Dramatischer FührungswechselSpannung vor Finale der Bremer Sixdays

Leon Weidner

 · 12.01.2026

Dramatischer Führungswechsel: Spannung vor Finale der Bremer SixdaysFoto: Picture Alliance/dpa/Focke Strangmann
Vor dem Finaltag könnte die Spannung um den Sieg nicht größer sein. Ganz vorne im Ranking befinden sich die Teams von Roger Kluge und Nils Politt
Die 59. Antenne Schlager Sixdays Bremen steuern auf ein packendes Finale zu. Nach dem dritten Renntag haben Moritz Augenstein und Roger Kluge (Team swb) die Führung übernommen, doch ihr Vorsprung beträgt nur vier Punkte auf die Verfolger Matias Malmberg und Nils Politt. Auch das italienische Duo Consonni/Scartezzini bleibt in Schlagdistanz.

Die 59. Antenne Schlager Sixdays Bremen bieten Bahnradsport der Extraklasse und steuern auf ein dramatisches Finale zu. Nach drei intensiven Renntagen hat sich an der Spitze des Klassements ein Führungswechsel vollzogen: Moritz Augenstein und Roger Kluge vom Team swb haben mit einer taktisch herausragenden Leistung die Spitzenposition übernommen. Doch ihr Vorsprung ist hauchdünn - gerade einmal vier Punkte trennen sie von ihren schärfsten Verfolgern Matias Malmberg und Nils Politt (Team Hermes Systeme). Auch das bis zum dritten Renntag führende italienische Duo Simone Consonni und Michele Scartezzini (Team Stark Gebäudereinigung) bleibt auf dem dritten Rang in unmittelbarer Schlagdistanz und hat weiterhin realistische Chancen auf den Gesamtsieg. "Hier ist noch alles möglich", fasst Sixdays-Sportchef Erik Weispfennig die hochbrisante Situation treffend zusammen. Den Grundstein für ihre Führung legten Augenstein und Kluge mit taktischer Überlegenheit und perfektem Timing in den entscheidenden Rennmomenten. Eine entschlossen herausgefahrene Doublette in der großen Jagd brachte dem Duo den entscheidenden Vorteil, um die bis dahin führenden Italiener von der Spitze zu verdrängen.



Bahnrekordversuch als besonderes Highlight

Es bahnt sich für den Finaltag ein spannendes Duell anFoto: Picture Alliance/frontalvision/Arne MillEs bahnt sich für den Finaltag ein spannendes Duell an

Ein besonderes Highlight erwartet die Zuschauer am Finaltag der Sixdays Bremen: Elmar Abma (Team Antenne Schlager) wird gemeinsam mit Roy Eefting einen Angriff auf den Bahnrekord im 500-Meter-Zeitfahren unternehmen. Seit dem 13. Januar 2025 halten beide Fahrer gemeinsam diese Bestmarke, die sie nun noch einmal verbessern wollen. Für Abma bedeutet dieser Rekordversuch einen würdigen Abschluss seiner diesjährigen Sixdays-Teilnahme, da er das Hauptrennen am Finaltag vorzeitig beenden muss. Grund dafür sind die Bahnradsportregularien: Die Neutralisierung seines Teamkollegen Marvin Peters dauert länger als 24 Stunden an, was eine Fortsetzung des Wettbewerbs für Abma nicht mehr zulässt. Der Rekordversuch verspricht dennoch ein sportliches Highlight zu werden, das nicht nur für die beiden Athleten selbst, sondern auch für das Publikum in der ÖVB-Arena einen spannenden Höhepunkt darstellt.

Brauße und Kasper dominieren Frauenwettbewerb

Der traditionell am Sonntag gestartete Elite-Wettbewerb der Frauen wird von zwei deutschen Spitzenfahrerinnen angeführt. Vorjahressiegerin und Sixdays-Botschafterin Franziska Brauße behauptet sich gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Romy Kasper an der Spitze des Klassements. Brauße zählt zu den profiliertesten Bahnradfahrerinnen Deutschlands und kann auf eine beeindruckende Erfolgsbilanz zurückblicken: 2021 gewann sie olympisches Gold in der Mannschaftsverfolgung, wurde Weltmeisterin in der Einer- und Mannschaftsverfolgung und konnte mehrfach den Europameistertitel erringen. Gemeinsam mit Kasper bildet sie ein schlagkräftiges Duo, das seine Klasse auch auf der 166,66 Meter langen Holzpiste in Bremen unter Beweis stellt. Das Verfolgerinnenfeld liegt allerdings eng beieinander, sodass am Finaltag noch vier Teams mit realistischen Podiumsambitionen an den Start gehen werden. Die Entscheidung im Frauenwettbewerb verspricht damit ebenso spannend zu werden wie der Kampf um den Gesamtsieg bei den Männern.

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Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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