Sebastian Lindner
· 31.01.2026
Für Brand war es die neunte WM-Medaille in Serie - und der 19. Sieg des Cross-Winters. Sechs Runden waren auf dem 3,2 Kilometer langen Parcours in Hulst zu absolvieren. Erst in der letzten konnte sich Brand dabei von ihren ärgsten Konkurentinnen lösen, bei denen die erste kleine Lücke für einen moralischen Knacks sorgte, der das Ergebnis dann eben doch recht deutlich machte. “Es ist schon etwas ganz Besonderes, die WM in meinem Heimatland zu gewinnen. Alle Leute haben mich angefeuert, sonst sind es manchmal nur die fünf aus meinem Betreuerteam”, witzelte die Siegerin im Interview nach dem Zielstrich, die auch davon sprach, dass ein Traum in Erfüllung gegangen sei. “Wenn es vorher in der Saison so gut läuft, dann ist es natürlich schon, auch jetzt hier zu gewinnen.”
Frauen aus der Bundesrepublik waren in Hulst nicht am Start. Jolanda Neff aus der Schweiz sorgte als Sechste aber für ein gutes Ergebnis aus dem deutschsprachigen Raum. Die 33-Jährige hatte es geschafft, sich in der sechsköpfigen Gruppe festzubeißen, in der zum Ende des ersten Umlaufs die niederländischen Favoritinnen, Blanka Vas (Ungarn) und Kristýna Zemanová (Tschechien) saßen. In der Folge zerfiel die Gruppe allerdings, Brand, Alvarado und Pieterse setzten sich ab. Zunächst aber machten die beiden Letztgenannten das Tempo und versuchten die spätere Siegerin abzuschütteln, was ihnen allerdings nicht gelang.
Dann stürzte Pieterse und viel nach einem Radwechsel in eine größere Gruppe zurück, die zu Rennmitte etwa 40 Sekunden Rückstand hatte. Gold und Silber waren vergeben. Doch dann machte Brand Bekanntschaft mit der Streckenbegrenzung und musste kurz vom Rad, ihr Material allerdings nicht wechseln. Die Führung, die Alvarado danach innehatte, war aber nur von kurzer Dauer. Als Brand die kleine Lücke zu ihrer Konkurrentin wieder geschlossen hatte, übernahm sie das Kommando. Die höherere Schlagzahl konnte die 27-Jährige nicht mehr lange mitgehen und sicherte Rang zwei ab.
Während Brand vor der Ziellinie abstieg und ihr Rad jubelnd über den Strich trug, kämpfte hinten Pieterse mit Vas um Bronze. Als die Ungarin in einer Kurve leicht wegrutschte, war auch dort die Entscheidung gefallen und das komplett niederländische Podium besiegelt.