Der deutsche Radsportverband German Cycling (GC) setzt bei den Bahn-Europameisterschaften 2026 auf bewährte Kräfte. Für die kontinentalen Titelkämpfe, die vom 1. bis 5. Februar erstmals in Konya in der Türkei ausgetragen werden, wurden insgesamt 19 Athletinnen und Athleten nominiert. Besonders im Fokus steht Tim Torn Teutenberg, der als amtierender Europameister im Omnium und Ausscheidungsfahren seine Titel verteidigen möchte. Der 24-jährige Fahrer des Lidl-Trek-Teams bereitet sich aktuell bei der Tour Down Under in Australien auf die Saison vor und konnte dort bereits im Prolog und auf der ersten Etappe mit Top-Ten-Platzierungen überzeugen. Mit Moritz Augenstein steht zudem der aktuelle Weltmeister im Scratch im deutschen Aufgebot. Die Ausdauerabteilung der Männer wird durch Benjamin Boos, Max-David Briese, Felix Groß, Ben-Felix Jochum und den erfahrenen Roger Kluge komplettiert. Augenstein, Kluge, Boos und Briese nutzten in diesem Jahr die Sixdays in Bremen als Vorbereitungswettkampf für die Europameisterschaften.
Bei den Frauen setzt German Cycling im Ausdauerbereich auf ein sechsköpfiges Team. Angeführt wird die Mannschaft von Franziska Brauße, die ebenfalls bei den Sixdays in Bremen an den Start ging. Mit Lisa Klein und Laura Süßemilch stehen zwei Athletinnen im Aufgebot, die erst kürzlich zum neu gegründeten REMBE | rad-net women Team gewechselt sind. Komplettiert wird das Ausdauer-Team der Frauen durch Mieke Kröger, Lena Charlotte Reißner und Lea Lin Teutenberg. Der Bahn-Vierer der Frauen zählt zu den Medaillenhoffnungen, da er in den vergangenen Jahren konstant gute Ergebnisse abliefern konnte. Im Kurzzeit-Bereich der Frauen vertraut GC auf Lea Sophie Friedrich, Pauline Sophie Grabosch und Clara Schneider, die alle für den RSC Cottbus an den Start gehen. Bei den Männern wurden im Sprint Maximilian Dörnbach, Nik Schröter und Luca Spiegel nominiert.
Das deutsche Team bietet eine interessante Mischung aus erfahrenen Athletinnen und Athleten sowie aufstrebenden Talenten. Mit dem 40-jährigen Roger Kluge gehört einer der routiniertesten deutschen Bahnfahrer zum Aufgebot. Der Olympia-Silbermedaillengewinner von 2008 im Punktefahren und dreimalige Madison Weltmeister fährt für das REMBE | rad-net Team und bringt wertvolle Erfahrung in die Mannschaft ein. Auf der anderen Seite stehen jüngere Athleten wie der 21-jährige Ben-Felix Jochum vom Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur oder der 21-jährige Luca Spiegel vom RV Offenbach, die sich auf internationaler Bühne weiterentwickeln sollen. Besonders spannend wird der Auftritt von Weltmeister Moritz Augenstein, der im vergangenen Jahr mit seinem WM-Titel im Scratch für eine der größten Überraschungen im deutschen Bahnradsport sorgte. Der 28-jährige vom RSV Irschenberg will nun auch bei der Europameisterschaft seine Klasse unter Beweis stellen.
Die deutschen Chancen auf Medaillen verteilen sich auf verschiedene Disziplinen. Im Ausdauerbereich ruhen die Hoffnungen besonders auf Tim Torn Teutenberg, der seine EM-Titel im Omnium und Ausscheidungsfahren verteidigen will. Der Kölner hat mit seinen Leistungen bei der Tour Down Under bereits gezeigt, dass seine Form stimmt. Im Frauen-Vierer gehören die Deutschen traditionell zu den Medaillenkandidatinnen. Im Sprint-Bereich zählen besonders Lea Sophie Friedrich und Pauline Sophie Grabosch zu den Medaillenanwärterinnen. Die beiden Cottbuserinnen haben in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass sie zur Weltspitze gehören.