Im Ziel in Dubai gab es ein ähnliches Bild wie am Vortag. Lorena Wiebes setzte sich auf der 145 Kilometer langen zweiten Etappe der UAE Tour durch. Wie am Vortag. Wieder deutlich. Noch deutlicher. Die Ziellinie überfuhr die 26-jährige Niederländerin vom Team SD Worx-Protime mit mehreren Radlängen Vorsprung - nach einem mehr als chaotischen Finale. Franziska Koch aus Mettmann (Team FDJ-SUEZ) war auf den letzten 500 Metern aus dem schlecht organisierten Feld als Solistin davongefahren und durfte auf den Tagessieg hoffen. 200 Meter vor dem Ziel flog allerdings Wiebes an ihr vorbei. Am Ende lag sie vor der Italienerin Chiara Consonni (Team Canyon-SRAM-zondacrypto) und Nienke Veenhoven aus den Niederlanden (Team Visma-Lease a bike). Koch landete letztlich auf Rang 13.
In einer ersten Reaktion auf Eurosport sagte die Tagessiegerin Wiebes: “Ich hatte Angst.” Während der Etappe verschleppten die Teams das Tempo mitunter extrem und fuhren auf der völlig flachen Etappe phasenweise unter 30km/h. Danach wurde das Rennen so schnell und chaotisch, dass selbst die eher hartgesottene Wiebes die Gefahr spürte. Rund 1,1 Kilometer vor dem Ziel gab es einen größeren Sturz, in den auch die Schweizer Mitfavoritin auf den Gesamtsieg, Marlen Reusser, verwickelt war.
Wiebes feierte den Erfolg quasi als Einzelkämpferin, nachdem sie ihre Anfahrerin im Team, die Italienerin Barbara Guarischi, aus den Augen verloren hatte. Mit dem Tagessieg baute die Sprintspezialistin ihren Vorsprung in der Gesamtwertung des Rennens aufgrund der Zeitgutschrift von sechs auf 14 Sekunden vor der Irin Sara Gillespie (Team UAE) aus. Das Rennen wird morgen mit einer weiteren Flachetappe fortgesetzt, auf der Wiebes die Chance hat, ihre Siegesserie fortzusetzen. Das Rennen endet am Sonntag (8. Februar) mit einer Bergankunft auf dem Jebel Hafeet.