangsphase eines Klassikers ist zumeist hektisch. So auch bei der diesjährigen Austragung des E3 Saxo Classic. Etliche Fahrer versuchten zu Beginn, in die Fluchtgruppe des Tages zu gelangen, doch das Feld unterband viele dieser Versuche frühzeitig. Nach 35 Kilometern setzten sich schließlich Bastien Tronchon (Groupama – FDJ), Nickolas Zukowsky (Pinarello – Q36.5) und Michiel Lambrecht (Flandern – Baloise) ab. Später gesellten sich Stan Dewulf (Decathlon – CMA CGM), Luke Durbridge (Jayco – AlUla) und Sven Erik Byström (Uno-X Mobility) zu dem Trio. Der Vorsprung wuchs jedoch nie wirklich über die Zwei-Minuten-Marke hinaus.
Das Rennen wurde von Beginn an in einem bemerkenswert hohen Tempo absolviert: Die ersten beiden Rennstunden legte das Feld mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 45,1 km/h zurück. Und das Rennen blieb hektisch, mit immer neuen Gruppen, die sich in der Verfolgung der Fluchtgruppe bildeten.
95 Kilometer vor dem Ziel griffen an der Karnemelkbeekstraat Timo Kielich (Team Visma | Lease a Bike), Dan Hoole (Decathlon CMA CGM Team), Connor Swift (INEOS Grenadiers), Edward Planckaert (Alpecin – Premier Tech), Edward Theuns (Lidl – Trek), Anthony Turgis (TotalEnergies) und Pepijn Reinderink (Soudal – Quick Step) an.
Am Taaienberg trat nach einem Antritt von Tim van Dijke (Red Bull – Bora – hansgrohe) schließlich Mathieu van der Poel in Aktion. 69 Kilometer waren es von dort bis zum Ziel – und fortan war es die große Show des Niederländers. Wenige Kilometer später erreichten Van der Poel und Van Dijke die siebenköpfige Verfolgergruppe um Theuns und Hoole. Kurz danach machte sich Van der Poel als Solist auf die Jagd nach der Fluchtgruppe.
Sein Vorsprung zum Feld betrug schnell eine Minute. Im Peloton probierte es anschließend Mads Pedersen mit einer erfolglosen Attacke. Weitere Angriffe kamen in der Folge durch Jan Tratnik (BORA-hansgrohe) und erneut Pedersen. Doch zu diesem Zeitpunkt schien das Rennen bereits entschieden. Der erfolgreichste Vorstoß gelang 59 Kilometer vor dem Ziel Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) und Florian Vermeersch (UAE Team Emirates – XRG), die zügig zur Verfolgergruppe von Van der Poel aufschlossen.
45 Kilometer vor dem Ziel fuhr Van der Poel am Fuß des Paterbergs zur Fluchtgruppe auf, schüttelte die Fahrer alsbald ab und fuhr als Solist dem Sieg entgegen. Einzig Stan Dewulf blieb in Sichtweite des Niederländers. Die übrigen Ausreißer wurden nach und nach von der Verfolgergruppe eingeholt. Letztlich schlossen sich 28 Kilometer vor dem Ziel Abrahamsen, Vermeersch und Per Strand Hagens (Team Visma | Lease a Bike) Dewulf an.
20 Kilometer vor dem Ziel lag das Quartett 46 Sekunden hinter van der Poel, das Feld lag weitere 20 Sekunden zurück. Und der Vorsprung von van der Poel schrumpfte mit jedem Kilometer um einige Sekunden. Entsprechend kam im Finale noch einmal gehörig Spannung auf - insbesondere, da die vier Verfolger konsequent zusammenarbeiteten. Fünf Kilometer vor dem Ziel betrug der Rückstand lediglich noch zehn Sekunden.
An der Flamme Rouge lag die Gruppe lediglich wenige Radlängen hinter van der Poel, ehe plötzlich das gegenseitige Anschauen begann. Van der Poel zog hingegen durch und rettete den Sieg in Ziel.