Cross-WM 2026Brand setzt dominanter Saison die Krone auf und wird Weltmeisterin

Sebastian Lindner

 · 31.01.2026

Cross-WM 2026: Brand setzt dominanter Saison die Krone auf und wird WeltmeisterinFoto: Getty Images / Luc Claessen
Lucinda Brand ist Weltmeisterin 2026.
Lucinda Brand ist Cyclocross-Weltmeisterin 2026. Die Niederländerin siegte vor heimischer Kulisse in Hulst vor ihren Landsfrauen Ceylin del Carmen Alvarado und Puck Pieterse. Brand, die bereits 2021 schon mal Weltmeisterin war, hatte den Cross-Winter dominiert, im Januar aber etwas nachgelassen und der Konkurrenz damit etwas Hoffnung gemacht. In Hulst war die 36-Jährige aber wieder eine Klasse für sich und hatte trotz ausgiebigen Jubels noch eine knappe halbe Minute Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin.

Für Brand war es die neunte WM-Medaille in Serie - und der 19. Sieg des Cross-Winters. Sechs Runden waren auf dem 3,2 Kilometer langen Parcours in Hulst zu absolvieren. Erst in der letzten konnte sich Brand dabei von ihren ärgsten Konkurentinnen lösen, bei denen die erste kleine Lücke für einen moralischen Knacks sorgte, der das Ergebnis dann eben doch recht deutlich machte. “Es ist schon etwas ganz Besonderes, die WM in meinem Heimatland zu gewinnen. Alle Leute haben mich angefeuert, sonst sind es manchmal nur die fünf aus meinem Betreuerteam”, witzelte die Siegerin im Interview nach dem Zielstrich, die auch davon sprach, dass ein Traum in Erfüllung gegangen sei. “Wenn es vorher in der Saison so gut läuft, dann ist es natürlich schon, auch jetzt hier zu gewinnen.”

​Cross-WM 2026 - Ergebnisse Frauen Elite

  1. Lucinda Brand (Niederlande) 49:16 Minuten
  2. Ceylin del Carmen del Alvarado (Niederlande) +0:21
  3. Puck Pieterse (Niederlande) +0:51
  4. Blanka Vas (Ungarn) +0:56
  5. Amandine Fouquenet (Frankreich) +0:58
  6. Jolanda Neff (Schweiz) +1:02
  7. Zoe Bäckstedt (Großbritannien) +1:05
  8. Manon Bakker (Niederlande) +1:11
  9. Shirin van Anrooij (Niederlande) +1:20
  10. Marie Schreiber (Luxemburg) +1:37


Die WM-Strecke von HulstFoto: UCI / procyclingmapsDie WM-Strecke von Hulst

​Erst stürzt Pieterse, dann muss auch Brand vom Rad

Frauen aus der Bundesrepublik waren in Hulst nicht am Start. Jolanda Neff aus der Schweiz sorgte als Sechste aber für ein gutes Ergebnis aus dem deutschsprachigen Raum. Die 33-Jährige hatte es geschafft, sich in der sechsköpfigen Gruppe festzubeißen, in der zum Ende des ersten Umlaufs die niederländischen Favoritinnen, Blanka Vas (Ungarn) und Kristýna Zemanová (Tschechien) saßen. In der Folge zerfiel die Gruppe allerdings, Brand, Alvarado und Pieterse setzten sich ab. Zunächst aber machten die beiden Letztgenannten das Tempo und versuchten die spätere Siegerin abzuschütteln, was ihnen allerdings nicht gelang.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Dann stürzte Pieterse und viel nach einem Radwechsel in eine größere Gruppe zurück, die zu Rennmitte etwa 40 Sekunden Rückstand hatte. Gold und Silber waren vergeben. Doch dann machte Brand Bekanntschaft mit der Streckenbegrenzung und musste kurz vom Rad, ihr Material allerdings nicht wechseln. Die Führung, die Alvarado danach innehatte, war aber nur von kurzer Dauer. Als Brand die kleine Lücke zu ihrer Konkurrentin wieder geschlossen hatte, übernahm sie das Kommando. Die höherere Schlagzahl konnte die 27-Jährige nicht mehr lange mitgehen und sicherte Rang zwei ab.

Während Brand vor der Ziellinie abstieg und ihr Rad jubelnd über den Strich trug, kämpfte hinten Pieterse mit Vas um Bronze. Als die Ungarin in einer Kurve leicht wegrutschte, war auch dort die Entscheidung gefallen und das komplett niederländische Podium besiegelt.

Meistgelesen in der Rubrik Profi - Radsport