Cyclocross-WM 2026Alles Wissenswerte zu Strecke und Favoriten

Andreas Kublik

 · 24.01.2026

Cyclocross-WM 2026: Alles Wissenswerte zu Strecke und FavoritenFoto: Getty Images / David Pintens
Herausragend: Mathieu van der Poel hatte in den vergangenen Jahren quasi ein Abo aufs Regenbogentrikot des Weltmeisters
Die weltbesten Cross-Spezialisten auf dem Fahrrad treffen sich zum Showdown im niederländischen Hulst. Dort werden bei der Weltmeisterschaft von 30. Januar bis 1. Februar die Regenbogentrikots vergeben. Verteidigt Mathieu van der Poel seinen Titel und steigt zum Rekordweltmeister auf?

Die nächsten Weltmeister im Cyclocross werden im niederländischen Hulst gekürt. Die Wettbewerbe dauern von 30. Januar bis 1. Februar 2026. Die Festungsstadt Hulst liegt im Südwesten der Niederlande, rund 30 Kilometer westlich von Antwerpen. Die WM-Strecke ist anspruchsvoll und führt rund um die sternförmige Festung in Hulst. Sie bietet ein anspruchsvolles Auf und Ab mit vielen Ecken und Kehren, über einen Ponton wird der Wassergraben der Festung überwunden. Bei entsprechender Witterung sind auf dem mitunter tiefen Boden Steuerkünste gefragt. Die Steilstücke haben es in sich - bei den vergangenen Weltcuprennen auf einem ähnlichen Parcours purzelten Rennfahrer die Abfahrten herunter oder kämpften sich auf allen Vieren bergwärts. Spektakuläre Bilder sind sicher. Ob es spannend wird? Kommt auf das Rennen an.



Wird Mathieu van der Poel Rekord-Weltmeister?

Geländegängig: Erik de Vlaeminck holte 1973 in London seinen siebten WM-TitelFoto: Getty Images / Charles Ley/MirrorpixGeländegängig: Erik de Vlaeminck holte 1973 in London seinen siebten WM-Titel

Im Eliterennen der Männer gibt es eigentlich nur einen Favoriten: Mathieu van der Poel fuhr in der laufenden Saison alles in Grund und Boden, wenn er bei einem Crossrennen am Start war. Zehn Starts, zehn Siege lautet seine Saisonbilanz im Querfeldein. Es wäre eine Überraschung, wenn der 31-jährige Niederländer seinen Weltmeister-Titel nicht verteidigen würde. Jubelt er im Ziel am 1. Februar steigt er mit dem achten Titel in der Eliteklasse zum alleinigen Rekordweltmeister auf. Bisher liegt er mit dem im Jahr 2015 verstorbenen Belgier Erik de Vlaeminck gleichauf. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, müssen die crossverrückten Belgier zusehen, wie der Alleskönner aus dem Nachbarland auf und davon fährt und den eigenen Landsleuten nur der Kampf um die weiteren Medaillen bleibt. Der dreimalige Cross-Weltmeister Wout van Aert (Belgien) wird in Hulst fehlen. Er brach sich zum Jahreswechsel den Knöchel. Ex-Weltmeister und Mountainbike-Olympiasieger Tom Pidcock verzichtet in diesem Winter auf Crossrennen. Er bereitet sich bereits auf die Straßensaison vor. Der viele Jahre erfolgreiche Eli Iserbyt, zweimal WM-Dritter, beendete während der laufenden Saison seine Karriere wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme.

