Dwars door Vlaanderen FrauenReusser pokert lange gegen Vollering - und gewinnt doch

Sebastian Lindner

 · 01.04.2026

Dwars door Vlaanderen Frauen: Reusser pokert lange gegen Vollering - und gewinnt dochFoto: Getty Images / Dario Belingheri
Mrlen Reusser gewinnt einen kanppen Sprint um den Sieg bei Dwars door Vlaanderen vor Demi Vollering und Demi Vollering.
Marlen Reusser (Movistar Team) hat Dwars door Vlaanderen 2026 gewonnen. Die Schweizerin bei ihrem Comebackrennen nach zwei Monaten Verletzungspause nicht nur gute Beine, sondern auch Nerven bewiesen und in einem packenden Finale Demi Vollering (FDJ United - Suez) und Like Nooijen (Team Visma | Lease a Bike) auf die Plätze zwei und drei verwiesen.

Ausgerissen, fast schon eingeholt, dann doch noch bis auf die Zielgerade gekommen, überholt - und stark gekontert, das ist die Zusammenfassung der letzten Kilometer von Reusser und Vollering, die lange gemeinsame Sache machten und das Rennen für die letzten gut 20 Kilometer anführten. War die Flucht zehn Kilometer vor dem Ziel am Nokereberg fast beendet, retteten das Duo einen Minivorsprung über den Anstieg, den es bis auf den letzten Kilometer wieder auf 25 Sekunden ausbauen konnte.

Dann begannen die Pokerspiele. Und als es um die letzte Kurve gut 300 Meter vor dem Ziel ging, flog plötzlich Nooijen an dem Duo vorbei. Die Niederländerin hatte sich kurz zuvor aus der Verfolgergruppe abgesetzt und sah 200 Meter vor dem Ende schon fast wie die Siegerin aus, hatte sie doch bereits ein Loch auf Reusser und Vollering herausgefahren. Sowohl die Schweizerin als auch die Niederländerin hatten aber noch genügend Kräfte für einen kraftvollen Sprint gespart, mit dem sie Nooijen noch einmal kontern konnten. Reusser hatte dann nach 129 Kilometern rund um Waregem um Reifenbreite die Nase vorn hatte.

Für die 34-Jährige war es der 35. Sieg ihrer Karriere, darunter der zweite belgische Klassiker nach Gent-Wevelgem 2023. In 2026 war es ihr erster Erfolg. “Das ist einfach großartig. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen überrascht”, sagte sie dann im Siegerinterview. “Ich hätte nicht erwartet, dass ich auf diese Weise gewinnen würde. Zu Beginn des Rennens hatte ich wirklich Schwierigkeiten. Ich hatte Probleme mit der Positionierung. Aber ich habe das Vertrauen nicht verloren.”

Vollering gab sich derweil als faire Zweite. “Es war sehr eng. Und dann fragt man sich immer, wo man etwas hätte anders machen können. Ich habe gemischte Gefühle. Ich hätte natürlich gerne gewonnen, bin aber auch mit meiner Form zufrieden. Dennoch: Marlen war heute die Stärkste.”

Dwars door Vlaanderen Frauen 2026 - Ergebnisse


2026:

Dwars door Vlaanderen / A travers la Flandre WE: Waregem - Waregem

01.04.2026 | 128.8 km
RGFahrerZeit

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So lief Dwars door Vlaanderen 2026

Das Profil von Dwars door Vlaanderen der Frauen 2026Foto: Flanders ClassicDas Profil von Dwars door Vlaanderen der Frauen 2026
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Eine Spitzengruppe um sieben Frauen, unter denen der prominenteste Name Mia Griffin (Team Picnic PostNL) war, hatte sich bereits nach zehn Kilometern auf den Weg gemacht. Sie brachten es bis zum Eikenberg, gut 40 Kilometer vor dem Ziel.

Dort bildete sich nach einem Vorstoß von Vollering dann ein neues Quartett mit Puck Pieterse (Fenix-Premier Tech), Fleur Moors (Lidl - Trek) und Letizia Borghesi (AG Insurance - Soudal), das aber auf den kommenden Kilometern wieder gestellt wurde. Auf dem Doppelflaster-Abschnitt Huisepontweg und Wannegemdorp rund 25 Kilometer vor dem Ziel ging dann Reusser in den Angriffsmodus. Nur Vollering konnte an ihr Hinterrad springen und folgen. Das Gespann hielt ein paar Sekunden Vorsprung auf die Gruppe hinter ihnen.

Zwölf Kilometer vor dem Ziel hatten Vollering und Reusser 20 Sekunden Vorsprung auf die 30-köpfige Verfolgergruppe. Doch als es zum zweiten Mal über den Nokereberg ging, zehn Kilometer vor dem Ziel, war die Lücke fast geschlossen. Aber nur fast. Denn sieben Sekunden rettete das Duo vor einer nun noch kleineren Gruppe. Und in der Folge wuchs der Abstand wieder. Über die Herlegemstraat, das letzte Pflasterstück, ging der Abstand fünf Kilometer vor dem Ziel wieder auf mehr als 20 Sekunden auf.

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