Profi - Radsport Aktuelles

9 Profis, die man 2022 auf dem Schirm haben sollte

Andreas Kublik

 · 31.03.2022

9 Profis, die man 2022 auf dem Schirm haben sollteFoto: Getty Images

Bei diesen neun Profi-Radsportlern haben wir mal genauer hingeschaut. Was bringt die Straßenradsport-Saison 2022 für unsere Kandidaten?

Julian Alaphilippe: WM-Rekord?

Bisher gelang es erst einem Radprofi, dreimal in Folge den WM-Titel auf der Straße zu feiern: Peter Sagan, 2015 bis 2017. Kann der Franzose Julian Alaphilippe das Kunststück wiederholen? Nach seinen Siegen in Imola (2020) und Leuven (2021) hat er auch Chancen auf dem anspruchsvollen Kurs, der am 25. September im australischen Wollongong auf die Profis wartet. Erst zum zweiten Mal finden Weltmeisterschaften auf der Südhalbkugel statt – die Premiere gab’s 2010 ebenfalls in Australien, in Geelong.

Julian Alaphilippe bei seinem WM-Sieg in Leuven 2021Foto: Getty Images
Julian Alaphilippe bei seinem WM-Sieg in Leuven 2021

Tadej Pogačar: Kannibale II

Der Slowene war der überragende Radprofi der vergangenen Saison. Mit gerade
23 Jahren hat der Weltranglistenerste bereits zweimal die Tour de France gewonnen.
Er kann klettern, ist stark im Kampf gegen die Uhr und weiß auch aufmerksam zu fahren sowie taktische Probleme zu lösen. Sein UAE Team Emirates hat sich nochmals verstärkt und dürfte ihm eine wertvolle Eskorte sein. Pogačar kann auch Klassiker: Im vergangenen Herbst gewann er die Lombardei-Rundfahrt, 2022 will er sich an der
Flandern-Rundfahrt versuchen.

Tadej PogačarFoto: Team UAE Emirates
Tadej Pogačar

Alejandro Valverde: Schluss!

Am 25. April 2022 wird Alejandro Valverde 42 Jahre alt. Das ist das richtige Alter, um Schluss mit der Raserei auf dem Rennrad zu machen, glaubt der Movistar-Profi. Der Älteste im World-Tour-Peloton will bei der heimischen Vuelta zur Abschiedsrunde starten. Zuletzt war 2014 ein Top-Profi älter: Jens Voigt bestritt damals weniger als einen Monat vor seinem 43. Geburtstag sein letztes Rennen.

Alejandro ValverdeFoto: Photo Gomez Sport
Alejandro Valverde

Tom Dumoulin: Comeback

Die gute Nachricht: Tom Dumoulin hat wieder Lust auf Radsport. Im Frühjahr 2021 nahm er sich eine Auszeit – bedingt durch eine Mischung aus Motivationsproblemen, ausgepresstem Körper und innerer Leere. Schon im Juni bei der Tour de Suisse war er zurück, gewann Silber im Einzelzeitfahren bei den Olympischen Spielen in Tokio. Im neuen Jahr gilt er als einer der Favoriten beim Giro d’Italia, den er im Jahr 2017 gewann.

Tom DumoulinFoto: Getty Images
Tom Dumoulin

Sam Bennett: Grün für Bora?

Beim Team Bora-Hansgrohe hat man die Kandidaten für den Gewinn des Grünen Trikots getauscht: Peter Sagan wechselte nach fünf Jahren vom deutschen Rennstall zu TotalEnergies nach Frankreich. Im Gegenzug kehrte Sam Bennett zurück. „Ich fühle mich hier zu Hause“, sagt der Sprintspezialist. Der 32-jährige Ire holte 2021 das begehrte Leibchen in Diensten von Deceuninck-Quick-Step. Dort hatte Teamchef Patrick Lefevere dem Sprinter alles Mögliche vorgeworfen. Bennett schweigt dazu eisern.

Sam BennettFoto: Team Bora-Hansgrohe
Sam Bennett

Jonas Rutsch: Höllen-Reiter

Der 1,97 Meter große Riese aus dem Odenwald ist einer der Gewinner der schlammigen Casting-Show beim Rennen Paris-Roubaix 2021: Er schaffte Platz elf bei seinem Roubaix-Debüt. Der 24-Jährige vom Team EF Education-EasyPost ist neben Nils Politt (Bora-Hansgrohe) und Maximilian Walscheid (neu bei Cofidis) ein Kandidat für gute Unterhaltung, wenn es über Kopfsteinpflaster geht. „Es war die Hölle“, sagte er nach dem Roubaix-Klassiker. Er will trotzdem zurück.

Jonas RutschFoto: Getty Images
Jonas Rutsch

Pascal Ackermann: Neue Härte

Mit dem ersehnten Debüt bei der Tour de France wird es wohl auch 2022 nichts. Der Pfälzer wechselte nach fünf Jahren bei Bora-Hansgrohe zu UAE Team Emirates. Dort wird man auf dem Weg zum dritten Tour-Sieg von Tadej Pogačar eher keinen Sprinter mitnehmen. Ackermann sagt, er wolle raus aus der Komfortzone, in der er sich bei seinem deutschen Arbeitgeber zuletzt eingerichtet hatte. Teil der neuen Härte gegen sich selbst: Er will sein Debüt bei Paris-Roubaix geben.

Pascal AckermannFoto: Team UAE Emirates
Pascal Ackermann

Mathieu van der Poel: Zu vielseitig?

Was wird aus dem Supertalent in der neuen Saison? Tief enttäuscht lag der 26-jährige Niederländer im vergangenen Oktober im Velodrom von Roubaix, nachdem er gegen den Italiener Sonny Colbrelli knapp verloren hatte. Die Saison im Cyclocross musste er frühzeitig abbrechen. Grund: der Rücken! Auf den war er beim olympischen Mountainbike-Rennen spektakulär aus großer Höhe gestürzt. Seine Vielseitigkeit wurde so zum Problem. Dazu kamen Kniebeschwerden. Wenn er fit ist, ist er absolute Weltspitze auf dem Mountainbike, dem Crossrad, Siegkandidat bei den Klassikern und garantiert ein Animateur bei der Tour de France.

Mathieu van der PoelFoto: Getty Images
Mathieu van der Poel

Wout van Aert: Konflikt-Potenzial?

Der belgische Allrounder will bei der kommenden Tour de France Jagd auf das Grüne Trikot machen. Sind durch diese Pläne Konflikte in seinem Team Jumbo-Visma programmiert? Schließlich soll Kapitän Primož Roglič, der gerade seinen Vertrag bis 2025 verlängert hat, nach mehreren vergeblichen Anläufen Gelb nach Paris tragen. Gelb und Grün gewann eine Mannschaft zuletzt 1997 bei der Tour: Jan Ullrich und Erik Zabel für Team Telekom.

Wout van AertFoto: Getty Images
Wout van Aert

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In diesem Artikel geht es nicht nur um die Tour de France Femmes, es werden auch 5 Profisportlerinnen genannt und vorgestellt.