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Wer bleibt? Allen voran der Belgische Meister Thibau Nys, 23-jähriger Sohn des zweimaligen Weltmeisters Sven Nys, der in der laufenden Saison bereits zwei Weltcupläufe gewonnen hat. Er darf als erster Herausforderer van der Poels gelten. Zu den Medaillenkandidaten zählen auch dessen Landsleute, der 32-jährige Routinier und zweimalige Europameister Michael Vanthourenhout, der amtierende Europameister Toon Aerts oder Niels Vandeputte. Aber im aufstrebenden Tibor del Grosso, beim selben Team wie van der Poel unter Vertrag, könnte ein weiterer Niederländer den Belgiern noch eine Medaille wegschnappen. Er gewann bereits auf dem Parcours beim Weltcuprennen in Hulst die U23-Klasse. Auch dessen Landsleute Lars van der Haar und Joris Nieuwenhuis sind Kandidaten für eine Spitzenplatzierung. Für die restlichen Nationen bleibt kaum eine Chance. Der Spanier Felipe Orts ist allenfalls ein Geheimtipp. Der einzige deutsche Starter, der Töginger Mountainbiker Fabian Eder, ist ohne Chance auf eine Spitzenplatzierung.

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Lucinda Brand - Topfavoritin bei den Frauen

Im Blick: Lucinda Brand zählt zu den FavoritinnenFoto: Getty ImagesIm Blick: Lucinda Brand zählt zu den Favoritinnen

Bei den Frauen wird es keine Titelverteidigung geben. Die Weltmeisterin 2025, die Niederländerin Fem van Empel, hat eine Auszeit vom Radsport genommen. Ihre Rückkehr ist ungewiss. Es fehlen auch einige weitere Topstars. Pauline Ferrand-Prévot, die Sieger der Tour de France des vergangenen Jahres und Mountainbike-Olympiasiegerin sowie Cross-Weltmeisterin des Jahres 2015, konzentriert sich bereits voll auf die kommende Straßensaison. Auch die achtmalige Cross-Weltmeisterin Marianne Vos hat in diesem Winter die Cross-Saison sausen lassen, um mehr Zeit für ihren kranken Vater zu haben. Als Topfavoritin gilt Vos’ Landsfrau Lucinda Brand, die bereits im Jahr 2021 WM-Gold gewann und in diesem Winter gute Form zeigte. Aufsteigende Form zeigt die Titelträgerin von 2020, Ceylin del Carmen Alvarado. Und Puck Pieterse hat die WM als klares Ziel ihrer Cross-Saison benannt. “Dort will ich wirklich in Bestform sein”, betonte die niederländische U23-Weltmeisterin von 2022 bei Wielerflits.nl.

Prominente Starterin ist auch die Mountainbike-Olympiasiegerin von Tokio, die Schweizerin Jolanda Neff. Im Jahr 2019 schaffte es sie auf Rang fünf der Cross-WM. Deutsche Rennfahrerinnen werden nicht am Start stehen.

Strecke und Zeitplan

Die WM-StreckeFoto: UCI / procyclingmapsDie WM-Strecke

Die WM-Strecke ist im Vergleich zum Parcours bei den vergangenen Weltcupläufen in Hulst verändert worden. Die Strecke wurde um eine Schleife auf einer Wiese mit dem VIP-Bereich erweitert (auf der Karte links). Dort lag in der Vergangenheit das Fahrerlager. “Klettern, Abfahrt, Kurven: so war der Vestingcross bisher immer - kurz zusammengefasst. Wenn man früher in Hulst gut gestartet ist und diese verrückte Rampe gut überquert hat, war das die halbe Miete. Das könnte sich nun ändern”, sagt der Ex-Profi und jetzige niederländische Nationalcoach Gerben de Knegt. Der Parcours dürfte schneller geworden sein. Der neue Streckenabschnitt könnte durchaus rennentscheidend sein. “Oft war dieses Stück Land ziemlich matschig. Wenn das wieder der Fall wäre, wäre dies ein sehr schwieriger Abschnitt. Wenn es hingegen gefroren ist, hat das wenig Einfluss auf den Verlauf”, schätzt de Knegt.

Der Zeitplan im Detail

Freitag, 30. Januar 2026

13:30 Uhr: Team-Staffel

Samstag, 31. Januar 2026

11:00 Uhr: Juniorinnen (U19)

13:00 Uhr: Männer U23

15:00 Uhr: Frauen Elite

Sonntag, 1. Februar 2026

11:00 Uhr: Junioren (U19)

13:00 Uhr: Frauen U23

15:00 Uhr: Männer Elite

Internseite der Veranstaltung: https://hulst2026.com/

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