Cadel Evans Great Ocean RaceAndresen hält Brennan bei schwierigem Finale in Schach

Sebastian Lindner

 · 01.02.2026

Die berühmteste Welle des Radsports geht 2026 an Tobias Lund Andresen.
Foto: Getty Images / Con Chronis
Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team) hat seine starke Australien-Kampagne mit einem Sieg beim Cadel Evans Great Occean Race beendet. Der Däne behielt im Sprint in einem schwierigen Finale die Nase vor Matthew Brennan (Team Visma | Lease a Bike) und Brady Gilmore (NSN Cycling Team).

Andresen hatte bereits eine Etappe der Tour Down Under gewonnen und dazu zwei weitere zweite Plätze und einen dritten eingefahren. Der 23-Jährige Däne untermauerte seine starke Frühform nun auch in Geelong unweit von Melbourne. Nach 182 Kilometern kamen im selektiven Finale des ersten Eintagesrennens auf der WorldTour des Jahres nur 19 Fahrer zeitgleich ins Ziel. Hinter dem Podiumstrio landete Vorjahressieger Mauro Schmid (Jayco AlUla Team). Mit dem Tudor-Duo Marco Brenner und Florian Stork schafften es auch zwei Deutsche in der Spitzengruppe ins Ziel. Sie wurden 16. und 17. Bester Profi von Red Bull - BORA - hansgrohe war Laurence Pithie als Sechster.

​”Das heutige Rennen war wirklich unglaublich. Nach unseren Leistungen bei der Tour Down Under ist es beeindruckend, dass wir das auch bei einem Eintagesrennen wie dem Cadel Road Race geschafft haben”, sagte Andresen nach dem Rennen. “Wir haben versucht, es mir so leicht wie möglich zu machen, um möglichst viel Energie für das Finale zu sparen, und meine Teamkollegen sind bei mir geblieben und haben mich so schnell wie möglich wieder in Position gebracht. Dann habe ich einfach alles gegeben und versucht, mich an das beste Hinterrad zu hängen, um die Arbeit aller zu vollenden. Ich bin beeindruckt von dem, was wir heute gemacht haben.”

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Vorentscheidend war beim Cadel Race wie immer der Challambra-Anstieg, der insgesamt vier Mal überquert wurde, letztmals rund neun Kilometer vor dem Ziel. Die 1300 Meter bei 7,8 Prozent Steigung sortierten das Feld beim letzten Mal nochmal aus, einige Sprinter konnten den Kontakt zur Spitze nicht halten. Als Luke Plapp (Jayco AlUla Team) kurz vor dem letzten Kilometer nochmal eine Attacke startete, setzte Brennan, der keine Teamkollegen mehr an seiner Seite, persönlich nach und war, als er den Australier bei rund 400 Metern vor der Linie gestellt hatte, früh im Wind. Ihm blieb nichts anderes übrig, als seinen Sprint zu starten. Auf dem langen Weg schliefen ihm dann vorm Ziel aber die Beine ein. Der abwartende Andresen, der sich noch lange bedeckt gehalten hatte, konnte den Briten dann noch überflügeln.

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​Cadel Evans Great Occean Race 2026 - Ergebnisse


2026:

Mapei Cadel Evans Great Ocean Road Race - Men: Geelong - Geelong

01.02.2026 | 182.3 km
In Kooperation mit



So lief das Cadel Evans Great Ocean Race 2026

Das Profil des Cadel Evans Great Ocean Race 2026Foto: LaFammeRougeDas Profil des Cadel Evans Great Ocean Race 2026

Bei deutlich geringeren Temperaturen als noch während der Tour Down Under setzten sich Vegard Stake Laengen (UAE Team Emirates - XRG), Oliver Peace (Team Picnic PostNL) und Julian Baudry aus der australischen Nationalmannschaft kurz nach dem Start ab. Knapp drei Minuten bekam das Trio an Vorsprung. Dennoch war bei der ersten Zielpassage bereits schon wieder Schluss. Da waren aber noch 65 Kilometer zu fahren.

Auf dem anschließenden Rundkurs wurde immer wieder am Challambra-Anstieg attackiert. Und wie schon bei der Tour Down Under war auch hier Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious) eine treibende Kraft. Echte Lücken entstanden aber nicht. Auf der vorletzten Runde versuchten sich dann Anders Skaarseth (Uno-X Mobility) und Chris Harper (Australien) mit einem Angriff. Sie gingen im Flachen und fuhren sich auch 20 Sekunden heraus, kamen bis zum letzten Challambra-Anstieg und wurden dort gestellt.

Dort war es zunächst wieder Buitrago, der sich zeigte. Luke Lamperti (EF Education - EasyPost) konterte die Attacke. Bei noch gut fünf Kilometern schlossen von hinten wieder einige Profis auf, die jetzt reihenweise attackierten. Auch Brenner versuchte sich, konnte sich aber ebenso nicht lösen. Es war dann Plapp, der auf dem Schlusskilometer noch mal als einziger ein paar Meter zwischen sich und den Rest bringen konnte. Hier war dann aber Brennan zur Stelle, der dafür letztlich aber auch bezahlte. Andresen war der Coolere, was letztlich den Ausschlag zum Sieg gab.

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